Todesursache Bierherz

Todesursache Bierherz

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Ein Herz fĂŒrs Bier

Das kuriose „MĂŒnchner Bierherz“ 

Ein großes Herz kann tödlich sein: besonders, wenn zu viel Alkohol im Spiel ist. Ein solches „MĂŒnchner Bierherz“ war u.a. einmal auf der Bayerische Landesausstellung 2016 Bier in Bayern im Kloster Aldersbach zu sehen. 

 

Das plastinierte Organ ist fast doppelt so groß wie das durchschnittliche menschliche Herz und hat Medizingeschichte geschrieben. „Am schlimmsten wirkt der fortgesetzte ĂŒbermĂ€ĂŸige Biergenuss auf eines der edelsten und wichtigsten Organe“, warnte der MĂŒnchner Chefpathologe Otto von Bollinger schon 1893. AuffĂ€llig oft kam es im MĂŒnchen des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu rĂ€tselhaften HerzvergrĂ¶ĂŸerungen, die meist tödlich endeten.


Todesursache Bierherz
Die MĂŒnchener Pathologen entdeckten in den 1880er und 1890er Jahren bei jeder zehnten Autopsie einer mĂ€nnlichen Leiche ein „Bierherz“. In knapp 5% der TodesfĂ€lle wurde dieses damals sogar als die Haupttodesursache festgestellt. In der Berliner CharitĂ© waren ĂŒbrigens kaum TodesfĂ€lle aufgrund alkoholbedingter HerzvergrĂ¶ĂŸerung bekannt. DafĂŒr herrschte im Norden Deutschlands, wo sich Hochprozentiges großer Beliebtheit erfreute, das „Delirium tremens“ als Alkoholkrankheit vor.
Trotz der mahnenden Worte von Professor von Bollinger und seinen Kollegen stieg der Bierkonsum in Bayern bis ins Jahr 1900 auf 245 Liter pro Kopf und Jahr an und erreichte damit die doppelte Menge des Durchschnitts in Deutschland. Heute konsumieren die Bayern SchĂ€tzungen zufolge durchschnittlich rund 145 Liter Bier im Jahr, wĂ€hrend der Pro-Kopf-Verbrauch bundesweit bei knapp ĂŒber 100 Litern liegt. „Bierherzen“ sind aufgrund des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins kaum noch zu erwarten. Die Bayerischen Landesausstellung „Bier in Bayern“ zeigt in Aldersbach ab 29. April nicht nur die Kulturgeschichte des GetrĂ€nks, das in Bayern zum Mythos wurde, sondern auch die Folgen hohen Bierkonsums. 

Studien untersuchten das skurrile PhĂ€nomen: Was Fachleute als idiopathische Herzhypertrophie bezeichnen, ging als „Bierherz“ in die Medizingeschichte ein. Den Untersuchungen nach waren es nĂ€mlich vor allem gewohnheits- und unmĂ€ĂŸige Biertrinker, deren Herzen auf mehr als das Doppelte der ĂŒblichen FaustgrĂ¶ĂŸe anwuchsen und schließlich aufhörten zu schlagen.

 

TĂ€glich bis zu 15 Liter Bier
Die hohen Mengen an FlĂŒssigkeit und Alkohol richteten vor allem bei jungen, wohlgenĂ€hrten und körperlich hart arbeiteten Mannsbildern enorme gesundheitliche SchĂ€den an. Zu den Befunden der Pathologen passte der Umstand, dass die Betroffenen vielfach im Brau- und Gastgewerbe arbeiteten. Bis zu 15 Liter Bier haben Brauer, Bierkutscher und Schankkellner den Obduktionsberichten zufolge tĂ€glich und regelmĂ€ĂŸig getrunken. Zum enormen Bierkonsum haben sicherlich die großzĂŒgigen Rationen an Haustrunk beigetragen, mit denen Brauereien ihre Angestellten teilweise entlohnten.

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