Kalenderblatt Mittwoch 2.9.20

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Zitat des Tages: „Mit gift’gem Weib ist lebenslang gequält, wer sich ein Weib der Mitgift wegen wählt.“ Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

2.9.1993: „Jurassic Park“: Dinomania in Deutschland

Steven Spielbergs mit Spannung erwartete Dinosaurier-Saga „Jurassic Park“, die drei Monate zuvor ihre Premiere in den USA feierte, läuft heute endlich auch in den deutschen Kinos an. Dabei ist es weniger die nach der Romanvorlage von Michael Crichtons „Dino Park“ gesponnene Story, die deutsche Kinogänger zuhauf vor die Leinwand lockt, sondern die aufwendige Tricktechnik, mit der die ausgestorbene Spezies zu neuem Leben erweckt wurde.

Mehr Details:

Bereits 1990 sicherten sich die kalifornischen Universal Studios für zwei Millionen Dollar die Rechte an Michael Crichtons noch unveröffentlichtem Sciencefiction-Roman „Dino Park“ und engagierten den Bestseller-Autor auch für die Drehbuchvorlage. Starregisseur Steven Spielberg war entschlossen, die Spezialeffekte für dieses Action-Projekt auf ein völlig neues Niveau zu heben. Der ursprüngliche Produktionsetat von 105 Mio. Mark wurde mit 240 Millionen schließlich „leicht“ überzogen, was sich jedoch als eine lohnende Investition erweisen sollte: Der Film (in den Hauptrollen Richard Attenborough, Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum) brachte die Kinokassen weltweit zum Klingeln. Zum gesamten Einspielergebnis von sage und schreibe 1,53 Milliarden Mark trug allein Deutschland mit 100 Millionen bei.

Das Lexikon des internationalen Films befand: „Steven Spielberg schuf ein gigantisches Kinospektakel, das mit viel Humor, rasanter Action und etwas Sentimentalität spannend unterhält. Die höchste Perfektion der Modell- und Animationstechnik ersetzt freilich die fehlende Substanz der Handlung, so dass die Geisterbahn der erstaunlichen Spezialeffekte weniger mit Filmkunst als mit Disneyland zu tun hat.“ Hollywood belohnte das Trick-Spektakel dennoch mit drei der begehrten Oscars für visuelle Effekte, Ton und Toneffektschnitt. „Jurassic Park“ löste nebenbei bemerkt mit vielfältigen Merchandising-Produkten einen regelrechten Dinosaurier-Boom aus. Kaum ein Kinderzimmer, in dem nicht fortan niedliche Plüsch-Dinos das Bett schmückten (oder Utensilien wie mit Urzeittierchen bestückte Schlüsselanhänger, Sticker oder T-Shirts mit T-Rex-Aufdruck) und kaum ein Fernsehsender, der nicht Dokumentationen über die ausgestorbenen Urbewohner unseres Planeten über die Bildschirme flimmern ließ.

Was so erfolgreich begonnen hat, wird von der Traumfabrik Hollywood natürlich gerne fortgesetzt, und so feierte knapp vier Jahre später die Dino-Fortsetzung „Jurassic Park – Vergessene Welt“ Premiere. Auch beim zweiten Teil arbeitete das bewährte Team Steven Spielberg (Regie)/Michael Crichton (Drehbuch) zusammen.

Gedenktage:

1987: Der nach dem 1986 ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme benannte Friedensmarsch nimmt heute beim ehemaligen Frauen-KZ Ravensbrück seinen Anfang. An dem dreitägigen Pilgermarsch, der am KZ Sachsenhausen endet, nehmen erstmals Repräsentanten aller Friedensbewegungen teil.

1922: Auf Anordnung des Reichspräsidenten Friedrich Ebert wird das vom Dichter Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland verfasste „Deutschlandlied“ (die Melodie dazu stammt von Joseph Haydn) zur Nationalhymne des Deutschen Reiches erklärt. Als Nationalhymne der Bundesrepublik (ab 1952) wird nur noch die dritte Strophe gesungen.

1916: Der Neubau der Deutschen Bücherei in Leipzig wird heute im Beisein des sächsischen Königs Friedrich August III. feierlich eingeweiht. Die vom Börsenverein der deutschen Buchhändler gegründete Bibliothek archiviert seit 1913 die gesamte deutschsprachige Literatur, aber auch die hierzulande erschienenen fremdsprachigen Werke.

1900: Von seiner fortschrittlichen Seite zeigt sich das preußische Schulministerium mit der heutigen Einführung von Aufklärungsunterricht an den staatlichen Schulen. Das neue Unterrichtsfach soll auch Tabuthemen wie Geschlechtskrankheiten und Sexualhygiene aufgreifen.

1363: Die Herzogin von Kärnten und Gräfin von Tirol, Margarete Maultasch, zieht sich von den Regierungsgeschäften auf ihr Altenteil in Wien zurück. Ihr kostbares Erbe, die wegen ihrer „Brückenfunktion“ zu Italien so begehrte Grafschaft Tirol, tritt sie an Herzog Rudolf IV. aus dem Hause Habsburg ab.

Geburtstage:

1964: Keanu Reeves; US-amerikanischer Schauspieler. Der dunkelhaarige Leinwandheld, einer der begehrtesten Nachwuchsstars des US-Kinos, ist insbesondere den Fans von Actionfilmen aus den Thrillern „Matrix“ und „Speed“ bekannt. Ferner sah man ihn als „Prinz Siddharta“ in der Bertolucci-Verfilmung „Little Buddha“ (1993), in der Lovestory „Sweet November“ (2001) und im Sommer 2006 an der Seite von Sandra Bullock in „Das Haus am See“.

1952: James „Jimmy“ Connors; US-amerikanischer Tennisprofi, der Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre die weltweite Herrentennisriege anführte. Insgesamt siegte der Linkshänder in acht Grand-Slam-Turnieren, davon gewann er fünfmal die US-Open und zweimal Wimbledon (1972 und 1984). Seine Profikarriere, die ihm Preisgelder von 8.641.040 US-Dollar bescherte, endete 1992.

1938: Guiliano Gemma; italienischer Schauspieler. Der Römer mit den strahlend blauen Augen etablierte sich in den 60er Jahren im Genre Italo-Western, darunter in der „Ringo“-Reihe oder im Kinofilm „Auch die Engel essen Bohnen“. Mitte der 70er Jahre gelang ihm mit „Die Tartarenwüste“ ein Kurzausflug ins Charakterfach, bevor die Welt der rauchenden Colts wieder Besitz von ihm ergriff.

1853: Wilhelm Ostwald († 4.4.1932); deutscher Chemiker. Seine Untersuchungen über Reaktionsgeschwindigkeiten, chemische Gleichgewichte, insbesondere aber die Arbeiten über katalytische Prozesse, brachten dem in Riga und Leipzig dozierenden Professor, der die physikalische Chemie entscheidend beeinflusste, 1909 einen Nobelpreis ein.

1763: Karoline Schlegel-Schelling († 7.8.1809); deutsche Schriftstellerin. Die seit 1803 in dritter Ehe mit dem Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling verheiratete Künstlerin war geistiger Mittelpunkt des frühromantischen Jenaer Kreises; in ihren Briefen und Schriften (Neudruck 1970) setzte sie sich explizit mit den Werken Schillers und Goethes auseinander.

Copyright Rosmarie Elsner

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