Dr. Winfried Rathke beleuchtet
IMPERIA
Glanz und Elend der Kurtisanen
beschrieb Balzac in seinen Romanen.
Er setzte eine bildhübsche Sirene
literarisch bei wilden Gelagen in Szene.
Sie tanzte dort, was Gäste erzählten,
bacchantisch enthemmt, wie auf Sittengemälden,
vor geistlichen Herren und Laufkundschaften,
die angeregt ihren Körper begafften.
Tummelplatz: Das Konstanzer Konzil.
Der Klerus suchte nach einem Ventil,
hoch im Kurs standen dort die Mätressen,
Keuschheit und Frömmigkeit wurden vergessen.
Imperias Liebkosungen waren Legende,
in Freudenhäusern erröteten Wände.
Sie hat die Kunst des Beischlafs gepflegt,
der Zölibat wurd beiseite gefegt.
Imperia Cognati, in Rom einst zuhause,
gönnte der Wollust kaum eine Pause.
Raphael hat sie gern porträtiert,
Agosto Chigi das mitfinanziert.
Als Galatea macht sie sich gut.
Der Hochrenaissance zollt sie Tribut,
in der Villa der Farnesina freskiert,
wie sie auf stürmischer See navigiert.
Ihre prächtigen Hüllen umwehen die Hüften.
Poseidon hilft ihr, den Leib zu durchlüften
und Peter Lenk hat, was Spöttern gefällt,
sie vor den Hafen von Konstanz gestellt.
Dort zeigt sie Besuchern mit acht Metern Größe,
ihr offnes Gewand, und mutig die Blöße.
Sie trägt auf Händen die Gaukler der Macht,
über Kaiser und Papst wird schallend gelacht.
Fünfhundert Jahre alt ist die Geschichte,
auf deren Erwähnung ich ungern verzichte.
TIERISCH
Lyrischer Streifzug durch die Fauna
14,80 Euro