Eierpreis zieht an

Eierpreis zieht an

Rathkes satirische Randnotizen

Der Eierpreis zieht an

 

Durch den Krieg im Nahen Osten

steigen überall die Kosten.

Öl und Gas werden schon knapp,

denn der Wahnsinn geht dort ab.

 

Bomben krachen und Raketen.

Rache schwören die Propheten.

An dem Golf herrscht Anarchie.

Wo ist eine Strategie?

 

Plötzlich fehlen bei uns Dünger,

und auch Eierüberbringer.

Dazu nebelt uns am Rhein

der Saharastaub schon ein.

 

Kommt jetzt auch der Osterhase 

nicht in Hormus durch die Straße?

Liegt er unter Trommelfeuer?

Warum, weiß nicht mal der Geier.

 

Ach, ihr Mullahs und ihr Scheichs,

bitte öffnet uns spornstreichs

jetzt die Straße von Hormus.

Das wär echt ein Ostergruß! 

 

Denn bestürzt merkt jedermann:

Auch der Eierpreis zieht an.

Spiegeleier werden teuer,

das belastet ungeheuer.

 

Aufs Omelett müsst man verzichten.

Das sind keine Spukgeschichten.

Rührei wird fast unerschwinglich.

Drum ist meine Bitte dringlich.

Aufhören muss dieser Krieg!

Macht vernünftig Politik!

Denn wenn der Verstand nicht denkt,

reagiert der Grips beschränkt.

 

Frieden brauchen jetzt selbst Hasen,

in Hormus auf Durchfahrtsstraßen.

Dort muß man die Lieferketten

unbedingt vor Ostern retten.

 

Hasen gilt es auch zu schützen,

wenn sie Wüstenpisten nützen

und am Abend in Oasen

noch so manches Ei ausblasen.

 

Da der März nun enden will,

heißt es bald: April-April!

Der Melissenfrau in Klostern

wünscht mein Weingeist: Frohe Ostern!

Dr. Winfried Rathkes Gedicht- (und sonstige) Bänder sind stets ein Hochgenuss…

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