Kalenderblatt Dienstag 27.4.21

Kalenderblatt Dienstag, 27. April 2021^

Zitat des Tages: „Ein Millionär befürchtet immer, dass sein Vermögen kleiner wird. Ich befürchte, dass mein Unvermögen größer wird.“ Hans-Joachim Kulenkampff (1921-1998)

baelle-0001.gif von 123gif.de27.4.1991: Diego Maradona: Aufstieg und Fall eines Fußballidols

Aus für „Fußballgott“ Diego Armando Maradona! Der virtuose Kicker wird am 27. April 1991 in Buenos Aires wegen Kokainbesitzes verhaftet. Dem argentinischen Nationalhelden, der seit 1984 für Neapel spielt, droht in Italien nach einem Dopingtest ein 15-monatiges Berufsverbot, ein Verfahren wegen Drogenmissbrauchs und eine Entziehungskur. Maradona zieht die Flucht in die Heimat vor.

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In Argentinien ist sich der 31-Jährige der uneingeschränkten Sympathie seiner Anhänger sicher, während sein Ruhm in Italien immer mehr bröckelt. Die empörten argentinischen Fans glauben kein Wort von dem, was im März in Süditalien geschehen ist, sondern bezichtigen sogar die Camorra, bei der Zerstörung ihres Fußballidols die Finger im Spiel zu haben. Ein Regionalspiel seines Clubs SSC Napoli gegen Bari wurde dem Stürmer-Ass, seit der WM 1986 von vielen als größtes Fußballgenie aller Zeiten bezeichnet, zum Verhängnis. Nach dem Spiel ergab eine Dopinganalyse eindeutig Kokain im Urin des Weltmeisters. Zwar beteuerte „Die Hand Gottes“ inständig (den Beinamen erhielt der Argentinier wegen eines Treffers bei der WM, als er den Ball bewusst mit der Hand weiterführte), er habe die Droge während einer Party geschnupft und damit nicht das Spiel beeinflussen wollen. Dieses Geständnis nützt ihm aber herzlich wenig. Koks ist für die Sportfunktionäre und die Staatsanwaltschaft nun mal Koks und wird strafrechtlich verfolgt.

Nach Maradonas Flucht müssen seine Fans voller Ernüchterung miterleben, wie der den Märtyrer markierende Fußballspieler – bekannt für seine Exzesse und Frauenaffären – in Buenos Aires erneut wegen Kokainbesitzes beschuldigt und diesmal verhaftet wird.

1992 rappelt sich der Sportler noch einmal hoch und schließt einen Vertrag mit dem FC Sevilla. Weil er in Spanien nur wenige Lorbeeren erntet und im Juni 1993 sogar aus der Mannschaft fliegt, ist sein nächstes Ziel die Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Das WM-Spiel gegen Nigeria wird sein letzter großer internationaler Auftritt auf dem grünen Rasen: Maradona stolpert auch dort über Rauschgift und wird wegen Drogenmissbrauchs überführt. Unter nicht versiegendem Tränenfluss stammelt der kleinwüchsige, showerprobte Kicker „Man hat mir die Beine amputiert“, als man ihn vom WM-Turnier ausschließt.

In den Jahren danach verblasst der Stern des einstigen Idols immer mehr, wenngleich er ab und zu für neue Negativschlagzeilen sorgt: wenn er etwa, aufgedunsen und mit orange gefärbten Haaren, aggressiv auf Journalisten einprügelt oder eine seiner zahllosen Entziehungskuren antritt.

In der Zwischenzeit hat sich der mittlerweile 46-Jährige wieder gefangen und ein Trainer-Diplom erworben. Vom Argentinischen Fußball-Verband wurde er 2001 als „bester Spieler aller Zeiten“ geehrt. Dieser beschloss darüber hinaus, zum Gedenken an den brillanten Kicker und den einstigen „Volkshelden“ die Trikot-Nummer 10 nicht mehr zu vergeben.

Gedenktage:

1972: In Bonn scheitert der CDU-Politiker Rainer Barzel mit einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen die Bundesregierung. Obwohl die Oppositionsparteien eigentlich über die Mehrheit im Bundestag verfügen, wird Bundeskanzler Willy Brandt von den Abgeordneten mehrheitlich im Amt bestätigt.

1968: Über 100.000 US-Bürger gehen in New York auf die Straßen, um gegen den Vietnamkrieg und die Vietnampolitik von US-Präsident Lyndon B. Johnson zu demonstrieren.

1956: Der populäre amerikanische Boxer Rocco Francis Marchegiano, besser bekannt als „Rocky“ Marciano, Weltmeister im Schwergewicht ab 1952 und ungeschlagen in 49 Kämpfen, erklärt in New York seinen Rücktritt vom Boxsport. Der 32-Jährige will seine Gesundheit nicht weiter ruinieren. 13 Jahre später verunglückt er bei einem Flugzeugabsturz tödlich.

1865: In Ludwigshafen am Rhein legt Gründer Friedrich Engelhorn den Grundstein zum Chemiekonzern BASF (Badische Anilin- und Soda-Fabrik). Dass die „Chemie stimmt“, zeigt die Entwicklung des deutschen Großkonzerns im Industriezeitalter des 20./21. Jahrhunderts.

1521: Der portugiesische Seefahrer Magellan („Fernão de Magalhães“), der 1519 zur ersten Umsegelung der Welt aufgebrochen war, um damit endgültig nachzuweisen, dass die Erde rund ist, kann seinen Triumph in der Heimat nicht mehr feiern: Auf der Philippinen-Insel Mactan wird er heute in einen Kampf mit Eingeborenen verwickelt und kommt dabei ums Leben.

Geburtstage:

1921: Hans Joachim Kulenkampff († 14.8.1998); deutscher Fernsehmoderator. Quizmaster „Kuli“ machte die europäische Spielshow „Einer wird gewinnen“ zum krönenden TV-Highlight für die ganze Familie. Ähnlich wie heute bei „Wetten, dass..?“ fieberten die damaligen Zuschauer der Samstagabend-Show des charmanten Conferenciers entgegen.

1896: Wallace Hume Carothers († 29.4. 1937); US-amerikanischer Chemiker. Vor allem die Damenwelt ist ihm zu Dank verpflichtet: Der Harvard-Professor entwickelte nämlich 1932 für das Unternehmen DuPont die erste Synthetikfaser aus Polyamiden und nannte sie Nylon. Nagende Selbstzweifel, Depressionen und Alkoholabhängigkeit führten zu seinem Freitod.

1822: Ulysses Simpson Grant († 23.7.1885); US-amerikanischer General und Politiker. Im Sezessionskrieg errang er als Oberbefehlshaber den Sieg für die Nordstaaten und wurde später der 18. Präsident der Vereinigten Staaten (1869-77). Seine Amtszeit wurde von Wirtschaftskrisen und etlichen Korruptionsfällen überschattet.

1812: Friedrich Freiherr von Flotow († 24.1.1883); deutscher Komponist, der einem mecklenburgischen Rittergut entstammte. Der Hofintendant in Schwerin gilt als Vertreter der Spieloper des Biedermeier; mit den Kompositionen „Martha“, „Alessandro Stradella“ sowie Ballett- und Kammermusik schuf er sich in der Musikwelt einen bleibenden Ruf.

1791: Samuel Finley Breese Morse († 2.4.1872); US-amerikanischer Maler und Erfinder. Sein Name wurde durch seine Erfindung, das „Morsealphabet“ (1838), zum Inbegriff. Sechs Jahre zuvor hatte er bereits den ersten brauchbaren elektromagnetischen Schreibtelegrafen entwickelt. Als Maler schuf er vorwiegend Historien-, Landschaftsbilder und Porträts.

Copyright Rosmarie Elsner

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