Kalenderblatt Freitag 25.9.20

Kalenderblatt Freitag, 25. September 2020

Zitat des Tages: „Das eigene Vaterland lieben kann nur einer, der auch die Vaterländer der anderen liebt.“ Alessandro Pertini (1896-1990)

tennis-0047.gif von 123gif.de25.9.1938: Grand Slam: Aller guten Dinge sind vier

Mit dem Amerikaner Donald Budge glückt heute zum ersten Mal einem Tennisspieler der „Grand Slam“, bei dem innerhalb eines Kalenderjahres die vier wichtigsten Turniere – in Frankreich, England, Australien und in den USA – gewonnen werden müssen. „Slam“ bedeutet soviel wie Knall, und dieser „große Knaller“ gelingt dem 22-Jährigen mit dem Sieg bei den US-Meisterschaften in Forest Hills über seinen Doppel-Partner Gene Mako.

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Viel ist bis zu jenem Sonntag im September in der Tenniswelt über den „Grand Slam“ geredet worden, bis er erstmals von Donald Budge in die Tat umgesetzt wurde. Dass es noch immer ein Kunststück ist, die vier bedeutendsten Tennisturniere der Welt – die Australian Open in Melbourne, die All England Championships in Wimbledon, die French Open in Paris und die US-Open in Flushing Meadows bei New York – zu gewinnen, zeigt ein Blick auf die Liste der Grand-Slam-Sieger. Danach sind „Vier auf einen Schlag“ ebenso selten wie ein Sechser im Lotto.

Neben dem Kalifornier Donald Budge brachte dieses Bravourstück zweimal der Australier Rod Laver (1962 und 1969) fertig, gefolgt von drei Tennisdamen, der Amerikanerin Maureen Conolly (1953), der Australierin Margaret Smith-Court (1970) und schließlich der 19-jährigen Steffi Graf im September 1988. In Flushing Meadows besiegte die Brühlerin ihre argentinische Kontrahentin Gabriela Sabatini mit 6:3, 3:6 und 6:1 und avancierte zur jüngsten Grand-Slam-Gewinnerin aller Zeiten.

Zurück ins Jahr 1938, als der schlaksige sommersprossige Sunnyboy aus Oakland in Forest Hills im Herren-Einzel gegen seinen Landsmann Gene Mako antrat. Dass der Amateur, der nach dem Grand-Slam-Sieg ins Profilager wechselte, überhaupt auf dem Spielfeld steht, ist der Verdienst seines tennisbegeisterten Bruders Lloyd. Donald interessierte sich nämlich lange Zeit mehr für Baseball, Basketball und europäischen Fußball als für den „weißen Sport“. Lloyd, Spieler im Team der University von California, animierte den jüngeren Don und wurde von diesem ein paar Jahre später prompt überflügelt. Ab 1937 machte Donald eine sprichwörtliche „Blitzkarriere“, wurde US-Juniorenmeister, kam zum Davis-Cup-Team, gewann die US-Open und das Wimbledon-Turnier. Der Grand Slam im Herbst 1938 ist die Krönung seiner sportlichen Laufbahn.

Der deutsche Tennisbaron Gottfried von Cramm, der 1937 gegen Budge im Davis Cup antrat, sagte über diese Begegnung, dass es das „absolut schönste Spiel“ seines Lebens gewesen sei. Sowohl dem Deutschen als auch der US-Tennislegende wurde ein Autounfall zum Verhängnis: Von Cramm verunglückte 1976 in Ägypten tödlich; der 84-jährige Donald Budge starb im Januar 2000 an den Folgen eines Verkehrsunfalls, bei dem er mit seinem Auto gegen einen Baum geprallt war.

Gedenktage:

1991: 55 Jahre nach dem Südstaaten-Bestseller „Vom Winde verweht“ kommt die Fortsetzung der seinerzeit von US-Schriftstellerin Margaret Mitchell verfassten Love Story auf den Buchmarkt. „Scarlett“, ein Auftragswerk der Autorin Alexandra Ripley, verkauft sich gleich nach dem Erscheinen millionenfach.

1987: Eine Woche nachdem Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Uwe Barschel auf einer Pressekonferenz mit einem Ehrenwort die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, er habe den SPD-Spitzenkandidat Björn Engholm bespitzeln lassen, von sich gewiesen hat, holt ihn die Affäre „Watergate in Kiel“ ein: Er übernimmt die politische Verantwortung und gibt seinen Rücktritt bekannt.

1956: Heute wird das erste transatlantische See-Telefonkabel, das die Bezeichnung TAT-1 trägt, zwischen Oban in Schottland und Clarenville in Neufundland in Betrieb genommen. Dieser Triumph der Technik, der Telefongespräche über den Atlantik möglich macht, ist 3.600 km lang und wurde in bis zu 4.000 m Tiefe unter dem Meeresspiegel verlegt.

1555: In Augsburg wird der „Religionsfrieden“ geschlossen. Dem von Kaiser Karl V. und den Reichsständen unterzeichneten Friedensschluss waren jahrzehntelange erbitterte Glaubenskonflikte zwischen den Territorialfürsten und den protestantischen Untertanen vorangegangen.

1493: Der Genueser Cristóbal Colón, besser bekannt unter dem Namen „Kolumbus“, und sein Bruder Diego treten mit 17 Schiffen und 1.400 Mann Gefolgschaft die zweite Reise in die Neue Welt an. An Bord befinden sich auch Handwerker, Bauern und Geistliche. Letztere sollen im Auftrag der spanischen Königin Isabella für gute Beziehungen zwischen Spaniern und den einheimischen Indios sorgen.

Geburtstage:

1969: Catherine Zeta-Jones, britisch-amerikanische Schauspielerin und seit November 2000 Ehefrau von Michael Douglas, den sie bei den Filmfestspielen in Cannes kennen lernte und der am gleichen Tag Geburtstag hat. Bereits im Alter von elf Jahren stand sie auf der Bühne, u.a. in diversen Musicals. Starregisseur Steven Spielberg holte die Schöne für seinen Film „Die Maske des Zorro“ vor die Kamera.

1944: Michael Douglas; US-amerikanischer Schauspieler, der wie sein berühmter Vater Kirk D. sein Glück bei Film und Fernsehen suchte. Nach ersten Lorbeeren als Polizeiinspektor in der TV-Krimireihe „Die Straßen von San Francisco“ kletterte er auch beim Film im Eiltempo die Erfolgsleiter hoch („Eine verhängnisvolle Affäre“, „A Chorus Line“). Die Rolle in „Wall Street“ brachte ihm 1988 schließlich den Oscar als bester Hauptdarsteller.

1932: Glenn Gould († 4.19.1982); kanadischer Musiker. Seit er im Alter von 13 Jahren sein erstes öffentliches Konzert als Klaviersolist gab, wurde er in der Musikwelt als Genie betrachtet. Der als menschenscheu geltende Pianist wurde durch seine Goldberg-Variationen bekannt, verwirrte das Publikum durch seine exzentrischen Auftritte und zog sich im Alter von 32 Jahren aus dem Bühnengeschehen zurück.

1897: William Faulkner († 6.7.1962); US-amerikanischer Schriftsteller und einer der bekanntesten Vertreter der modernen US-Literatur. Die vielschichtigen Werke des Nobelpreisträgers von 1949, darunter sein Debütroman „Schall und Wahn“ (1929) sowie „Das Haus“ (1959), sind von der Rassenproblematik der Südstaaten und den persönlichen Kriegserlebnissen des Autors geprägt.

1896: Alessandro (Sandro) Pertini († 24.2.1990); italienischer Politiker. Im hohen Alter von 82 Jahren wurde der Jurist, ehemalige Widerstandskämpfer und Präsident der Abgeordnetenkammer zum Staatspräsidenten Italiens gewählt – ein Amt, das er bis zu seinem 89. Lebensjahr ausübte.

Copyright Rosmarie Elsner

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