Kalenderblatt Montag 21.6.21

Kalenderblatt Montag, 21. Juni 2021

affe-0032.gif von 123gif.deZitat des Tages: „Wenn alles Geld und aller Grundbesitz auf der Welt gleichmäßig verteilt würde, sagen wir um 15.00 Uhr, dann gäbe es um 15.30 Uhr bereits merkliche Unterschiede in den finanziellen Verhältnissen der Empfänger.“ Paul Getty (1892-1976)

21.6.1948: Eine neue Währung für Deutschland

Nach der Währungsreform, der Verabschiedung des Gesetzes zur Neuordnung des deutschen Geldwesens vom 19. Juni, verliert ab heute die Reichsmark (RM) in den drei Westzonen ihre Gültigkeit. Neues Zahlungsmittel ist die Deutsche Mark (DM). Jeder Bürger erhält im 1:1-Tausch ein „Kopfgeld“ von 40 Mark. Was danach geschieht, grenzt beinahe an ein Wunder: Die bislang gähnend leeren Auslagen und Regale der Lebensmittelläden sind plötzlich vollgestopft mit Waren.

Mehr Details:

Der Zeitpunkt der Währungsreform war eines der best gehüteten Geheimnisse der Nachkriegszeit. Zwar ahnte jeder in Deutschland, dass eine Änderung bevorstand, aber wann und wie, das wusste außer den wenigen Eingeweihten niemand. Am Abend des 18. Juni erfuhr die Bevölkerung über Rundfunk, was am Tag danach fettgedruckt in den Extraausgaben der Zeitungen zu lesen war, dass ab Montag alles Altgeld – mit Ausnahme des Kleingeldes – außer Kraft treten würde. Bereits in den frühen Morgenstunden dieses regnerischen Montags standen die Menschen an den Schaltern der Lebensmittelkartenstellen Schlange, um sich das funkelnagelneue Geld, die D-Mark, abzuholen. Doch nicht jeder kam in dem Gedrängel bereits am ersten Tag zum Zug. Der Andrang, bei dem es auch zu Streitigkeiten, Raufereien und Ohnmachtsanfällen kam, war so groß, dass gut ein Drittel der Deutschen bei Schalterschluss um 20.00 Uhr wieder unverrichteter Dinge nach Hause gehen musste und erst einen Tag später in den Besitz der neuen Währung kam.

Was danach geschah, verblüffte die hungernde deutsche Bevölkerung mehr als alles andere. Quasi über Nacht barsten die Regale und Schaufenster der Lebensmittelgeschäfte vor Waren. Alles, was seit Ewigkeiten nicht mehr verfügbar war, wovon man allenfalls träumte – Butter, Fleisch, Geflügel, Eier, frisches Obst und Gemüse, Schokolade, Kochgeschirr, Kleidung, Werkzeug, Fahrradreifen – alles war auf einmal wieder im Überfluss verfügbar. Die Geschäftsinhaber hatten ihre Waren im Wissen, dass die müde Reichsmark keinen Deut mehr wert war, in ihren Kellern und Vorratslagern gestapelt und auf den Tag X gewartet. Für die ausgezehrten deutschen Bürger, die sich in diesen schweren Zeiten durch Schwarzmarkt- und so genannte Hamsterkäufe über Wasser gehalten hatten (das Durchschnittsgewicht der Bevölkerung lag in jenem Frühsommer 1948 bei 59 kg!), war diese plötzliche Fülle Freudenschock und Empörung zugleich.

Mit ein paar Tagen Verspätung, am 23.6., trat die Währungsreform dann auch für Groß-Berlin und die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) in Kraft. Neue Geldscheine gab’s jedoch nicht, lediglich Coupons, die auf die alten Reichsmarkscheine geklebt wurden. Dieses Verfahren brachte der neuen Währung dort die Bezeichnung „Klebemark“ oder „Tapetenmark“ ein.

Gedenktage:

1996: Mit der Billigung des neuen Ladenschlussgesetzes durch den Bundestag rückt Deutschland den Ladenöffnungszeiten im übrigen Europa etwas näher: Ab 1. November können die Läden unter der Woche bis 20.00 Uhr und am Samstag bis 16.00 Uhr geöffnet bleiben, Bäcker dürfen auch am Sonntag für drei Stunden ihre Brötchen verkaufen.

1978: In London feiert Andrew Lloyd Webbers Musical „Evita“ seine Premiere. Das Musical, das 1996 mit Antonio Banderas und Popstar Madonna in den Hauptrollen verfilmt wurde, erzählt das Leben der in Argentinien beliebten Präsidentengattin Maria Eva Duarte Péron, genannt Evita.

1966: In Düsseldorf wird heute der 19-jährige Metzgergeselle Jürgen Bartsch verhaftet. Der „Kirmesmörder“ wird beschuldigt, sich an vier Buben vergangen und sie anschließend bestialisch getötet zu haben. Sein letztes, in einem Stollen gefesseltes Opfer konnte sich befreien und den Täter überführen.

1960: Der deutsche Sprinter Armin Hary erreicht bei den Europameisterschaften in Zürich als Erster die Rekordmarke 10,0 sec im 100-m-Lauf; diese Leistung hatte er schon zwei Jahre zuvor in Friedrichshafen hingelegt, der Lauf wurde jedoch nicht anerkannt. Auch diesmal muss der Läufer zweimal rennen, bis der neue Weltrekord eindeutig feststeht: 100 m in 10,0 sec.

1791: Der französische König Ludwig XVI., mit seiner Familie auf der Flucht vor der Französischen Revolution, wird in Varennes in Lothringen festgenommen und nach Paris zurückgebracht. Dort werden er und seine Frau Marie Antoinette zwei Jahre später durch die Guillotine hingerichtet.

Geburtstage:

1953: Benazir Bhutto; pakistanische Politikerin († 27.12.2007). Die Tochter des 1979 hingerichteten früheren Regierungschefs Zulfikar Ali Bhutto und erste Frau an der Spitze eines islamischen Staates war 1988 bis 1990 sowie 1993 bis 1996 pakistanische Premierministerin. Ihre Amtszeit überschatteten Korruptionsvorwürfe sowie der fortwährende Konflikt mit Indien. Die pakistanische Oppositionsführerin fiel im Dezember 2007 einem tödlichen Anschlag zum Opfer.

1944: Ray Davies; britischer Musiker und gemeinsam mit Bruder Dave Mitglied der 60er-Jahre-Band „Kinks“. Etliche ihrer Songs führten in den 60er Jahren immer wieder die Hitparaden an, darunter „You Really Got Me“ und „Dedicated Follower Of Fashions“. Mitte der 70er tauchte die Band mit neuen Hits („Lola“) plötzlich wieder aus der Versenkung auf.

1935: Françoise Sagan, eigentlich F. Quoirez († 24.9.2004); französische Schriftstellerin. Ihr erster Roman „Bonjour Tristesse“ (1954) traf genau den Nerv ihrer Generation. Ein Hauch von Melancholie gepaart mit Erotik zieht sich wie ein roter Faden auch durch die weiteren Werke der in den 60ern zur Kultfigur avancierten Künstlerin: u.a. „Ein gewisses Lächeln“ und „Lieben Sie Brahms?“, 1961 mit Anthony Perkins verfilmt.

1905: Jean-Paul Sartre († 15.4.1980); französischer Philosoph und Schriftsteller. Freiheit und Liberalität gingen dem eigenwilligen Künstler über alles: sowohl in der Literatur als auch in der von ihm begründeten Theorie des Existenzialismus und natürlich in der Liebe, wie er in seiner Beziehung zur Schriftstellerin Simone de Beauvoir hinreichend bewies. Werke: „Die Ehrbare Dirne“ (1946) und „Die Fliegen“ (1943).

1891: Pier Luigi Nervi († 9.1.1979); italienischer Bauingenieur und Architekt. Bei seinen Bauten konzentrierte er sich auf weitgespannte Hallen- und Kuppelräume in Stahlbeton und verzichtete auf künstlerische Zutaten. Bekannteste Werke: UNESCO-Gebäude in Paris (1958) und Audienzhalle des Vatikans (1971).

Copyright Rosmarie Elsner

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