Kalenderblatt Sonntag 20.9.20

Kalenderblatt Sonntag, 20. September 2020

Zitat des Tages: „Zuviel Freizeit kann dazu führen, dass die Menschen in Zukunft dazu übergehen, das zu tun, was sie schon immer getan haben, nämlich sich gegenseitig umzubringen.“ Alexander Mitscherlich (1908-1982)

baer-0068.gif von 123gif.de20.9.1519: Magellan: Aufbruch zur ersten Umrundung der Erde

Im Dienst des spanischen Königs Karl I. bricht heute der portugiesische Seefahrer Fernão de Magalhães von San Lucar de Barrameda/Spanien zur Reise um die Welt auf. Die Flotte mit fünf Schiffen soll eine Westroute zu den Reichtum versprechenden Gewürzinseln, den Molukken, finden, um die von Portugal kontrollierte Oststrecke zu umgehen. Magellan selbst wird das Ende der Fahrt, mit der erstmals die Erde umrundet wird, nicht erleben; nur eines der fünf Schiffe wird nach drei Jahren zurückkehren.

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Fernão de Magalhães, Spross einer adligen portugiesischen Familie, war schon bei Portugals König Emanuel vorstellig geworden, der ihm jedoch die Unterstützung verweigerte. So bot er dem spanischen König Karl I. an, für ihn die Westroute zu den Molukken, den legendären Gewürzinseln, zu finden und sie für die spanische Krone zu sichern – gemäß der päpstlichen Bulle, nach der entdeckte Länder östlich der „Demarkationslinie“ Portugal, westlich davon jedoch Spanien gehören sollen. Am 20. September 1519 ist es soweit: Eine Flotte mit fünf Schiffen und 270 Mann Besatzung verlässt den Hafen San Lucar de Barrameda unter dem Kommando des „Fernando de Magallanes“.

Ein kühnes Unternehmen beginnt: die Überquerung des Atlantik, die zermürbende Suche nach einer Durchfahrt zum Pazifik entlang der Küste Südamerikas, wobei sich auch das riesige Delta des Rio de la Plata als Sackgasse entpuppt. Meutereien der spanischen Kapitäne, von Magellan drakonisch bestraft. Die Entdeckung der Durchfahrt an der Südspitze Südamerikas, die heute noch Magellanstraße heißt. Die dreimonatige Fahrt durch ein endloses Meer ohne Land in Sicht, wegen der herrschenden Windstille „Pazifischer Ozean“ getauft. Hunger, Durst und Krankheiten. Die Entdeckung der Philippinen. Schließlich ein Kampf mit Eingeborenen auf der Insel Mactan, bei der Magellan ums Leben kommt. Und dies sind nur einige Stationen einer wahrhaft abenteuerlichen Reise.

Zwei Schiffe, die „Trinidad“ und die „Victoria“, erreichen schließlich die Molukken und laden wertvolle Fracht, aber nur der „Victoria“ gelingt die Rückkehr in die Heimat. Mit 17 ausgemergelten Seeleuten unter dem Kommando von Juan Sebastián Elcano trifft sie am 8. September 1521 in Spanien ein – das letzte Schiff der stolzen Flotte Magellans, das mit der Umsegelung der Erde endgültig deren Kugelgestalt bewies. Die Gewürzladung des Beinahe-Wracks aber hat einen so hohen Wert, dass damit die Kosten der gesamten Expedition gedeckt sind.

Der Ruhm der ersten Weltumsegelung gebührt zwar Magellan, Rückkehrer Elcano jedoch darf mit Genehmigung des Königs seinem Wappen einen Globus hinzufügen mit der Inschrift: „Primus circumdedisti me“ („Als Erster hast Du mich umfahren.“).

Gedenktage:

1972: Im Deutschen Bundestag wird durch die Vertrauensfrage, die Bundeskanzler Willy Brandt stellt und die ihm verabredungsgemäß verweigert wird, der Bundestag aufgelöst und der Weg für Neuwahlen freigemacht. Mit der Bundestagswahl im November erringt die SPD/FDP-Regierung dann eine klare Mehrheit.

1946: Im südfranzösischen Cannes findet von heute bis zum 5. Oktober das erste „Festival International du Film“ statt. Das Filmfestival, zu dem sich in den ersten fünf Jahren im Herbst, später im Frühjahr, die Stars der Filmwelt einfinden, vergibt als Hauptpreis die „Goldene Palme“, die in kurzer Zeit eine begehrte Trophäe des europäischen Kinos wird.

1931: Der Versuch des Polarforschers Sir George Herbert Wilkins, mit dem Tauchboot unter dem Eis zum Nordpol vorzustoßen, ist zum Scheitern verurteilt. Unverrichteter Dinge kehrt der Australier, der 1927 als erster die Beaufortsee in der Arktis überflog, in den Hafen im norwegischen Bergen zurück.

1906: Um dem gestiegenen Drogenverbrauch und Missbrauch Einhalt zu gebieten, entschließt sich die chinesische Regierung zu einem Verbot des Rauschmittels Opium binnen einer Zehnjahresfrist. Die aus dem Schlafmohn gewonnene Droge hatte schon in den Jahren 1840-42 zum Opiumkrieg zwischen Großbritannien und China geführt.

1904: Rundflug: In den Bergen bei Kitty Hawk im US-Bundesstaat North Carolina, wo bereits im Jahr zuvor ihr erster Motorflug stattgefunden hat, gelingt es den Brüdern Orville und Wilbur Wright, mit dem verbesserten Fluggerät „Flyer II“ statt nur geradeaus auch Kurven und einen Kreis zu fliegen. Noch heute erinnert dort das „Wright Brothers National Memorial“ an die Ersttaten der Flugpioniere.

Geburtstage:

1957: Sabine Christiansen; deutsche Journalistin. Nach Stationen als Wirtschaftsredakteurin beim NDR wurde die Blondine mit dem kühlen Charme 1987 Moderatorin der „Tagesthemen“. Nach zehnjähriger Präsenz verabschiedete sich aus dem Nachrichtengeschäft; mit der Talkshow „Sabine Christiansen“ hat sie seither ihr eigenes TV-Format. Im Juli 2008 heiratete Christiansen den französischen Jeansunternehmer Norbert Medus, ist nach Paris gezogen und hat sich von ihrer Sendung verabschiedet.

1934: Sophia Loren, eigentlich S. Scicolone; italienische Schauspielerin. Die Ehefrau des Produzenten Carlo Ponti erhielt mehrere Oscars, darunter einen für ihr filmisches Gesamtkunstwerk (1991). Mit temperamentvollen Rollen, z.B. in „Gestern, heute, morgen“ und in „Scheidung auf italienisch“, begeisterte sie ein internationales Publikum.

1916: Rudolf-August Oetker († 16.1.2007); deutscher Unternehmer. Der Enkel des Firmengründers August O. (laut „Manager Magazin“ auf Platz 30 der 100 reichsten Deutschen) baute die Nährmittelfabrik, die Backzutaten und Puddingpulver herstellt, zum Großkonzern aus. 1976 geriet das Unternehmen in die Schlagzeilen, als Oetker-Sohn Richard (25) in Weihenstephan entführt worden war.

1908: Alexander Mitscherlich († 26.6.1982); deutscher Mediziner und Psychoanalytiker. Der Gründer und Leiter des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt, der die Psychoanalyse stets aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive betrachtete, verfasste zahlreiche Bücher, u.a. „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“ (1963). Gemeinsam mit seiner dänischen Ehefrau Margarete schrieb er 1967 über „Die Unfähigkeit zu trauern“.

1875: Matthias Erzberger († 26.8.1921); deutscher Zentrumspolitiker. Er setzte im November 1918 in einem Wald bei Compiègne seine Unterschrift unter den Waffenstillstand zwischen Deutschland und den Entente-Mächten, engagierte sich für den Verständigungsfrieden in der jungen Weimarer Republik und büßte seinen Einsatz mit dem Leben. Bei einem Urlaub im Schwarzwald wurde er im August 1921 von zwei ehemaligen Marineoffizieren erschossen.

Copyright Rosmarie Elsner

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