Kalenderblatt Montag 25.1.21

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affe-0032.gif von 123gif.deZitat des Tages: „Wenn Karrieren schwindelnde Höhen erreichen, ist der Schwindel häufig nicht mehr nachzuweisen.“ Werner Schneyder (1937)

25.1.1963: Mein Name ist Bond: James Bond

Mit „James Bond – 007 jagt Dr. No“, wie der deutsche Verleihtitel lautete, wurde im Januar 1963 ein Superagent zum Leben erweckt, der zur prominentesten Figur der Kinogeschichte werden sollte. Sean Connery avancierte durch die Rolle des „James Bond“ vom Nobody zum Weltstar. „Dr. No“ ist der tricktechnisch zurückhaltendste aller Bond-Filme. Action-Highlight ist eine Autoverfolgungsjagd, wie sie in späteren 007-Abenteuern zum Agenten-Alltag gehört.

Mehr Details:

Mit einem Budget von einer Million Dollar konnten Regisseur Terence Young und das Produzententeam Albert R. Broccoli und Harry Saltzman keine großen Sprünge machen. Während der Dreharbeiten, die im Januar 1962 begannen, gab es viele Probleme; vor allem das Wetter auf Jamaika wollte nicht mitspielen, und so landete nicht einmal die Hälfte der geplanten Aufnahmen „im Kasten“. Wie sich Peter Hunt, der Cutter des Films erinnert, machte das aber niemandem allzu großes Kopfzerbrechen, da der Streifen lediglich ein weiterer billiger Agentenfilm zu werden versprach. Erst nachdem der Endschnitt unter Dach und Fach war, stellten alle Beteiligten fest, was für ein amüsanter Film doch daraus geworden war. Aus der Notwendigkeit zur Improvisation entstand ein neuer, ganz eigener Typ im Genre Agentenfilm.

Sean Connery war 1962 als Schauspieler noch ein unbeschriebenes Blatt. Zuerst weigerte er sich für Bond vorzusprechen, aber dank seiner „katzenhaften Koketterie“ wurde ihm die Rolle regelrecht angetragen. Souverän in den abstrusesten Gefahrensituationen und mit weltmännischem Charme gesegnet, setzte Connery Maßstäbe in der Darstellung des „Sunnyboys“ seiner Majestät, die keiner seiner Nachfolger – selbst der derzeit amtierende Pierce Brosnan nicht – auch nur annähernd erreicht hat. Der Romanautor und ehemalige britische Geheimdienstmitarbeiter Ian Fleming war mit der Wahl zunächst nicht glücklich, er hätte lieber David Niven in der Rolle gesehen. Fleming änderte seine Meinung, als er Connery in „Dr. No“ gesehen hatte und verpasste daraufhin der Romanfigur sogar eine schottische Herkunft.

Das Muster aller Bond-Handlungen mündet darin, dass ein egomanischer Schurke im Besitz einer Superwaffe den Planeten Erde zu vernichten droht. Agent 007 soll ihn stoppen, muss zu diesem Zweck exotische Schauplätze aufsuchen und allerlei riskante (und auch erotische) Abenteuer durchstehen. Die Tatsache, dass Bond in dem Erstlingswerk einen kaltblütigen Killer spielt, kam beim Publikum weniger gut an; seine Aufträge wurden in späteren Filmen entsprechend geändert. Es gab eine Reihe Merkmale in „Dr. No“, die zum Markenzeichen der Reihe werden sollten: das musikalische Titelthema, die Eröffnungssequenz durch den Pistolenlauf und natürlich das Bond-Girl (in „Dr. No“ gespielt von der Schweizerin Ursula Andress) – ganz zu schweigen vom trockenen Martini, den der Held in allen Folgen immer noch am liebsten „geschüttelt und nicht gerührt“ zu sich nimmt.

Zum ersten (und bestimmt nicht zum letzten) Mal hörte das Publikum in „Dr. No“ die beinahe legendären Worte: „Mein Name ist Bond: James Bond.“

Gedenktage:

1981: Im Prozess gegen die „Viererbande“, die Wortführer des ultralinken Flügels der Kommunistischen Partei (KP) Chinas, werden die Urteile gesprochen. Über die Witwe des 1976 verstorbenen Mao Zedong wird die Todesstrafe verhängt, die zwei Jahre später in eine lebenslange Haft gemildert wird.

1980: Der Regensburger Rennfahrer Walter Röhrl und sein Beifahrer Christian Geistdörfer gewinnen die 48. Rallye Monte Carlo: Dies ist der erste deutsche Sieg seit 20 Jahren. Zwei Jahre später triumphieren die beiden Fahrer auch bei der 50. Jubiläumsrallye.

1949: Als Reaktion auf den „Marshallplan“ wird in Moskau von Vertretern der UdSSR, Bulgarien, Polen, Rumänien, Ungarn und der Tschechoslowakei der COMECON (Council for Mutual Economic Assistance) gegründet. Ein Jahr später treten Albanien und die DDR dem Bund für gegenseitige Wirtschaftshilfe bei.

1924: Ohne deutsche Beteiligung werden im französischen Wintersportort Chamonix die ersten Olympischen Winterspiele aus der Taufe gehoben. Von den insgesamt 300 teilnehmenden Sportler aus 16 Nationen sind gerade mal 13 weiblichen Geschlechts.

1858: Englands Prinzessin Viktoria gibt dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (der spätere Kaiser Friedrich III.) ihr Jawort. Nach dessen Tod nennt sich die Regentin „Kaiserin Friedrich“. Preußischen Traditionen, auch ihrem eigenen Sohn (Kaiser Wilhelm II.), steht die resolute Herrscherin ausgesprochen kritisch gegenüber.

1774: Geburtsstunde des Hotels: In Londons „Covent Garden“ eröffnet der Friseur David Low das erste Hotel, das seinen Namen zu Recht trägt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten London-Reisende nämlich nur in anspruchslosen Unterkünften oder spärlich möblierten Behausungen unterkommen.

Geburtstage:

1943: Dagmar Berghoff; deutsche TV-Moderatorin, die dem Fernsehpublikum aus ihrer 23-jährigen Präsenz als Chefsprecherin der „Tagesschau“ bekannt ist und die erste Frau an der Spitze eines ARD-Sprecherteams war. Nach der letzten Sendung am Silvesterabend 1999 verabschiedete sich die beliebte „Miss Tagesschau“ von den Zuschauern.

1943: Roy Black, eigentlich Gerd Höllerich († 9.10.1991); deutscher Sänger. Seine Spezialität waren deutschsprachige romantische Schlager („Ganz in Weiß“, „Du bist nicht allein“) und die Mitwirkung in seichten Filmen und Fernsehserien, u.a. „Ein Schloss am Wörthersee“. Der Schlagerstar aus Augsburg erlag mit nur 48 Jahren einem Herzleiden.

1937: Werner Schneyder; österreichischer Kabarettist, Journalist, Drehbuchautor und TV-Sportmoderator. Der promovierte Dr. phil. zählt zu den Multitalenten der deutschen Kulturszene. Bei Auftritten der Münchner Lach- und Schießgesellschaft ist er genauso „fit“ wie bei der Moderation aus dem Boxring.

1882: Virginia Woolf († 28.3.1941); englische Erzählerin und Essayistin, die als Mitbegründerin der modernen Frauenliteratur gilt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Leonard gründete sie den Verlag „Hogarth Press“ und veranstaltete in ihrem Haus in Bloomsbury literarische Zirkel (Werke: „Mrs. Dalloway“, „Orlando“).

1874: William Somerset Maugham († 16.12.1965); englischer Schriftsteller und Autor von Romanen, Kurzgeschichten und geistreichen Bühnenstücken. Viele seiner zahlreichen Werke sind in deutscher Sprache erschienen, unter anderem „Der Besessene“ (1919) und der Südsee-Roman „Ein Stück Weges“ (1949).

Copyright Rosmarie Elsner

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