16.7.26: GVB Bayern

16.07.2026 Orientierung in unsicheren Zeiten

125. GVB Verbandstag am Nockherberg auf dem rund 900 Vertreter:Innen der genossenschaftli-chen Gruppe sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenkamen.

 

Bayerns Genossenschaften bekennen sich zu ih-rer Verantwortung für das Land und fordern eine Wirtschaftspolitik, die Eigenverantwortung und Innovation fördert.

 

In einer Zeit anhaltender geopolitischer Spannun-gen, wirtschaftlicher Unsicherheit und tiefgreifen-der Veränderungen haben die bayerischen Genos-senschaften Zuversicht und Gestaltungswillen de-monstriert. 

 

Gerhard Walther, Vorsitzender des GVB-Verbands-rats und ehrenamtlicher Verbandspräsident, be-zeichnete den Verbandstag als sichtbares Zei-chen der Stärke des genossenschaftlichen Ver-bunds: „Zum 125. Mal bringt die bayerische Genossenschaftsorganisation Menschen zum Verbandstag zusammen, die Verantwortung übernehmen und ihre Regionen gestalten. Diese Verbindung ist ein wesentlicher Grund dafür, warum Genossenschaften auch in schwierigen Zeiten Stabilität und Orientierung geben können.“

 

GVB-Präsident und Vorstandsvorsitzender Stefan Müller stellte die Zukunftsfähigkeit des genossen-schaftlichen Modells heraus. Gerade in Zeiten großer Umbrüche seien Organisationen gefragt, die langfristig denken,Verantwortung übernehmen und nah an den Menschen bleiben.

„Genossenschaften liefern Antworten auf die Fra-gen von heute und morgen. Sie finanzieren Unter-nehmen, sichern regionale Wertschöpfung, schaf-fen Wohnraum, organisieren Versorgung und stär-ken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Stärken müssen wir selbstbewusst zeigen“, 

 

Zugleich mahnte Müller bessere wirtschaftspoliti-sche Rahmenbedingungen an. Deutschland brau-che mehr Vertrauen in Unternehmertum: „Nicht zusätzliche Vorschriften machen unser Land wett-bewerbsfähiger. Was wir brauchen, ist weniger Bürokratie, bessere Regulierung und mehr Frei-räume für diejenigen, die Verantwortung überneh-men und investieren wollen.“  

 

Die Genossenschaften seien bereit, einen noch größeren Beitrag zur Bewältigung zentraler Zu-kunftsaufgaben zu leisten – von der Finanzierung des Mittelstands über den Wohnungsbau bis hin zur Energiewende. Dafür brauche es jedoch politi-sche Rahmenbedingungen, die Innovation ermög-lichen anstatt ausbremsen. „Wir haben in vielen Bereichen die Lösungen bereits entwickelt. Jetzt geht es darum, Hindernisse abzubauen und unternehmerische Initiative wieder stärker zu ermöglichen“, sagte Müller.

 

Den größeren Rahmen, in dem Politik und Wirt-schaft dieser Tage agieren, zog der Regensburger Politikwissenschaftler Stephan Bierling in seinem Festvortrag. Darin analysierte der Professor für in-ternationale Politik die Folgen der aktuellen geo-politischen Umbrüche für Deutschland und Europa. „Der Angriff Putins, Xis und Trumps auf die liberale internationale Ordnung trifft Deutschland ins Mark. Wir haben mehr profitiert von Freihandel und US-Verteidigungsgarantie als jedes andere Land der Erde. Und wir sind auf die böse neue Welt nicht vorbereitet, nicht sicherheitspolitisch, nicht ökonomisch, nicht mental.“

 

Über den GVB 

Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vertritt seit mehr als 130 Jahren die Interessen bayerischer Genossenschaften. Zu seinen 1.210 Mitgliedern zählen 175 Volks-banken und Raiffeisenbanken (davon 26 Ban-ken mit Warengeschäft) sowie 1.035 Unter-nehmen aus Branchen wie Landwirtschaft, Energie, Handel, Handwerk, Dienstleistungen. Sie bilden mit rund 50.000 Beschäftigten und 2,8 Millionen Anteilseignern eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand: 31.12.2025).

Stefan Müller Verbandspräsident und Vorstandsvorsitzender

Stefan Müller ist seit August 2024 Verbands-präsident und Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB). Der Dipl. Bankbetriebswirt war zuvor mehrere Jahre in der Finanzwirtschaft tätig, mit Statio-nen bei einer Großbank und einer bayerischen Genossenschaftsbank. 2002 wechselte er in die Politik und gehörte bis 2024 dem Deut-schen Bundestag an. Dort war er einige Jahre Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im Bundestag und von Dezember 2013 bis Ok-tober 2017 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und For-schung mit den Schwerpunkten Innovation und Forschungsstrategie.

Warum auch auf diese Herausforderung Genos-senschaften eine Antwort sein können, diskutier-ten Erich Lehmair (HVG), Julia Graeber (Vedes), Ulrike Brouzi (DZ BANK) und Müller am anschlie-ßenden Geno-Stammtisch. Sie tauschten sich über die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland, digitale Transformation und die Zu-kunft genossenschaftlicher Geschäftsmodelle aus.

 

Der Verbandstag machte deutlich: Genossenschaften warten nicht auf politische oder gesellschaftliche Impulse – sie gestalten Veränderung aktiv mit. Ob Mittelstandsfinanzie-rung, Energieversorgung, Digitalisierung oder ge-sellschaftlicher Zusammenhalt: Das genossen-schaftliche Modell verbindet wirtschaftliche Stär-ke mit Verantwortung für die Regionen und bleibt damit ein verlässlicher Motor für die Zukunft Bayerns und Deutschlands.

PS: Erstmals ging dem Verbandstag ein kleiner, feiner Pressetreff voraus. Im ‚Salettl‘ am Nock-herberg gab es Gelegenheit, zu interessantem Informationsaustausch mit GVB-Vertretern.  

Pressekontakt

Dr. Gerald Schneider GVB

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