Das Ergebnis ist eine Beschreibung der umfassendsten und umfangreichste Darstellung der Trump-Administration und eine der wenigen ist, die bisher von einem hochrangigen Beamten veröffentlicht wurde.
Mit fast täglichem Zugang zum Präsidenten hat John Bolton eine genaue Beschreibung seiner Tage im und um’s Oval Office geliefert. Bolton erlebte einen Präsidenten, für den die Wiederwahl das einzige war, was zählte, auch wenn es bedeutete, die Nation zu gefährden oder zu schwächen.
Beim „Amtsenthebungsverfahren“ seien Fehler begangen worden, indem sich die Strafverfolgung nur auf die Ukraine konzentriert habe, da Trumps Fehlverhalten den gesamten Bereich seiner Außenpolitik betraf – von Bolton genau dokumentiert.
Bolton zeigt einen vom Chaos abhängigen Präsidenten, der Feinde umarmt und Freunde verschmäht und der eigenen Regierung gegenüber zutiefst misstrauisch ist.
Bolton sah einen Präsidenten, der dachte, Außenpolitik sei wie der Abschluss eines Immobiliengeschäfts – über persönliche Beziehungen, fürs Fernsehen gemacht und grundsätzlich zur Vertretung eigener Interessen. Infolgedessen verpassten die USA die Gelegenheit, sich ihren sich verschärfenden Bedrohungen zu stellen und in Fällen wie China, Russland, Iran und Nordkorea wurden sie immer verwundbarerer.
Boltons Bericht beginnt mit seinem langen Marsch zum Westflügel, zum Bewerbungsgespräch als Nationaler Sicherheitsberater. Sofort musste er sich mit Syriens chemischem Angriff auf die Stadt Douma auseinandersetzen und ab da hörten die Krisen nie auf. Von den Umwälzungen in Venezuela über die unberechenbaren und manipulativen Bewegungen von Nordkoreas Kim Jong Un bis zu den Showdowns auf den G7-Gipfeln, dem kalkulierten Kriegstreiben des Iran… nicht zuletzt die Beschwichtigung eines autoritären China, das die Welt letztendlich ihren tödlichen Lügen aussetzte.
Aber dieser erfahrene Beamte hat auch ein großes Auge für das Washingtoner Insider-Spiel, und seine Geschichte ist voller Witz und ironischem Humor darüber, wie er selbst es gespielt hat.
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