Dr. Winfried Rathke
Beine und ihre Trinkgewohnheiten
Es war einmal ein Überbein,
dem schmeckte nur ganz trüber Wein.
Dann sog ein altes Schlüsselbein
viel Wein in seinen Rüssel ein.
Schon setzte sich ein Steißbein
in eine Lache Weißwein.
Ein pensioniertes Schambein
trank nur aus lauter Gram Wein.
Ein höchst bizarres Tischbein
sprach: “Ich trink nur zu Fisch Wein !”
Und schon gestand das Wadenbein
“Ich trink nur nach dem Baden Wein !”
Meist inhaliert das Brustbein
bei Husten ganz bewußt Wein.
Ein unverschämtes Hammelbein
genoß am liebsten Gammelwein.
Nun rief ein dickes Hinterbein,
es möge nur im Winter Wein.
Ein unruhiges Sprungbein
flößte sich Wein mit Schwung ein.
Ein Raucherbein mußt trinken,
um sicherer zu hinken.
Ein ganz verbeultes Hosenbein,
soff schon am Morgen Dosenwein.
Ein Bein, das wie ein Säbel krumm
fiel volltrunken im Nebel um.
Ein stark verschleimtes Nasenbein
schnaubte in Rotwein Blasen rein.
Ein Holzbein wurde ganz versaut,
weil’s im Barrique-Faß ausgebaut.
Ein Schienbein konnte Stunden laufen,
doch dann trat es in Hundehaufen.
Ja, das passiert den Beinen
selbst bei den besten Weinen.