Satirische Sparpakete

Dr. Winfried Rathke

Sparpakete

 

Wir kriegen nächstens als Diät

ein neues großes Sparpaket.

In Deutschland wird es grad verpackt.

da die Finanzlage vertrackt.

 

In unserm Haushalt gibt es Löcher

an allen Stellen noch und nöcher.

Viele Milliarden die uns fehlen,

 muss man irgendwo jetzt stehlen.

 

Doch steckt viel Schwarzgeld noch in Taschen,

das wurde säuberlich gewaschen

und das Finanzamt glatt umgangen.

Die Steuer hat es nie empfangen.

 

Auch die Verwaltungsfakultät 

 ist unbeschreiblich aufgebläht.

Da könnte Klingbeil tüchtig kürzen

und seine Sparpakete würzen.

 

Vielleicht wär‘ ein Achtstundentag

ein guter Kostenvoranschlag ?

Die Alten haben ihn gekürt

und lebenslang treu praktiziert.

 

Auch könnte, und das wird sich zeigen,

das Renteneintrittsalter steigen.

Mit 70 kann man noch gut schnaufen

und oft vor lauter Kraft kaum laufen.

 

Zumindest geht es so noch vielen,

die tanzen, wandern, Karten spielen,

die fröhlich ihre Schnäpse schlucken

und wortlos aus dem Fenster gucken.

 

Soll man die Reichen mehr besteuern 

und ihre Luxus-Yacht verfeuern ?

Darf man uns Bürgergeld entziehen,

wenn wir zum Ballermann entfliehen ?

 

Müsst man die Mehrwertsteuer heben

bei Knastbrüdern, die Tüten kleben ?

Könnte man Krankenkassen schließen,

weil zuviel Pflegegelder fließen ?

 

Das Sparschwein wird kaum noch gefüttert,

es grunzt verzweifelt und verbittert.

Der Sparstrumpf an dem Holzbein stinkt,

weil da der Borkenkäfer winkt.

 

Entzieht man uns das Hörgerät

aus unserm neuen Sparpaket ?

Dann würd‘ man Notschreie nicht hören,

die uns beim Fernsehkrimi stören.

 

So gibt es Fragen über Fragen,

die am Finanzminister nagen.

Sein Kabinettstisch tut mir Leid,

ihm fehlt jetzt die Gemütlichkeit.

 

Doch einen Vorschlag hab‘ ich noch,

der heilt bestimmt ein Steuerloch:

Wer Asche streut in Vater Rhein,

der spart das Grab vom Friedhof ein.

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