Ostersonntag – Vorhölle

Ostersonntag – Vorhölle

Dr. Winfried Rathke

Die Vorhölle am Ostersonntag

Am Ostersonntag verließ der gekreuzigte, aber wiederauferstandene Christus unbemerkt seine Grabeshöhle und begab sich in die Vorhölle (Limbus).
Unbekannte Künstler haben dieses Thema als Fresko in der Chora-Kirche Konstantinopels geschaffen. Es ist die erste Szene der Anastasis (Auferstehung).

Dieses Bild ist der Höhepunkt der spätbyzantini-schen Kunst und ein zentrales Motiv der orthodo-xen Oster-Ikonographie. Christus wird als macht-voller Befreier der Menschheit dargestellt, der die Tore zur Hölle sprengt und die Gerechten aus dem Reich des Todes rettet.

 

Zunächst zieht Christus die ersten Menschen, Adam und Eva aus dem Grab. Weitere Gerechte, Propheten und Patriarchen, auch die Könige David und Salomon blicken auf Christus, den Retter. Unter den Füßen von Christus liegen gefallene Schlösser, Ketten und Riegel. Christus scheint fast zu schweben. Seine Gloriole ist strahlend hell, seine Bekleidung fällt durch eleganten Faltenwurf auf. Die Szene wirkt dynamisch bewegt und ver-mittelt Hoffnung auf Erlösung. Die Chora-Kirche ist etwa 1000 Jahre alt und steht in der Nähe der Konstantinischen Landmauer.

 

Hier eilt schon eine Gruppe von Heiligen und Märtyrern herbei, die ins Sichere gebracht werden möchten. Eine schwere Höllentür liegt herausgebrochen auf dem Boden.

Frau Angelico, Florenz
Jaume Serra, Katalonien

Hier zieht Christus die Bedrohten direkt aus dem Höllenrachen, es war höchste Zeit.

Die Gitter des Höllenkerkers brechen. Neben Christen warten schon einige Befreite.

Ein Gemälde aus Ulm
Museum in Rothenburg

Adam klammert sich an Christus, Eva mit Apfel an ihren Mann. Der gerührte Adam bedankt sich mit einem Handkuss. Eva hält sich die Schlange vom Leib

Unbekannter Maler......................... In der Hölle gibt es offenbar keine Bekleidung. Es soll da ja sehr heiß sein.
Kunstwerk aus Rottenburg
Christus im Limbus
Ein ekliger Drachen will Christus ins Bein beißen
Lukas v. Cranach d.Ä.

Selbst Lucas Cranach gewährt uns einen Einblick in den gefürchteten Limbus.

Jörg Breu d.Ä.

Wir sehen also, dass die Künstler genau Bescheid wissen, was einen in der Vorhölle erwartet. Man muß höllisch aufpassen, aber kann sich darauf einstellen. FROHE OSTERN!

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