Kalenderblatt Samstag 27.2.21

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Zitat des Tages: „Vielleicht verdirbt Geld tatsächlich den Charakter. Auf keinen Fall aber macht Mangel an Geld ihn besser.“ John Steinbeck (1902-1968)

27.2.1933: Flammendes Inferno: Der Reichstag brennt

Drei Wochen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten werden in der Nacht zum 28. Februar große Teile des Berliner Reichstagsgebäudes durch ein Großfeuer zerstört. Polizeiliche Untersuchungen am Tatort ergeben Brandstiftung. Als mutmaßlicher Täter wird der niederländischer Kommunist Marinus van der Lubbe verhaftet, der für dieses Vergehen im Dezember 1933 zum Tode verurteilt wird.

Mehr Details:

Die Alleintäterschaft van der Lubbes, der in der kommunistischen Szene ein relativ unbeschriebenes Blatt war, galt später als umstritten, wie überhaupt die ganzen Beweg- und Hintergründe der Brandstiftung im Dunkeln blieben. Auch die auf der Hand liegende Vermutung, dass NSDAP-Mitglieder das Feuer selbst gelegt hätten, konnte nie eindeutig bewiesen werden. Weitere Verdächtigte aus den Reihen der KPD, die im Reichstagsbrand-Prozess vor Gericht standen, wie der Fraktionsvorsitzende Ernst Torgler oder der bulgarische KP-Führer Georgi Dimitrow (der spätere Ministerpräsident von Bulgarien), wurden vom Verdacht der Brandstiftung freigesprochen.

Die Nationalsozialisten waren jedenfalls felsenfest davon überzeugt, dass beim Brand die Kommunisten ihre Finger im Spiel hatten. Reichsminister Hermann Göring, der als einer der ersten am Tatort eintraf, schürte diese Behauptung kräftig. Auch dem „Führer“ kam der Reichstagsbrand nicht ungelegen, beziehungsweise er nutzte ihn geschickt für seine Zwecke. Der Vorfall lieferte ihm einen triftigen Grund für die einen Tag später erlassene „Notverordnung des Reichspräsidenten“, angeblich um kommunistische Gewalttaten abzuwehren.

Während Adolf Hitler und die Seinen einen kommunistisch verübten Sabotageakt an den Haaren herbeizogen, konnten die herbeigeeilten Löschzüge das zwischen 1884 und 1894 erbaute, traditionsreiche Gebäude nicht mehr retten. Insbesondere der Mittelteil mit Sitzungssaal und Tribünen wurde fast vollständig ein Opfer des Flammenmeers. Obwohl ein umfangreiches Polizeiaufgebot am kommenden Tag pausenlos im Einsatz war und den neben den bereits festgenommenen vermeintlichen Tätern weitere 130 verdächtige Personen verhaftete, kam die Wahrheit über den Reichstagsbrand nie ans Tageslicht. Bestraft wurden letztendlich alle deutschen Bürger, deren Rechte in der neuen Verordnung weiter beschnitten wurden. Auf Vergehen wie Brandstiftung und Sprengstoffanschläge stand fortan die Todesstrafe.

Gedenktage:

1992: Im US-Bundesstaat Florida nehmen Polizisten den wegen Prostituiertenmordes gesuchten Grazer Jack Unterweger fest. Der nach Österreich ausgelieferte und zu lebenslanger Haft Verurteilte erhängt sich zwei Jahre später in seiner Gefängniszelle.

1975: Der Berliner Vorsitzende der CDU und Spitzenkandidat der bevorstehenden Wahlen des Abgeordnetenhauses, Peter Lorenz, wird auf dem Weg zu seinem Büro von einem Terrorkommando entführt. Im Austausch für den Politiker fordern die Kidnapper der „Bewegung 2. Juni“ die Freilassung sechs inhaftierter Terroristen.

1909: Einen Tag, nachdem die k.u.k.-Monarchie in Wien die Annektierung von Bosnien und der Herzegowina beschlossen hat, fordert Serbiens Ministerpräsident Novakovic in einem großserbischen Programm die Rückgabe der beiden, vormals zum Osmanischen Reich gehörenden Länder.

1878: An Baltimores John Hopkins Universität entdeckt der Wissenschaftler Constantin Fahlberg den synthetischen Süssstoff Saccharin. Dieser besitzt die bis zu 500-fache Süsskraft des Naturprodukts Rohrzucker und kann als Zuckerersatz bei Diabetes eingesetzt werden.

1594: Der zum katholischen Glauben übergetretene calvinistische Hugenottenführer, Heinrich König von Navarra, bei dessen Vermählung mit Margarete von Valois (1572) es zur berüchtigten „Bartholomäusnacht“ kam, wird in Chartres als Heinrich IV. zum König der Franzosen gekrönt.

Geburtstage:

1955: Reinhard Fendrich; österreichischer Liedermacher und ehemaliger „Herzblatt“-Moderator. Der charmante Sänger beglückt seine Fans mit witzigen Songs („Strada del Sole“, „Es lebe der Sport“) im Wiener Dialekt, hat aber auch etliche romantische Lovesongs („Weilst a Herz hast wie a Bergwerk“) in seinem Repertoire.

1947: Gidon Kremer; russisch-lettischer Musiker. Der größte Geiger der Gegenwart im Bereich der zeitgenössischen Musik, ein Schüler David Oistrachs, begann seine künstlerische Laufbahn 1970 in Moskau. 1980 übersiedelte er nach Deutschland, der Heimat seiner Eltern, und debütierte anschließend bei den Wiener Symphonikern.

1932: Elizabeth „Liz“ Taylor; US-amerikanische Schauspielerin. Die Filmdiva sorgte nicht nur mit ihren Rollen, sondern auch mit ihrer Heiratsfreudigkeit, Exzessen in der zweifach geschiedenen Ehe mit Richard Burton und permanenten Schlankheitskuren für Aufsehen. Zwei Oscars krönten ihre Karriere („Butterfield 8“ und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“).

1902: John Steinbeck († 20.12.1968); US-amerikanischer Schriftsteller, der noch heute zu den meist gelesenen Autoren zählt. Viele seiner Romane und Novellen, die alle ihren Ursprung in Steinbecks Heimat Kalifornien haben, fanden ihren Weg auf die Kinoleinwand, darunter „Jenseits von Eden“ und das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Werk „Die Früchte des Zorns“.

1873: Enrico Caruso († 2.8.1921); italienischer Operntenor. Der begnadete Musiker mit der perfekt ausgebildeten Stimme feierte zunächst an der Mailänder Scala Triumphe. Ab 1904 arbeitete der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Neapolitaner ,der auch über ein großes schauspielerisches Talent verfügte, überwiegend in den USA.

Copyright Rosmarie Elsner

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