2.10.26: Wiesn-Courage

15 Minuten Herzdruckmassage: 

Daria Aigner erhält Wiesn-Courage-Preis

 

Oberbürgermeister Dominik Krause zeichnet Ersthelferin aus

 

München, 02. Oktober 2026 – Der Wiesn-Courage-Preis 2026 geht an Daria Aigner. Die 25-jährige Bedienung aus der Augustiner-Festhalle hat als Erste erkannt, dass ein Gast in Lebensgefahr war. Sie hat dem Bewusstlosen 15 Minuten lang Herzdruckmassage gegeben, bis der Notarzt eintraf. . Eine sechsköpfige Jury wählte Aigners Einsatz aus den eingereichten Wiesn-Courage-Geschichten aus. Oberbürgermeister Dominik Krause, Schirmherr des Präventionsprojekts WiesnGentleman*, überreichte den Preis am heutigen Freitag in der Käfer Wiesn-Schänke. Als Hauptpreis erhielt Daria Aigner ein Wiesn-Outfit von Angermaier × Distorted People.

 

Sie hat nicht aufgehört

Es war ein Dienstagnachmittag, kurz vor 14 Uhr, am Haupteingang der Augustiner-Festhalle. Die Ehefrau eines 78-jährigen Mannes bemerkte, dass mit ihrem Mann etwas nicht stimmte. Er war in seinem Rollstuhl bewusstlos geworden, ein Puls war nicht mehr zu spüren. Daria Aigner erkannte sofort, wie ernst die Lage war. Die gelernte medizinische Fachangestellte hob den Mann gemeinsam mit ihrer Kollegin Silja Engel aus dem Rollstuhl, legte ihn auf den Boden und begann mit der Herzdruckmassage.

 

Um sie herum packten alle mit an. Ihre Kollegin Helena Morawietz setzte den Notruf ab. Darias Zwillingsschwester Frieda blieb bei der Ehefrau und kümmerte sich um sie. Schankkellner und Bedienungen hielten Tücher hoch und schirmten die Szene vor den Gästen ab. Daria machte weiter, 15 Minuten lang, bis der Notarzt eintraf und übernahm.

„Das klingt nicht lang. Aber wenn man da kniet und drückt, fühlt es sich endlos an. Man wartet nur darauf, dass endlich der Notarzt kommt, und macht weiter. Aufhören kam für mich nicht infrage“, erinnert sich Daria Aigner.

 

Den Preis sieht sie als Auszeichnung für das gesamte Team: „Ich habe getan, was ich in meiner Ausbildung als Medizinische Fachangestellte gelernt habe. Allein hätte ich das nicht geschafft. Silja, Helena, meine Schwester Frieda und die Kolleg*innen von der Schänke haben alle mitgeholfen. Den Preis nehme ich deshalb für uns alle an.“

 

Ihr Einsatz soll auch andere ermutigen: „Man denkt immer, so etwas passiert anderen. Ich hoffe, dass sich mehr Leute einen Erste-Hilfe-Kurs zutrauen. Eine Herzdruckmassage kann jede*r lernen.“

 

Oberbürgermeister Krause: „Genau so soll die Wiesn sein“

Oberbürgermeister Dominik Krause würdigte den Einsatz: „Daria Aigner hat sofort gehandelt, als es auf jede Sekunde ankam, und sie hat nicht aufgegeben. Dafür braucht es vor allem aber Courage. Ich danke ihr und allen, die an diesem Nachmittag mitgeholfen haben.“

 

Für Krause zeigt die Geschichte auch, was möglich ist, wenn Menschen zusammenwirken: „Daria Aigner hat die Herzdruckmassage gemacht, ihre Kolleg*innen haben den Notruf abgesetzt, sich um die Ehefrau gekümmert und die Szene abgeschirmt, bis der Notarzt übernommen hat. Alle haben mit angepackt, ohne lange zu fragen. Genau so soll die Wiesn sein: dass wir aufeinander achten, hinschauen statt wegsehen und einander helfen.“

 

Frederik Kronthaler, Geschäftsführender Vorstand von Condrobs, betont: „Darias Geschichte zeigt sehr konkret, was wir mit Wiesn-Courage meinen: hinschauen und handeln, wenn jemand Hilfe braucht. Wie ein Einsatz ausgeht, liegt oft nicht in der Hand der Helfenden. Dass sie helfen, schon. Mit dem Wiesn-Courage-Preis danken wir ausdrücklich auch allen anderen, die auf der Wiesn helfen, oft ohne, dass es jemand mitbekommt.“

 

Wiesn-Courage-Preis seit 2017

Condrobs vergibt den Wiesn-Courage-Preis seit 2017 stellvertretend für Menschen, die auf dem Oktoberfest hinschauen und anderen helfen. Über die diesjährige Auszeichnung entschied eine sechsköpfige Jury mit Stefan Murr (Schauspieler und Autor), Johanna Bittenbinder (Schauspielerin), Max von Thun (Schauspieler) sowie den Wiesnwirt*innen Silja Steinberg (Hofbräu Festzelt), Otto Lindinger (Bodos – Oktoberfest München und Sprecher der kleinen Wiesnwirte) und Clarissa Käfer (Käfer Wiesn-Schänke).

 

Der Wiesn-Courage-Preis ist Teil des Condrobs-Präventionsprojekts WiesnGentleman*. Das Projekt wirbt seit 13 Jahren unter dem Motto „Respekt ist meine Stärke!“ für Respekt, Zivilcourage und gegenseitige Verantwortung auf dem Oktoberfest. Schirmherr ist Oberbürgermeister Dominik Krause.

 

Am Esperantoplatz sprechen Condrobs-Mitarbeitende Wiesn-Besucher*innen direkt an. Ergänzend sind Streetworker*innen an Wochenenden und vor Feiertagen auf der Theresienwiese unterwegs. Sie unterstützen insbesondere junge Menschen in schwierigen Situationen, helfen bei der Suche nach Freund*innen oder einem sicheren Heimweg und stellen bei Bedarf den Kontakt zur Sicheren Wiesn für Mädchen* und Frauen*, zum Jugendschutz oder zum Rettungsdienst her.

 

Informationen rund um das Präventionsprojekt WiesnGentleman*, die Wiesn-Streetwork sowie zum Wiesn-Courage-Preis

 

 

Über Condrobs

Condrobs hilft benachteiligten Menschen und ihren Angehörigen. Wir sind ein überkonfessioneller Träger mit vielfältigen sozialen Hilfsangeboten in ganz Bayern. Aus einer Selbsthilfeinitiative entstanden, arbeiten heute mehr als 1.000 Mitarbeiter*innen in über 100 Einrichtungen. Unser breit gefächertes Angebot umfasst innovative Projekte und Einrichtungen der Prävention, Sucht- und Wohnungslosenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie Migrationsarbeit. Condrobs ist Ausbilder und bietet betreute Arbeitsplätze für Frauen* und Männer*, die nach einer schwierigen Lebensphase wieder ins Arbeitsleben zurückkehren wollen. Die Condrobs-Akademie hält Fortbildungen zu aktuellen Themen für die soziale Arbeit bereit. Weitere Informationen unter www.condrobs.de 

 

Weitere Informationen für die Presse gibt es bei:

Condrobs e. V. Zentralverwaltung | Öffentlichkeitsarbeit

Nils Pape | Presse, PR und Kommunikation

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