28.11.19-19.2.20 Peter Lilienthal

28.11.19-19.2.20 Peter Lilienthal

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Zum 90. Geburtstag: Retrospektive Peter Lilienthal

vom 28.11.19 – 19.2.20 im Filmmuseum. 
menschen-arbeit-0049.gif von 123gif.deZu seinem 90 Geburtstag würdigt das Filmmuseum den Filmemacher Peter Lilienthal mit einer  Retrospektive: Vom 28. November 2019 bis zum 19. Februar 2020 zeigen wir zehn eher unbekannte Werke, Lilienthals frühe Fernsehfilme, die er zwischen 1962 und 1972 gedreht hat.
Zur Eröffnung am Donnerstag, dem 28. November um 19.00 Uhr ist Peter Lilienthal zu Gast und stellt zwei auch heute noch politisch brisante Filme vor:
MALATESTA (1970) über den Aufstand von Sozialrevolutionären unter Anführung des italienischen Emigranten Malatesta 1910 in London sowie den Dokumentarfilm SHIRLEY CHISHOLM FOR PRESIDENT (1972), der die demokratische Präsidentschaftsbewerberin 1972 in den USA im Vorwahlkampf begleitet. Als erste afroamerikanische Frau im Kongress forderte sie Präsident Richard Nixon heraus. Heute kann der Film noch einmal ganz neu gewürdigt werden. Lilienthals frühe Filme überraschen durch ihren experimentellen Charakter und die Wahl seiner Themen. In der Kleinbürger-Farce SERAPHINE ODER DIE WUNDERSAME GESCHICHTE DER TANTE FLORA (1965) etwa geht es um die „verrückte Anhänglichkeit an Seeungeheuer und gefräßige Tanten“ (Heinz Ungureit), in ABSCHIED (1966) erzählt er wortkarg und atmosphärisch dicht von einer namenlosen und zerrissenen Familie, die zur Beerdigung der verstorbenen Mutter im Nachkriegs-Charlottenburg für einen Tag zusammenkommt.
Peter Lilienthal wurde am 27. November 1929 in Berlin geboren, emigrierte mit seiner Mutter 1939 nach Uruguay, wo er Kunstgeschichte und Jura studierte. 1954 kehrte er nach Berlin zurück, begann ein Studium an der Hochschule der Künste, unterrichtete an der noch neuen DFFB und arbeitete anschließend für das deutsche Fernsehen, das noch viel Raum für Experimente ließ.
Kreativität und Improvisation waren gefragt, die auch von Kameramännern wie Michael Ballhaus, Gérard Vandenberg und Dietrich Lohmann, mit denen Lilienthal zusammenarbeitete, geboten wurde. In den folgenden Jahren drehte Peter Lilienthal zahlreiche Filme, in denen er vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit Diktatur und Exil wiederholt auf die politische Entwicklung in Lateinamerika eingeht wie DER AUFSTAND (1980) über die Revolution in Nicaragua. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2009 die Medaille „München leuchtet – Den Freunden Münchens“ in Gold.
Alle Titel und Termine der Retrospektive  Der Eintritt kostet jeweils € 4 / € 3 für Mitglieder des Fördervereins MFZ. Kartenvorbestellung Tel. 089-233 96450.

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