WINFRIEDS ROSENMONTAGS-KREPPEL
Die Goldige Fastnacht – ist immer gewesen
ein Datum, das uns befreit von Askesen.
Man packt den Ernst des Lebens beiseite,
sowohl in der Höhe, als auch in der Breite.
Man gibt sich närrisch, lacht viel ohne Grund
und lauter Kreppel bevölkern den Mund.
Man hört nur Geschichten, die längst schon passé
und röhrt laut und brünstig: “TÄ TÄ RÄ TÄ !“
Apropos Kreppel, merkwürdigerweise,
wird man über deren Herstellungsweise,
falsch unterrichtet, was Bäcker frustriert,
Deshalb wird das heut von mir korrigiert.
Die Kreppel entstehen aus Öl und aus Mehl,
Hefe macht diese Mischung schön gel.
Dazu kommen weiter noch Zucker und Butter
auch haut man ein Eigelb ins teigige Futter.
Mit lauwarmer Milch, die geschöpft wird mit Tassen,
wird alles vermengt, dann Aufgehen lassen.
Eine Prise Salz und Mandelaroma,
empfahl noch früher unsere Oma.
Nun geht es entschlossen ans “Maniküren“,
und das heißt: Kneten, Rühren und Rühren.
Das Ganze geht noch perfekter und glatt
wenn man dafür einen Knethaken hat.
Man teilt den Teig zu dessen Entsetzen
mit scharfen Schnitten in kleinere Fetzen
die werden auf diese Weise bekanntlich
windschlüpfrig, griffig, also sehr handlich.
Am End‘ fliegt der Rohstoff ins glühende Fett,
dann ist er beinahe fertig komplett.
Nach 3 Minuten holt man ihn raus,
ein köstlicher Duft erfüllt schon das Haus.
Mit einer Spritztülle kommt Marmelade
noch hinter die rostbraune heiße Fassade,
Und während der Kreppel noch liegt wie betäubt,
wird er mit Puderzucker bestäubt.
Dann schiebt man ihn tief hinein in den Hals,
und der Kreppel geht im Darm auf die Walz.
Er stolpert vorbei an der Bauchspeicheldrüse
und auch die Galle drückt auf die Düse.
Der Blinddarm sieht, weil er blind ist, verschwommen
den Kreppel verdaut, um die Ecke rumkommen.
Es bleibt nur ein karges Häuflein als Rest,
wenn der Kreppel den Enddarm donnernd verläßt.
Zurück bleibt ein Glücksgefühl, in dem wir sieden.
Die Seele hat ihren himmlischen Frieden.
Milz und Leber krümmen sich rollig,
im Herzen ist es wunderbar mollig.
Den Knethaken schmeißt man zum Fenster hinaus,
die bappige Schüssel fliegt hinter das Haus.
Das Kochbuch kann man im Ofen entsorgen
oder dem Nachbarn als Klopapier borgen.
Irgendwann ist man von der Fastnacht erlöst,
ein saurer Hering wird dem Hals eingeflößt.
Man hüllt sich in Säcke, säuft aus der Flasche
und streut auf die Rübe sich glühende Asche.
Der Spaß hört auf, auch das Narren-Geschrei,
Fastnacht ADE ! – Helau ist vorbei.
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RHEINGAUER SPITZEN
Poesie auf der Rieslingroute ISBN 978-3-00-062312-7. Enthält alle Rheingauer Hotspots in Gedichtform
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80 Literaten im Spiegel des Sonetts
nebst einer Rezension darüber aus den „Wiener Sprachblättern“ ISBN 978-3-00-064967-7
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ISBN 978-3-00-074601-7
‚Seit fast 30 Jahren schreibe ich Gedichte für unser Lokalblatt. Meine Kolumnen-Gedichte aus dem Rheingau-Echo, Zeitzeugen
ISBN 978-3-00-075326-8
Von Dionysos &. Bacchus, Satyren und Mänaden
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