Kalenderblatt Dienstag 22.9.20

Kalenderblatt Dienstag, 22. September 2020

Zitat des Tages: „Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“ Otto Fürst von Bismarck (1815-1898)

22.9.1844: Erste Ruderregatta auf deutschen Gewässern

rudern-0001.gif von 123gif.deTausende von Zuschauern, die sich am Alsterufer in Hamburg eingefunden haben, werden am Mittag des 22. September 1844 Augenzeugen der ersten, auf deutschen Gewässern ausgetragenen Ruderregatta. Zum Erstaunen und zur Freude des Publikums muss der Gegner, der favorisierte English Rowing Club, im Wettstreit mit den hanseatischen Herausforderern eine böse Niederlage einstecken.

Mehr Details:

Einen Ruderclub nach englischem Vorbild gibt es in der Hansestadt bereits seit 1836, denn vieles, was von der Grünen Insel kommt, Pferderennen oder noble Kutschen, gilt man im Norden Deutschlands als schick. Vereinsgründer Alfred Godefroy, der seine Lehrzeit in England absolviert hatte, hatte häufig Ruderer in Oxford, Cambridge und an der Themse in London gesehen und daraufhin beschloss, diesen Sport auch in seiner Heimat publik zu machen. Ein gebrauchtes Sechser-Boot brachte er von dort mit, eine Mannschaft war rasch aufgestellt, und der „Hamburger Ruderclub“ damit aus der Taufe gehoben. Als nächsten Schritt schlug der einer angesehenen Hamburger Patrizierfamilie entstammende Godefroy vor, mit den Briten um die Wette zu rudern. Nach den diversen Vorbereitungen – dazu gehörten auch von Spaziergängern mit Erstaunen verfolgte Trockenübungen an der Binnenalster – wurde noch im Juli das erste Match gegen den English Rowing Club bestritten. Gewonnen wurde es, wie auch der Wettstreit am 2. November auf der Außenalster, von den im Rudersport weit überlegeneren Engländern.

Acht Jahre später, im September 1844 gehört man, was den Rudersport in Hamburg anbelangt, gewissermaßen schon zu den „alten Hasen“. Die Idee, die Briten zu einer Alster-Regatta herauszufordern, stammt natürlich auch von Godefroy, dem Vorsitzenden des Hamburger Ruderclubs. In einem Rundschreiben an die Mitglieder lässt er verlautbaren: „Es ist das erste Mal, dass Hamburg ein solch nobler Anblick geboten wird. Lassen Sie uns daher Sorge tragen, dass das Unternehmen in jeder Hinsicht gelingt und Sinn für solch männliche Übungen geweckt wird.“ Für die von langer Hand vorbereitete erste Ruderregatta werden am Fährhaus Uhlenhorst Tribünen errichtet, Tausende von Hamburger Bürgern, die sich den Preis für einen Sitzplatz (1 Louisdor, das entsprach etwa 16 Mark bzw. 8 Euro) nicht leisten können, säumen die beflaggten Ufer der Alster. Um 13.06 Uhr ertönt dann endlich der Startschuss zu der Regatta zwischen den beiden rivalisierenden Clubs. Alfred Godefroy fiebert dem Ausgang des Rennens besonders entgegen, schließlich sitzt sein eigener Sohn im Boot des Hamburger Sechser-Teams.

Was keiner für möglich gehalten hatte, wird wahr: Die deutsche Mannschaft schafft es, angefeuert von Zurufen und Böllerschüssen, mit zwei Längen Vorsprung vor den haushohen englischen Favoriten ins Ziel zu kommen.

Gedenktage:

1981: In Frankreich nimmt der Hochgeschwindigkeitszug TGV seinen Betrieb auf der Strecke zwischen Paris und Lyon auf. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit des Train à Grande Vitesse beträgt zwischen 260 und 300 km/h. Genau zehn Jahre später geht mit dem ICE auch der erste deutsche Hochgeschwindigkeitszug auf Fahrt.

1980: Der heutige Einmarsch irakischer Truppen im Nachbarland Iran bedeutet den Auftakt zum Ersten Golfkrieg. Die blutigen Kämpfe des iranisch-irakischen Kriegs um die Vormachtstellung am Persischen Golf werden bis ins Jahr 1988 andauern.

1964: Als erste deutsche Sendeanstalt führt der Bayerische Rundfunk ein drittes Fernsehprogramm ein, das zu diesem Zeitpunkt wegen seiner Lerninhalte auch „Studienprogramm“ genannt wird. Die übrigen ARD-Anstalten werden in den Folgejahren mit einem eigenen Lernkanal nachziehen.

1862: Mit seiner Emanzipationserklärung verkündet der amerikanische Präsident Abraham Lincoln das Ende der Sklaverei in den Südstaaten der USA, die am 1. Januar des folgenden Jahres in Kraft treten wird. Erst nach Ende des Bürgerkriegs wird die Sklaverei endgültig durch einen Verfassungszusatz abgeschafft.

1827: Dem Amerikaner Joseph Smith erscheint ein Engel namens Moroni, der ihm Goldplatten mit göttlichen Weisungen überreicht. Smith veröffentlicht diese 1830 als „Buch Mormon“ und legt damit den Grundstein zur Mormonensekte, für die der „Tag der Offenbarung“ bis heute ein heiliges Datum ist.

Geburtstage:

1976: Ronaldo, eigentlich R. Luiz Nazario de Lima; brasilianischer Fußballspieler, der zu den größten Ballartisten der Welt seit Pelé zählt. Zwei schwere Knieverletzungen führten zum Karriereknick des Weltfußballers (1996/1997), der seit 2002 Real Madrid kickt. Bei der Fußball-WM 2006 und der EM 2008 erfüllte das Stürmer-Ass und erfolgreichste WM-Torjäger aller Zeiten leider nicht die Erwartungen des Publikums.

1958: Andrea Bocelli; italienischer Tenor. Seit der blinde Sänger bei Henri Maskes letztem Boxkampf (1996) mit Sarah Brightman den ergreifenden Pop-Klassik-Song „Time To Say Goodbye“ zum Besten gab, ist er mit einem Schlag in der Musikwelt zum Star geworden. In Deutschland kletterten daraufhin die Verkaufszahlen seiner Alben (u.a. „Bocelli“) in schwindelnde Höhen.

1924: Rosamunde Pilcher; englische Schriftstellerin im Genre Trivialliteratur. Das Geheimnis des Erfolgs ihrer Bücher ist schwer zu ergründen, vermutlich liegt es in dem gelungenen Mix aus Liebe und Leidenschaft, gepaart mit den Naturschönheiten Cornwalls. Beste Beispiele sind Bestseller wie „Die Muschelsucher“, „September“ und „Wintersonne“, von denen einige auch wegen ihrer prachtvollen Landschaften den Weg auf Kinoleinwand und Fernsehschirm fanden.

1891: Hans Albers († 24.7.1960); deutscher Schauspieler, der mit dem Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ dem Publikum auch als Sänger ein Begriff geworden ist. Draufgängerisch, raubeinig, wortgewaltig und ungekünstelt kennt man den blonden Hanseaten aus den Kinoklassikern „Große Freiheit Nr. 7“, „Münchhausen“ und „Wasser für Canitoga“.

1791: Michael Faraday († 25.8.1867); englischer Physiker. Ihm hat die Welt eine Reihe von Entdeckungen auf dem Gebiet der Elektrizität zu verdanken: Zu den bekanntesten gehört sicher der nach ihm benannte „Faradaysche Käfig“, der als Blitzableiter fungiert und magnetische Kraftfelder abschirmt. Wie dieses Prinzip funktioniert, können Interessierte im Deutschen Museum in München erfahren.

Copyright Rosmarie Elsner

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