Fastenzeit heißt, daß zu Lasten
der Gedärme wir streng fasten.
Weniger sollte man fressen,
Völlerei wird ganz vergessen,
Alkohol kaum noch gesoffen,
Sünden nicht mehr angetroffen.
Dafür murmeln die Asketen
eine Flut von Stoßgebeten.
Schwipse sind total verschwunden,
Lebern können nun gesunden.
Phantasie läuft nicht mehr heiß.
Der Geschlechtstrieb liegt auf Eis.
Überall herrscht tiefster Frieden,
wären nicht die Hämorrhoiden.
Diese dürfen weiter jucken,
sich in Unterhosen ducken,
schwellen, schmerzen, bluten, platzen,
während wir am Stammtisch schwatzen.
Oben beten jetzt Banausen
unten hört man Aftersausen.
Ostern nahen dann Befreier,
Hasen bringen Ostereier.
Bruzzeln dürfen wieder Braten,
Wolllust schwelgt in Fleischsalaten.
Alle Zwänge sind beendet,
Hungersnöte abgewendet.
Wenn die Fastenzeit vorüber,
schlagen Stränge wieder über.
Dann paukt nicht mehr die Moral
und das Leben wird normal