Kalenderblatt Mitwoch 3.3.21

Kalenderblatt Mittwoch, 3. März 2021

Zitat des Tages: „Für manche Linken ist einer schon rechtsradikal, wenn er nur pünktlich zur Arbeit kommt.“ Heiner Geißler (1930)

3.3.1931: Sternenbannerlied zur US-Nationalhymne erhoben

Im März 1931 trifft der US-Kongress die Entscheidung, ein 1814 verfasstes Gedicht des amerikanischen Rechtsanwaltes Francis Scott Key zur Nationalhymne der Vereinigten Staaten zu erklären. Der 34-Jährige schrieb „The Star-Spangled Banner“ (das sternenbesäte Banner) aus Dankbarkeit nach einer überstandenen Bombardierung seiner Heimatstadt Baltimore.

Mehr Details:

Der Krieg gegen die Briten wütete immer noch, als der junge Rechtsanwalt Francis Scott Key auf ein englisches Kriegsschiff im Hafen von Baltimore gerufen wurde, wo er über die Freilassung eines amerikanischen Gefangenen, noch dazu seines Freundes Williams Beanes, verhandeln sollte. Von Bord des Schiffes verfolgte er die ganze Nacht den schweren Angriff der britischen Truppen auf das nahe Baltimore gelegene Fort McHenry. Nach der durchwachten Nacht war seine Erleichterung grenzenlos, als er am Morgen sah, dass die amerikanische Flagge (das Sternenbanner „Stars and Stripes“, in seiner heutigen Form mit 13 roten und weißen Streifen für die 13 Gründerstaaten und 50 weißen Sterne für die Bundesstaaten) noch immer wehte. Seiner Dankbarkeit verlieh der Patriot mit einem Gedicht Ausdruck, das unter dem Titel „Defense of Fort McHenry“ im September 1814 veröffentlicht wurde:

Hier die erste Strophe (im Original und in der deutschen Übersetzung):

The Star-Spangled Banner
Oh say! Can you see, by the dawns early light,
What so proudly we hail’d at the twilight’s last gleaming,
Whose broad stripes and bright stars, thro‘ the perilous fight,
O’er the ramparts we watch’d were so gallantly streaming?
And the rockets‘ red glare, the bombs bursting in air,
Gave proof thro‘ the night that our flag was still here.
Oh say, does that Star-spangled Banner yet wave
O’er the land of the free and the home of the brave?
 
Das Sternenbannerlied
O sag, kannst du seh’n bei der schwindenden Nacht,
Was wir freudig noch grüßten im Abendrotglanz,
Uns’re Streifen und Sterne, die während der Schlacht
Im Winde geflattert, doch hoch auf der Schanze?
Der Raketen Gesaus und der Bomben Gebraus,
Verkündet durch’s Dunkel, die Flagge hält aus!
O sag, weht das Banner im Morgenschein,
Noch über den Helden, im Lande der Frei’n?

Gedenktage:

1999: Ungeachtet internationaler Appelle wird im US-Bundesstaat Arizona der zum Tode verurteilte Deutsche Walter LaGrand in der Gaskammer hingerichtet. Eine Woche zuvor wurde im gleichen Gefängnis das Todesurteil an seinem Bruder Karl vollstreckt.

1924: Ende einer 600-jährigen Dynastie: Die Nationalversammlung der Türkei schafft das Kalifat ab und verweist den osmanischen Herrscher und alle Mitglieder seiner Familie des Landes.

1910: Die Medizinische Gesellschaft in Magdeburg berichtet, dass der vom Frankfurter Mediziner Paul Ehrlich entdeckte Wirkstoff Salvarsan erfolgreich zur Behandlung von Syphiliserkrankungen eingesetzt wird. Nach der klinischen Erprobungszeit wird Salvarsan vom Pharmaunternehmen Hoechst als Chemotherapeutikum vermarktet.

1903: Ein heute vom US-Kongress erlassenes Einwanderungsgesetz verwehrt künftig Geistesgestörten, Prostituierten, Verbrechern und anderen „zwielichtigen“ Personen die Immigration in die Vereinigten Staaten. Ferner sollen jährlich nicht mehr als 150.000 Einwanderer aufgenommen werden.

1875: Die Oper „Carmen“ des französischen Komponisten George Bizet erlebt in Paris ihre Uraufführung; Bizets Hauptwerk fällt aber beim französischen Publikum gnadenlos durch und findet erst nach seinem Tod die entsprechende Würdigung.

Geburtstage:

1977: Ronan Keating; irischer Sänger. Mit Softsongs schaffte der Sohn eines Pubbesitzers in nur wenigen Jahren den Aufstieg zum Superstar. 1993 gelang ihm als Leadsänger der Gruppe „Boyzone“ eine beispiellose Karriere; nicht minder erfolgreich ist er seit 1999 als Solist von Lovesongs, wie er mit „When You Say Nothing At All“ (aus dem Film „Notting Hill“) bewies.

1930: Heiner Geißler; deutscher CDU-Politiker, der nach 12 Jahren als Generalsekretär seiner Partei beim Richtungsstreit 1989 an Bundeskanzler Helmut Kohl scheiterte. Mit Beginn der CDU-Spendenaffäre (2001) wieder aus der Versenkung aufgetaucht, war er zeitweise wieder ein begehrter Interviewpartner.

1918: Fritz Thiedemann († 8.1.2000); deutscher Reitsportler. Zusammen mit seinem Pferd Meteor verhalf der gebürtige Holsteiner dem deutschen Reitsport nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu internationalem Ansehen. Bei den XV. Olympischen Spielen in Helsinki (1952) holte er für das deutsche Team eine Bronzemedaille in der Disziplin Dressurreiten.

1911: Jean Harlow, eigentlich Harlean Carpenter († 7.6.1937); US-amerikanische Schauspielerin. Das „Blonde Gift“ der 30er Jahre, das auf der Leinwand seine körperlichen Reize gerne zur Schau stellte, avancierte dadurch zum emanzipierten Sexsymbol ihrer Zeit (Film: „Sexbombe“.) Im Alter von nur 26 Jahren starb sie an einer Harnvergiftung.

1847: Alexander Graham Bell († 1.8.1922); US-amerikanischer Physiologe und Erfinder. Erst durch seine Weiterentwicklung wurde das Telefon (eine Erfindung des deutschen Lehrers Johann Philipp Reis), das nunmehr Sprache verständlich übertragen konnte, zum maßgeblichen Kommunikationsmittel des 20. Jahrhunderts.

Copyright Rosmarie Elsner

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