Pfingsten genauer betrachtet
von Dr. Winfried Rathke
Pfingsten ist eine Fest der Christen,
das wir viel mehr feiern müssten.
Fünfzig Tag‘ nach Christi Tod
gab’s ein Stellenangebot
an Apostel und die Jünger,
die ernannt zum Freudenbringer.
Ausgehend vom Heilgen Geist,
wie die Bibel es beweist,
dröhnte aus dem Himmel Brausen,
jeder spürte Ohrensausen,
es erschienen Feuerzungen,
die das Firmament durchdrungen.
Und die Kirche ward gegründet,
die sich heut im Dorf befindet.
Die Apostel zogen aus,
predigten in jedem Haus.
Daraufhin sind alle Frommen
brav in Gottes Schoß gekommen.
Als der Geist nun ausgegossen,
hat es alle Welt genossen.
Nur die hartleibigen Heiden
wussten solchen Guss zu meiden.
Deshalb wurden diese Schwätzer
die noch trocken waren – Ketzer.
Dann erfanden die Experten
Pfingstrosen in ihren Gärten.
Pfingstochsen wurden geschmückt,
was auch Heiden sehr entzückt.
Autofahrer freu’n sich sehr
über dichten Pfingstverkehr.
Pfingstbier gibt’s beim Pfingstgelage,
dazu noch zwei Feiertage.
So verschroben ist die Welt,
die der Heil’ge Geist erhellt.
Was mich dabei sehr betrübt,
dass es nicht Pfingstdienstag gibt.
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