Rathkes satirische Randnotizen

Rathkes satirische Randnotizen

Rathkes satirische Randnotizen

Schöne Aussichten

 

Die Zukunft find ich nicht so schön,

die Welt wird in die Binsen gehn.

Die Ampel streitet dauernd rum,

Der Wohlfahrtsstaat kippt langsam um.

 

Die Schuldenbremse wird man lösen,

weil die Verantwortlichen dösen.

Im Haushalt klafft ein Riesenloch.

So mancher denkt: Das braucht man doch !

 

Verbrecher schiebt man nicht mehr ab,

das Personal dafür sei knapp.

Der Feingeist will die Mörder schützen

und nicht, daß sie im Kittchen sitzen.

 

Wer um sich sticht, darf sich bewähren.

Das Opfer kann sich nicht beschweren.

Auf Ämtern herrscht Bürokratie,

Größenwahn und Apathie.

 

Dachschäden sind sehr verbreitet,

Verkehr wird dauernd umgeleitet.

Verheerend ist oft ein Orkan,

das Schweinefleisch nicht mehr vegan.

 

 

 

 

Beim Hochwasser die Autos sinken

und Kühe in dem Stall ertrinken.

Lawinen krachen von den Bergen,

nicht astrein ist das Holz von Särgen.

 

Der Klimaschützer klebt sich fest,

in Seebädern herrscht Algenpest.

Im Kabeljau sind Plastikfetzen,

die sich im Fischbrötchen vernetzen.

 

Die Luft ist manchmal voller Smog.

Auf Arbeit hat man meist Null Bock.

Die Gegenwart ist ganz verseucht.

Wer heute lebt, hat es nicht leicht.

 

Ich zieh drum in der nächsten Zeit

zurück in die Vergangenheit.

Dort gab’s noch köstliche Idyllen.

Doch heut beschlagen mir die Brillen.

 

Das Einzige, was noch ergötzt:

Die Hoffnung (sagt man) stirbt zuletzt.

Was wäre, wenn wir die nicht hätten?

Der Teufel los! Wollen wir wetten?

Winfried Rathke

SCHATZKAMMER SIZILIEN

Wanderungen durch die Geschichte

 

Auf Sizilien, der größten Mittelmeerinsel, haben

3000 Jahre lang Menschen der unterschiedlichsten

Volksgruppen gesiedelt und so eine bunte kulturelle

Mischung geschaffen, die den Besucher heute noch verblüfft. Phönizier aus Vorderasien kamen als Karthager ins Land und rivalisierten mit griechischen Kolonisten, die in Syrakus, Selinunt und Agrigent großartige Tempelbauten hinterließen.

 

Ein reicher Römer ließ sich die Fußböden seiner

prächtigen Villa bei Piazza Armerina mit phantasie-

vollen Mosaiken schmücken. Araber eroberten die

Insel und viele Architekturmerkmale weisen auf

die islamische Baukunst hin. Normannen kamen

aus Frankreich und ließen sich von byzantischen

Spezialisten Kathedralen mit goldenen Wand- und

Deckenmosaiken schmücken. Zwei Deutsche Kaiser, Heinrich VI. und Friedrich II folgten. In Aachen wurden sie gekrönt, in Palermo ruhen sie in Porphyr. Französische Anjou und Spanier führten Sizilien durch das Mittelalter. Barocke Skulpturen schmücken viele Kirchen. Erst Garibaldi befreite die Sizilianer von der Fremdherrschaft. Seitdem gehört es zu Italien.

 

 

 

 

 

Verdis Oper Sizilianische Vesper spielt in Palermo. Aus Catania stammt Bellini, der mit seinen Belcanto-Opern Mailand und Paris eroberte. Der Marsala-Wein ist weltbekannt. Archimedes fand in Syrakus das Prinzip des spezifischen Gewichts. Sizilien ist eine Insel der LiteratenPlaton und Goethe waren hier zu Besuch, Theokrit, Lampedusa, Pirandello, Verga und Sciascia sogar zu Hause. Nach Sizilien locken Strände, bunte

Fischerhäfen und die Mandelblüte. Doch der Ätna, Europas aktivster Vulkan, will auch respektiert sein. Er hat viele verheerende Erdbeben verursacht.

 

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