Dr. Rathkes Hitzewelle

Juni-Juli 2026 Satirische Randnotizen

Die Hitzwelle

 

Die Hitzewelle ist sehr schön.

Man muss ja nicht nach draußen gehn.

Ich sitz zuhaus entkleidet da

und treibe ständig FKK.

 

Ein Eisbeutel liegt auf der Stirn

und kühlt das überhitzte Hirn.

Verdunsten können die Gedanken,

die Hemmungen kommen ins Schwanken.

 

Der Brustkorb grinst ohne BH

wohlig auf dem Sofa da.

Weil niemand meine Rippchen schaut,

kühl‘ ich sie in Sauerkraut.

 

Ein Ventilator hinterm Rücken

bringt durch Windböen Entzücken.

Dann hock ich meinen blanken Steiß

auf ein leckres Speise-Eis.

 

Hier sind ein absolutes Muss:

Stracciatella-Schoko-Nuss.

Dadurch wird zwar der Hintern feucht,

doch der Hexenschuss entweicht.

 

Auch sitzt die erogene Zone

in der Hitze unten ohne.

Es ist zu schön, dass nix passiert,

weil nur bei Frost etwas abfriert.

 

Kühlt noch ein Eiskaffee die Lippen,

fängt selbst das Sofa an zu wippen.

Der Wintermantel stöhnt im Schrank,

ich brauch ihn nicht mehr, Gottseidank !

 

Die Schenkel sich vor Wolllust biegen,

weil unten sie mein Eisbein kriegen.

Von Ferne senden meine Füße

ihren Stiefeln warme Grüße.

 

Man sollt‘ jedoch die Hammerzehen

in Richtung von der Glotze drehen.

Die wollen nämlich Fußball gucken.

Bei jedem Tor sieht man sie zucken.

 

Ich müsst‘ also, man wird es sehn,

die Krise ganz gut überstehn

und siege glatt, sobald ich schwitze,

1:0 gegen die Hitze.

(Dr. W.Rathke. Publ. am 2.7.26 im Rheingau-Echo)

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