Kalenderblatt Freitag 6.8.21

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Zitat des Tages: „Die Menschen verlieren zuerst ihre Illusionen, dann ihre Zähne und ganz zuletzt ihre Laster.“ Hans Moser (1880-1964)

6.8.1945: „Little Boy“: Atombombe über Hiroshima

Im Sommer 1945 wird deutlich, dass Japan den Krieg im Pazifik nicht mehr gewinnen kann. Während die amerikanische Öffentlichkeit auf rasche Beendigung des Kriegs drängt, sind die japanischen Militärs bereit, bis zum letzten Atemzug zu kämpfen. Um diesen Prozess zu verkürzen, greift US-Präsident Truman zum letzten Mittel, der alles vernichtenden Waffe Atombombe. Am 6. August 1945 wird sie über Hiroshima zum ersten Mal gezündet.

Mehr Details:

In der 300.000-Einwohner-Stadt Hiroshima sahen einige Menschen auf dem Weg zur Arbeit einen kleinen Bomberverband anfliegen, von dem sich drei Fallschirme mit Messinstrumenten lösten. Da solche kleinen Verbände die Stadt häufig überflogen ohne Bomben abzuwerfen, schenkten die Bewohner den drei Flugzeugen keine große Aufmerksamkeit. Um 8.15 Uhr klinkte der Bordschütze des „Enola-Gay“-Bombers „Little Boy“ aus – die erste Atombombe im Kampfeinsatz. Der klare Himmel zeigte in den nächsten 43 Sekunden nichts als diese drei Fallschirme, danach war der Himmel über der Stadt auf einmal verschwunden.

Überlebende erzählten später, im ersten Augenblick nach der Explosion sei alles nur Licht gewesen: blendendes Licht von ungeheurer Stärke und Intensität. Dem gewaltigen Blitz folgte die Katastrophe auf dem Fuße. Die Druckwelle und die Hitze zerstörten auf einer Fläche mit einem Durchmesser von fünf Kilometern sämtliche Gebäude und Gegenstände. 90.000 Menschen wurden getötet und 37.000 verwundet. Durch die Hitze verdampften die Menschen, so dass die Schattenbilder ihrer Asche auf übrig gebliebenen Mauern zu erkennen waren. Noch in 10 km Entfernung wurden Bäume und Häuser durch die Hitzewelle in Brand gesetzt, selbst im Umkreis von 15 km zerbarsten Fensterscheiben. In den folgenden vier Wochen starben viele Menschen qualvoll an den Folgen der radioaktiven Strahlung, die durch die Bombe und ihre Abfallstoffe frei wurden. Jahrzehntelang erkrankten die Menschen in Japan an Krebs oder Leukämie als unmittelbare Auswirkung der radioaktiven Verseuchung. (Im Jahre 1976 starben immer noch 2.200 Überlebende der Katastrophe an den Folgen der beiden Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki.)

Um den Kriegsgegner Japan endgültig in die Knie zu zwingen, wurde drei Tage nach Hiroshima die zweite Atombombe über Nagasaki abgeworfen. Durch die Explosion und die Strahlenschäden sterben bis 1950 fast weitere 140.000 Menschen. Nur wenige Stunden vor dem zweiten Bombenabwurf hatte der japanische Kaiser Hirohito die Kapitulation beschlossen. Doch diese Entscheidung war in Washington nicht bekannt; erst nach Nagasaki wurde sie über Radio Tokio verkündet.

Die Nachkriegswelt wurde von „der Bombe“ entscheidend geprägt; nicht zuletzt durch ihr abschreckendes Potenzial blieb der „Kalte Krieg“ tatsächlich kalt.

 

Gedenktage:

1932: Venedig präsentiert sich zum ersten Mal mit einem internationalen Filmfestival. Beim Publikum und bei Kritikern kommen die Filmfestspiele so gut an, dass der Beschluss gefasst wird, die Veranstaltung im jährlichen Turnus durchzuführen. Deutschland ist mit dem Beitrag „Das Blaue Licht“ (von Leni Riefenstahl) vertreten; die Resonanz auf diesen Streifen ist gemischt.

1926: Von den „Swim Girl, Swim!“-Rufen ihres Vaters im Beiboot angefeuert, durchschwimmt die Amerikanerin Gertrude Ederle in einer Rekordzeit von 14 Stunden und 39 Minuten den Ärmelkanal. Mit dieser Zeit überbietet sie sogar die fünf Männer, die vor ihr die Meerenge bewältigt haben.

1922: Auch beim heutigen zweiten Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft in Leipzig zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Nürnberg gibt es keinen Gewinner. Das Spiel endet erneut mit einem Unentschieden trotz Verlängerung. Ein salomonisches Urteil des DFB gesteht den Titel dem HSV zu; der will den Fußballthron aber auf faire Weise besteigen und sagt „Nein danke“.

1890: New York: Zum ersten Mal kommt der „Elektrische Stuhl“ bei einem Todeskandidaten zum Einsatz. Auch andere US-Bundesstaaten wie Ohio und Massachusetts präferieren diese Vorrichtung, bei der die Verurteilten durch einen Starkstromstoß getötet werden.

1791: Für das Brandenburger Tor, das Wahrzeichen Berlins, das wie kein anderes Bauwerk Glanz und Glorie, aber auch den Fall preußisch-deutscher Geschichte aufzeigt, schlägt heute die Geburtsstunde. Das vom Architekten Carl Gotthard Langhans in drei Jahren erbaute Monument, das sich mit seinen zwölf dorischen Säulen ein wenig an griechische Architektur anlehnt, wird heute dem Verkehr übergeben.

 

Geburtstage:

1917: Robert Mitchum († 1.7.1997); US-amerikanischer Schauspieler, dem Kino- und Fernsehpublikum überwiegend als Westerndarsteller oder aus Kriegsfilmen ein Begriff. Bekannte Rollen spielte er in „Fluss ohne Wiederkehr“, „Der Längste Tag“ und in den 70ern als Privatdetektiv Philip Marlowe in „Fahr zur Hölle, Liebling“.

1881: Alexander Fleming, ab 1944 Sir († 11.3.1955); britischer Bakteriologe. Mit seinen Forschungen läutete er die Ära der Antibiotika ein und rettete unzähligen Menschen das Leben. Bereits Ende der 30er Jahre entdeckte er zufällig über einen Schimmelpilz die antibakterielle Wirkung des Penicillins, dafür wurden er und seine Mitstreiter Ernst B. Chain und Howard W. Florey 1945 mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet.

1880: Hans Moser († 19.6.1964); österreichischer Schauspieler, dem Publikum nicht zuletzt durch sein unnachahmliches Nuscheln in lebhafter Erinnerung geblieben. Darüber hinaus nörgelte sich der quirlige Wiener in seinen diversen Dienstmann- und Kellnerrollen durchs Filmgeschehen, etwa in Franz Antels „Hallo, Dienstmann“, „Die Drei von der Tankstelle“ und in „Ober, zahlen!“.

1789: Friedrich List († 30.11.1846); deutscher Volkswirtschaftler und Politiker. Er kämpfte für den Eisenbahnbau und verfasste die Theorie der produktiven Kräfte, nach der sich eine Nation gegen den Weltmarkt mit Zöllen schützen müsse. Sein Hauptwerk: ist „Das nationale System der politischen Ökonomie“ aus dem Jahr 1841.

1697: Karl VII. Albrecht († 20.1.1745); römisch-deutscher Kaiser (1742-45) und Kurfürst von Bayern. Der Wittelsbacher nutzte die Gunst der Stunde und provozierte nach dem Tod des Kaisers Karl VI. den österreichischen Erbfolgekrieg, der ihn zum ersten Herrscher seit 1438 machte, der nicht aus dem Hause Habsburg stammte.

Copyright Rosmarie Elsner

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