Mittwoch 28.2.24

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Kalenderblatt Mittwoch, 28. Februar 2024


Zitat des Tages: „Auch auf dem höchsten Throne sitzt man auf dem eigenen Hintern.“ Michel de Montaigne (1533-1592)


clown-0005.gif von 123gif.de28.2.1927: Rosenmontag in Köln: Ein Zug voller Narren
Nach einer kriegs- und besatzungsbedingten zwölfjährigen Zwangspause findet in Köln am Rhein heute endlich wieder ein Rosenmontagszug statt. Tausende lustig maskierter Einwohner säumen die Straßen der Domstadt, um dem traditionellen „Zoch“, den sie so lange entbehren mussten und der im Jahr 1927 noch „Bunte Kappenfahrt“ heißt, beizuwohnen.



Mehr Details:
Ihren Anfang nahm die urkölsche Karnevals-Einrichtung im Februar 1823 als Errungenschaft der bürgerlichen Oberschicht in Köln, die sich mit dieser geregelten Form des Karnevalstreibens auch einverstanden erklären konnte. Die französischen Besatzer, die scheinbar wenig Spaß verstanden, hatten 30 Jahre zuvor die „fünfte Jahreszeit“ strikt verboten. 1901 verlor das Verbot zwar seine Gültigkeit, aber Kölns Obrigkeit war daran gelegen, das närrische Treiben nicht zu einer Art verrohenden Volksfest ausarten zu lassen und schuf daher entsprechende Reglements. Jeder Kölner, dem der Sinn nach Maskerade stand, musste sich für teures Geld eine Erlaubniskarte bei der Armenverwaltung besorgen.
Die scheinbar mehr Spaß verstehenden Preußen, die um 1820 am Rhein das Sagen hatten, machten sich für eine Reform des Karnevals stark. Geistige Vordenker fanden sie in Professor Ferdinand Franz Wallraf und seinem Schüler Matthias Joseph de Noel. Den beiden lag eine verfeinerte Form des Karnevals ebenfalls mehr am Herzen anstatt der groben Hanswursten-Fastnacht. Mit Kölns Oberschicht schufen sie ein „Festordnendes Komitee“, das sich der Organisation eines „gepflegten“ Rosenmontagsumzugs annahm. Unter der Devise „Cölnische Held Carneval“ zog er 1823 erstmals mit 15 bunt geschmückten Wagen durch die Straßen der Innenstadt. Komitee-Präsident war bis 1835 der aus einer angesehenen Kölner Familie entstammende Jurist Heinrich von Wittgenstein.
Einheimische und Besucher begeisterten sich rasch für die neue Form des Rosenmontagszugs, der Köln im ganzen Land berühmt machte. Selbst Deutschlands Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe rühmte den Narrenzug mit den Zeilen: „Löblich wird ein tolles Streben, wenn es kurz ist und mit Sinn.“
Die beiden Weltkriege sorgten zwangsläufig für Pausen. Insbesondere nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs dauert es eine Weile, bis bei den Kölnern wieder die richtige Stimmung aufkam. Unter dem Motto „Mer sin widder do und dun, wat mer künne“ fand am 28. Februar 1949 der erste improvisierte Nachkriegszug statt. Rheinischer Frohsinn ist bekanntlich nicht unterzukriegen.
Gedenktage:
1991: Mit der „Operation Wüstensturm“ geht der vom irakischen Diktator Saddam Hussein im August 1990 begonnene Golfkrieg gegen Kuwait, in den im Januar 1991 die UN-Streitmächte eingriffen, heute zu Ende.
1986: Schwedens Ministerpräsident Olof Palme wird nach einem Kinobesuch in der Stockholmer Innenstadt Opfer eines Attentats, dessen Hintergründe nie restlos geklärt werden können. Der Täter, der auch auf Palmes Frau Schüsse abgab, kann unerkannt fliehen.
1960: Bei der VIII. Winterolympiade im amerikanischen Squaw Valley sorgt der skifahrende Postbote Georg Thoma aus Hinterzarten für eine Sensation. Der 22-jährige Schwarzwälder jagt als erster Nichtskandinavier den norwegischen Favoriten die Goldmedaille in der Nordischen Kombination ab.
1950: Coca-Cola? Nein danke! Die Resonanz der Franzosen auf das von den Vereinigten Staaten herübergeschwappte koffeinhaltige Erfrischungsgetränk ist nicht nur mäßig, sondern stößt insbesondere bei Winzern, die einen Rückgang bei Wein und Cidré befürchten, auf heftigen Protest.
1935: Dem US-Chemiker Wallace H. Carothers gelingt im Auftrag des Unternehmens DuPont die Herstellung der elastischen, reißfesten Synthetikfaser Nylon, ein Konkurrenzprodukt zur Naturseide, das die Damenwelt ab 1940 mit Nylonstrümpfen beglücken wird. Carothers erlebt den Triumphzug des Materials nicht mehr, er begeht wenige Wochen nach der Patentanmeldung Selbstmord.
Geburtstage:
1944: Josef „Sepp“ Maier; deutscher Sportler. Vielen Fußballfans ist er als Torwart des 1. FC Bayern („Katze von Anzing“) und natürlich als Torhüter der Nationalmannschaft in bester Erinnerung. 1974 wurde der „Sepp“, der auch ein leidenschaftliche Tennisspieler ist, mit dem deutschen Team in München Fußball-Weltmeister. Heute ist er als Torwarttrainer der Nationalelf aktiv.
1942: Brian Jones († 3.7.1969); britischer Musiker und Ex-Mitglied der „Rolling Stones“. Der von Drogenexzessen stark geschwächte Gitarrist der Rockgruppe ertrank 1969 in seinem Swimmingpool; die Band hatte er kurz vor seinem Tod wegen musikalischer Differenzen verlassen. Auf seinem Grabstein steht der selbst verfasste Spruch „Urteilt nicht zu streng über mich“.
1939: Erika Pluhar; österreichische Schauspielerin und Chansonsängerin. Bekannt wurde die aparte Künstlerin mit der rauchigen Stimme, die 14 Jahre lang mit dem Wiener Multitalent André Heller verheiratet war, mit ihrer Darstellung im Helmut-Käutner-Film „Bel Ami“ und mit ausdrucksstarken Frauenrollen am Wiener Burgtheater.
1895: Marcel Pagnol († 18.4.1974); französischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Dramatiker. Zu seinen bedeutendsten Theaterstücken zählt die zwischen 1929 und 1936 entstandene Trilogie „Zum Goldenen Anker“. Seine Komödie „Die Frau des Bäckers“ wurde sowohl auf der Bühne als auch auf der Kinoleinwand ein Erfolg.
1533: Michel Eyquem de Montaigne († 13.9.1592); französischer Jurist, Politiker und Philosoph. Der Begründer des Skeptizismus, Verfasser moralischer Schriften, aber auch heiterer Lebensweisheiten und Reisebeschreibungen, verurteilte die menschliche Eitelkeit und pries die Natur. Neben seiner literarischen Tätigkeit (Hauptwerk: „Essais“) war er Bürgermeister der Stadt Bordeaux (1582-85).
Copyright Rosmarie Elsner

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