Kalenderblatt Montag 1.3.21

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Zitat des Tages: „Man muss im Leben für seine Erfahrungen bezahlen. Wenn man Glück hat, bekommt man Rabatt.“ Oskar Kokoschka (1886-1980)

1.3.1901: Im Schwebezustand über die Wupper

Ein völlig neues Verkehrsmittel zur Personenbeförderung, wie es auf der Welt bislang einzigartig ist, wird am 1. März 1901 in Elberfeld, einem späteren Stadtteil von Wuppertal, in Betrieb genommen. Nach dreijährigen Bauarbeiten ist es endlich soweit: Das erste, viereinhalb Kilometer lange Teilstück der Schwebebahn von Barmen nach Elberfeld wird dem Verkehr übergeben.

Mehr Details:

Bei der einschienigen Hängebahn, deren durchschnittliche Geschwindigkeit rund 30 Stundenkilometer beträgt, handelt es sich um eine einmalige technische Meisterleistung; schließlich verkehrt sie auf weiten Strecken in acht bis zwölf Metern Höhe über dem Flüsschen Wupper, das in einem engen Tal eingebettet ist. Die Waggons laufen an Drehgestellen mit zwei Rädern, die wiederum an nur einer Schiene hängen. Tragsystem und Stromschienen der zweispurigen Schwebebahn sind an Doppel-T-Stahlprofilträgern aufgehängt.

Die Idee zu dieser Weltneuheit, die auch optisch das Stadtbild von Wuppertal erfreulich prägt, stammte von dem 1895 verstorbenen Kölner Ingenieur Eugen Langen, der die Realisierung seines Werks leider nicht mehr erleben durfte. Dass es überhaupt zu dieser Konzeption kam, hatte ausschließlich finanzielle Gründe. Eine Kostenanalyse ergab, dass ein Streckenkilometer bei anderen Hochbahnen mit rund drei Millionen Mark veranschlagt werden muss, bei U-Bahnen liegen die Investitionen sogar zwischen fünf und zehn Millionen Mark. Diese Stadtbahn hingegen verschlingt pro Streckenkilometer nur 1,5 Mio. Mark. Bei 13,5 Kilometern Gesamtlänge (die Fertigstellung erfolgte 1903) bedeutet das also für die Stadtväter einen Betrag von etwa 20,25 Millionen Mark. Damit erweist sich das Beförderungsmittel für den Personennahverkehr als weitaus kostengünstiger als andere vergleichbare Systeme.

Die Bewohner der Stadtteile Barmen, Elberfeld und Vohwinkel nehmen ihre Schwebebahn vom ersten Tag an begeistert in Beschlag: Am Eröffnungstag benutzten bereits über 10.000 Fahrgäste das neue Verkehrsmittel.

Zwar sagt man der Aufhängekonstruktion nach, sie sei die sicherste der Welt und eine Entgleisung sei so gut wie ausgeschlossen. Dennoch kam es im April 1999 zu einem tragischen Unglück, bei dem zwei Tote zu beklagen waren und über 50 Passagiere verletzt wurden. Ein vollbesetzter Wagen stürzte am frühen Morgen aus rund acht Metern Höhe über dem Stadtteil Wuppertal-Elberfeld in den Fluss, der an dieser Stelle nur einen Meter tief ist.

Gedenktage:

1988: Nordrhein-Westfalen gibt als erstes Bundesland die umstrittene Ersatzdroge „Methadon“ an Heroinabhängige aus. In den benachbarten Niederlanden wird das synthetische Morphiumderivat bereits seit längerem Rauschgiftopfern verschrieben.

1978: Nie war er so niedrig wie heute! Die Rede ist vom US-Dollar, der erstmals unter die Zwei-Mark-Grenze sackt und an der Frankfurter Börse mit 1,992 Mark notiert wird.

1952: Die von der britischen Royal Air Force nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs als Übungsobjekt für Bombenabwürfe benützte Insel Helgoland wird wieder unter deutsche Verwaltung gestellt. Bevor jedoch die 1945 evakuierten Inselbewohner zurückkehren können, sind umfangreiche Aufräumarbeiten angesagt.

1946: Obwohl Konrad Adenauer noch kein offizielles Parteimitglied ist, legt er ein Parteiprogramm vor und wird in Neheim-Hüsten zum Vorsitzenden der CDU in der britischen Zone ernannt. Sein offizieller Beitritt zur CDU erfolgt erst drei Monate später.

1926: In Deutschland wird die Reichsrundfunk GmbH gegründet, unter deren Dach die bisherigen Programmgesellschaften zusammengeschlossen sind. Dominiert wird die Gesellschaft weitgehend von der Reichspost.

1815: Der auf die Mittelmeerinsel Elba verbannte Imperator Napoleon kehrt auf das französische Festland zurück. Mit rund tausend Getreuen landet er in Cap d’Antibes und marschiert über die schneebedeckten Alpen in Richtung Paris. Noch ist ungewiss, wie das Volk den aus der Verbannung Zurückgekehrten empfangen wird.

Geburtstage:

1927: Harry Belafonte; US-amerikanischer Sänger und Schauspieler mit einer Stimme aus Samt und Seide. Mit Hits wie „Island In The Sun“ oder „Banana Boat“ erlangte er weltweite Popularität, die er auch gezielt gegen die Rassendiskriminierung einsetzt. Für sein politisch-soziales Engagement wurde er 1982 mit dem Martin-Luther-King-Friedenspreis ausgezeichnet.

1922: Yitzhak Rabin († 4.11.1995); israelischer Politiker und Militär. Für seine Friedensbemühungen mit Palästina und Jordanien wurde er 1994 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Der Staatsmann wurde nach einer Friedenskundgebung von einem rechtsradikalen jüdischen Studenten ermordet; die Trauerrede, die seine Enkelin Yitzhak Noa Ben-Artzi hielt, berührte die ganze Welt.

1904: Glenn Miller († 16.12.1944); US-amerikanischer Musiker und Big-Band-Boss. Der Jazzposaunist, der dem Swing weltweit zum Durchbruch verhalf, schrieb Evergreens wie „In The Mood“ und „Chattanooga Choo Choo“. Der Bandleader, der unter extremer Flugangst litt, kam ausgerechnet bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

1886: Oskar Kokoschka († 22.2.1980); österreichischer Maler, Schriftsteller („Orpheus und Eurydike“) und einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus. Im Zentrum seiner Hauptwerke, zum Beispiel des berühmten Gemäldes „Die Windsbraut“, steht die psychologische Deutung des Seins. In diesem Bild verarbeitete Kokoschka auch die Trennung von Alma Mahler, der Witwe des Komponisten Gustav M., mit der ihn kurzzeitig eine heftige Liebesbeziehung verband.

1858: Georg Simmel († 26.9.1918); deutscher Philosoph und Soziologe. Der in Berlin lehrende Moral-Wissenschaftler, der als Begründer der formalen Soziologie gilt, entwarf eine dialektische Lebensmetaphysik. (Bekannte Werke sind „Die Philosophie des Geldes“ und „Lebensanschauung“).

Copyright Rosmarie Elsner

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