Wie sollen wir „gut rutschen“? 2
Bei der momentanen Kälteperiode besteht draußen Rutschgefahr. Da wäre in der Silvesternacht ein „Guter Rutsch“ hilfreich. Aber was soll ein Guter Rutsch im Wohnzimmer für die Daheimgebliebenen?
Rosh haSchana – Schofar-Blasen
Wenn man dem Wort „Rutsch“ ernsthaft auf den Grund geht, merkt man bald, dass es aus dem Orient kommt. Es stammt aus dem Semitisch-Aramäischen Sprachblock und heißt Anfang. Das kann auf den Jahres-Anfang bezogen sein, wie beim jüdischen Neujahrsfest Rosh ha-Schana (Jahresbeginn). Denn Rosh (ראש – ro’sh) bedeutet im Hebräischen Anfang, Haupt, Kopf. Zum Neujahrs-fest wurde immer auf dem Widderhorn (Schofar) geblasen.
Ras ist Arabisch (رأس – raʾs), heißt es ebenfalls Anfang, Oberhaupt, Kopf oder Kapitän, denn beide Sprachen sind Geschwister und Semitischen Ur-sprungs. Der frühere ägyptische Präsident Nasser wurde z.B „Rais“ genannt (Führer).
Und wie kommen wir an den „Guten Rutsch“? Zum jiddischen Neujahrsfest wünschte man sich einen Guten Jahres-Anfang, dieser Rutsch blieb im Hoch-deutschen hängen, hat also nichts mit „rutschen“ zu tun. Lasst uns doch mal auf dem Widerhorn blasen, dann fängt das Jahr besonders gut an!