Dr. Winfried Rathke
Wie sollen wir „gut rutschen“?
Bei der momentanen Kälteperiode besteht draußen Rutschgefahr. Da wäre in der Silvesternacht ein „Guter Rutsch“ hilfreich. Aber was soll ein Guter Rutsch im Wohnzimmer für die Daheimgebliebenen?
Wenn man dem Wort „Rutsch“ ernsthaft auf den Grund geht, merkt man bald, dass es aus dem Orient kommt. Es stammt aus dem Semitisch-Aramäischen Sprachblock und heißt Anfang. Das kann auf den Jahres-Anfang bezogen sein, wie beim jüdischen Neujahrsfest Rosh ha-Schana (Jahresbeginn). Denn Rosh (ראש – ro’sh) bedeutet im Hebräischen Anfang, Haupt, Kopf. Zum Neujahrsfest wurde immer auf dem Widderhorn (Schofar) geblasen.
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Ras ist Arabisch (رأس – raʾs), heißt es ebenfalls Anfang, Oberhaupt, Kopf oder Kapitän, denn beide Sprachen sind Geschwister und Semitischen Ursprungs. Der frühere ägyptische Präsident Nasser wurde z.B „Rais“ genannt (Führer).
Und wie kommen wir an den „Guten Rutsch“? Zum jiddischen Neujahrsfest wünschte man sich einen Guten Jahres-Anfang, dieser Rutsch blieb im Hochdeutschen hängen, hat also nichts mit „rutschen“ zu tun. Lasst uns doch mal auf dem Widerhorn blasen, dann fängt das Jahr besonders gut an!