Kalenderblatt Ostersonntag 4.4.21

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Zitat des Tages: „Blumen sind die Liebesgedanken der Natur.“ Bettina von Arnim (1785-1859)

4.4.1968: Attentat auf Martin Luther King

Bei einer Veranstaltung im Lorraine Motel in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee wird heute der farbige Bürgerrechtler Martin Luther King durch einen Gewehrschuss getötet. Der Tat dringend verdächtig ist der Weiße James Earl Ray, dessen Fingerabdrücke auf der Tatwaffe identifiziert werden. Auf Anraten seines Anwalts und um der Todesstrafe zu entgehen gesteht Ray die Tat, widerruft sein Geständnis aber bereits Tage später.

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Wie so häufig in der Weltgeschichte triumphiert auch an diesem Apriltag 1968 der Hass, genauer gesagt der Rassenhass. Schon mehrmals hatte der Bürgerrechtskämpfer, Doktor der Theologie und Baptistenprediger Martin Luther King, der mit den Mitteln der Gewaltlosigkeit unermüdlich für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung eintritt, Morddrohungen erhalten. Mit Entsetzen müssen seine Anhänger bei einer Veranstaltung in Memphis miterleben, wie ihr charismatischer Führer von einer Kugel tödlich getroffen auf dem Balkon eines Motels zusammenbricht.

Die Erfüllung seines Traums, für den der 40-jährige Friedensnobelpreisträger und Vater von vier Kindern jahrelang gekämpft hatte, durfte er nicht mehr erleben. Nur sechs Tage nach seiner Ermordung wird eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die eine Beendigung der Diskriminierung (unter anderem beim Verkauf von Häusern und bei der Vermietung von Wohnraum an Farbige) zum Inhalt hat.

Den Höhepunkt der schwarzen Bürgerrechtsbewegung unter der Führung Martin Luther Kings erlebten die Vereinigten Staaten am 28. August 1963. Über 200.000 Bürger demonstrierten beim denkwürdigen „Marsch auf Washington“ gegen die Rassendiskriminierung in den USA. Am Lincoln Memorial Monument endete der Protestmarsch mit einer friedlichen Schlusskundgebung und der beeindruckenden Rede des Predigers aus Atlanta über seine Vision von einer besseren Welt.

Die berühmte Rede (“ I Have A Dream“) veranlasste das „Time Magazine“ 1963, den Wortführer der gewaltlosen Rassenintegration zum „Mann des Jahres“ zu wählen. Ein Jahr später, im Dezember 1964, wurde Martin Luther King für seine Friedensbemühungen in Stockholm der Nobelpreis verliehen.

Die Umstände des Mordes an Dr. Martin Luther King konnten jedoch nie geklärt werden. Zwar wurde ein vermeintlicher Täter namens James Earl Ray festgenommen, der die Tat zunächst gestand, drei Tage später aber widerrief. Von der Schuld Rays, der ohne formellen Prozess zu 99 Jahren Haft verurteilt wurde und im April 1998 starb, ist jedoch nicht einmal die Familie des Ermordeten überzeugt. Inzwischen geht man davon aus, dass der Mord an dem Baptistenprediger nicht auf einen Einzeltäters zurückzuführen ist.

Gedenktage:

1979: In Rawalpindi wird der im Jahr zuvor durch einen Militärputsch gestürzte Ministerpräsident Pakistans Zulfikar Ali Bhutto hingerichtet. Neun Jahre später wird seine Tochter Benazir die Regierungsgeschäfte übernehmen.

1949: Vor dem Hintergrund des „Kalten Krieges“ schließen die USA, Kanada und die westeuropäischen Staaten Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark, Portugal, Norwegen, Island und die Beneluxstaaten in Washington das Verteidigungsbündnis NATO (North Atlantic Treaty Organization). Der Nordatlantikpakt garantiert jedem Mitglied im Falle eines Angriffs Unterstützung durch die Streitkräfte der Vertragspartner.

1928: Im ausverkauftem Berliner Sportpalast besiegt der Boxer Max Schmeling den bisherigen Titelträger Franz Diener. Nach einem Punktesieg über 15 Runden ist der aus der Uckermark stammende Sportler neuer deutscher Meister im Schwergewicht.

1892: Auf Initiative einiger Maler kommt es in der bayerischen Landeshauptstadt zur Gründung des Zirkels „Münchner Sezession“. Dem Künstlerkreis gehören unter anderem die Maler Max Liebermann, Franz von Stuck und Lovis Corinth an.

1558: Russlands Zar Iwan I. erteilt dem Stammvater der russischen Unternehmerfamilie Stroganoff, der sich durch Salzgewinnung und Pelztierjagd ein riesiges Vermögen erwarb, die Nutzungsrechte eines unerschlossenen Gebietes im Ural und in Sibirien, einschließlich der Gerichtsbarkeit.

Geburtstage:

1932: Anthony Perkins († 12.9.1992); US-amerikanischer Schauspieler. Der im wirklichen Leben scheue und zurückgezogen lebende Künstler verkörperte er auf der Leinwand überwiegend sensible („Lieben Sie Brahms?“) und neurotisch bis pathologische Charaktere, darunter den Mörder „Norman Bates“ im Hitchcock-Thriller „Psycho“.

1915: Muddy Waters, eigentlich Mc Kinley Morgenfield († 30.4.1983); US-amerikanischer Bluesmusiker. Mit seinem virtuosen Spiel auf der E-Gitarre wurde der farbige „King of Chicago Blues“ zum Vorbild vieler Rockmusiker. Einer seiner bekanntesten Fans ist Keith Richards von den Rolling Stones. (Song: „I Can’t Be Satiesfied“, 1948).

1898: Hans Klemm († 30.4.1961); deutscher Flugzeugkonstrukteur. Als Leiter der Entwicklungsabteilung der Daimler-Motoren-Gesellschaft schuf er 1918/19 mit dem Eindecker „L 15“ das erste Leichtflugzeug der Welt. Seine 1924 konstruierte „L 20“ gilt als Vater aller Kleinflugzeuge.

1785: Bettina von Arnim, eigentlich B. Brentano († 20.1.1859); deutsche Schriftstellerin. Ihr selbst bearbeiteter Briefwechsel mit Goethe („Goethes Korrespondenz mit einem Kinde“, 1835) zeugt von ihrer Verehrung für den großen deutschen Dichter. Erst nach dem Tode ihres Mannes Achim von Arnim publizierte die Mutter von sieben Kindern die Briefe mit Goethe, mit Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. und mit ihrem Bruder, dem Dichter Clemens Brentano.

186: Caracalla, eigentlich Bastianus und (ab 196) Marcus Aurelius Antonius († 8.4.217); römischer Kaiser (ab 211), dessen Name auch den Opernliebhabern ein Begriff ist: In den Ruinen der von ihm erbauten Caracalla-Thermen traten 1990 erstmals die „Drei Tenöre“, Placido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras, auf.

Copyright Rosmarie Elsner

 

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