2026 Dr. Rathkes Fußball-Philosophie
Der Fußball kriegt so manchen Tritt,
das nimmt ihn unbeschreiblich mit.
Man sollte ihn mit den Gebissen
auch mal liebhaben und küssen.
Germanen sind mit ihm verwachsen
wir haben nämlich dicke Haxen.
Wir spielen drum, so gut es geht,
von morgens früh, bis abends spät.
Auch nachts man vor der Glotze sitzt,
macht den Fußball an – und schwitzt.
Schon mancher ist dabei krepiert,
weil man heiß ist und nicht friert.
Der Schiri, was ich schwer begreife,
trägt in dem Schnabel eine Pfeife
und zeigt den Kickern, die da warten,
erst gelbe und dann rote Karten.
Der Torwart steht zumeist im Tor,
auch dahinter, und davor.
Er ist schon alt, und doch ein Neuer,
heißt Manuel, spielt mit dem Feuer.
Ein Junger, der gut planen kann,
das ist der Julian Nagelsmann.
Der las noch nie ein Buch von Hegel,
pflegt aber seine Zehennägel.
Er stellt die Mannschaft immer auf.
Wir Deutschen nehmen das in Kauf.
Vor unserm Tor wird stark verteidigt,
da die Verteidiger vereidigt.
Vor ihnen sind im Mittelfeld
starke Läufer aufgestellt.
Ein Libero ist auch darunter,
der kickt nämlich besonders munter.
Dann haben wir noch einen Sturm,
doch in dem Sturm ist oft der Wurm.
Er schiebt die Bälle gern nach hinten,
will nicht mehr nach vorne sprinten.
Ein Tor erzielt der Sturm nur selten,
man sollte ihn deshalb mal schelten.
Das Tor steht für den Sturm weit offen,
und trotzdem wird es kaum getroffen.
Die Stürmer sind sehr ballverliebt,
sodass es kaum noch Treffer gibt.
Der Deutsche denkt, er sei ein Held,
und Meister von der ganzen Welt.
Er müsse dauernd immer siegen
und sämtliche Trophäen kriegen.
Auch Rahn war noch ein Fußballgott
und kriegte einen Henkelpott.
Doch merken Kicker, die da wühlen,
Ecuador kann auch gut spielen.
Selbst Österreich ist noch dabei.
Kap Verde ist der letzte Schrei.
Der Fan ist ein Idiot, der brüllt
und sich mit Bier die Wampe füllt.
Er weiß im Voraus das Ergebnis
und zehrt noch lang von dem Erlebnis.
Ich fürchte fast, wir scheiden aus.
Das Ende naht mit Saus und Braus.
Man sollte dringend Kopfball spielen
und nicht mehr in die Glotze schielen.
