Kalenderblatt Donnerstag 27.8.20

Kalenderblatt Donnerstag, 27. August 2020

Zitat des Tages: „Wer etwas Großes will, der muss sich zu beschränken wissen, wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts.“ Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831)

linie-0441.gif von 123gif.de27.8.1939: Jungfernflug der He 178

Wenige Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs startet von Rostock aus der erste Düsenjet der Welt, das vom deutschen Flugzeugbauer Ernst Heinrich Heinkel konstruierte Modell „He 178“, zu seinem achtminütigen Jungfernflug. Gesteuert wird das Düsenflugzeug mit Strahlturbinenantrieb von Flugkapitän Erich Warsitz, der bereits zwei Monate zuvor mit dem Erstflug des Raketenflugzeugs „He 176“ auf dem Versuchsgelände Peenemünde für Aufsehen sorgte.

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Dass Deutschland der Verdienst zukommt, mit der Konstruktion des ersten Düsenjägers einen neuen Abschnitt in der Luftfahrt eingeleitet zu haben, verdankte es mehreren Personen und Faktoren: der Experimentierlust des württembergischen Flugzeugkonstrukteurs Ernst Heinkel, dem Raketeningenieur und damaligen Direktor des Raketenwaffenamtes in Peenemünde Wernher von Braun, dem es gelungen war, Heinkel für seine Raketenversuche zu begeistern, dem Entwickler des Triebwerks und der Gasturbine mit der Typenbezeichnung „HeS 3b“ (Physiker Hans-Joachim Pabst von Ohain und seinem Assistenten Hahn) und nicht zuletzt, ohne damit den deutschen Pioniergeist in irgendeiner Form schmälern zu wollen, dem finanziellen Engpass eines Versuchspiloten der britischen Royal Air Force namens Whittle. Letzterem kam bereits ein Jahrzehnt zuvor der Gedanke zu einem derartigen Turbo-Antrieb, den er sich 1930 auch patentieren ließ. Seine diesbezüglichen Ausführungen stießen – ausgenommen in seiner Heimat England – bei Experten auf reges Interesse. Ihm selbst fehlte jedoch fünf Jahre später das nötige Kleingeld zur Verlängerung seines Patents, und das zuständige britische Luftfahrtministerium lehnte seine sämtlichen Gesuche kategorisch ab.

Die Idee des Strahltriebwerks als Antriebsmaschine aber wurde von anderen Konstrukteuren aufgegriffen und erfolgreich weiterentwickelt. In den 1922 gegründeten Heinkel-Flugzeugwerken in Warnemünde bei Rostock, in denen eine Reihe leistungsstarker Flugzeugtypen entwickelt wurde, darunter Sportflugzeuge und Verkehrsflugzeuge wie die „He 111“ sowie bei Kriegseintritt auch Bomber, Nacht- und Jagdflugzeuge, stand dann auch die Wiege des ersten Flüssigkeitsraketenflugzeugs („He 176“) sowie des ersten Düsenjets „He 178“. Zwar landete das Spezialflugzeug, das eine Geschwindigkeit von über 700 km/h erreichte und durch seinen zentralen Lufteinlauf für das Turbinenstrahltriebwerk auffiel, in relativ kurzer Zeit im Museum; das Nachfolgemodell „He 178 V1“ mit einer verbesserten Radialturbine hingegen bewährte sich vom ersten Tag an.

 

Gedenktage:

1983: Nach sieben Tagen enden in Rom die Europameisterschaften im Schwimmen. Als überlegener Sieger fährt das Team der DDR mit 40 Medaillen nach Hause. An zweiter Stelle rangiert die UdSSR mit 22 Medaillen, an dritter die Bundesrepublik Deutschland (15).

1928: Briand-Kellog-Pakt: Der nach den beiden Staatsmännern Aristide Briand (Frankreich) und Frank Kellog (USA) benannte Friedenspakt wird heute in Paris von Repräsentanten aus 15 Nationen signiert. In diesem Abkommen verpflichten sich die Unterzeichner, Konflikte untereinander künftig auf einer friedlichen, gewaltfreien Ebene auszutragen.

1900: In der Isarmetropole schlägt die Geburtsstunde für den Fußballverein FC Bayern München. Übrigens: Der erste deutsche Fußballclub, ein Schülerverein, wurde 1874 in Braunschweig aus der Taufe gehoben.

1820: Zu Vermessungszwecken wird erstmals die Zugspitze bestiegen, die mit einer Höhe von 2.962 Metern (Westseite) Deutschlands höchster Berg ist. Erstbesteiger ist der bayerische Leutnant Joseph Naus.

1783: Auf dem Marsfeld in Paris steigt heute eine „Charlière“, ein nach dem französischen Physiker Jacques Alexandre César Charles benannter Wasserstoffballon, in die Lüfte. Bei der Landung in Gonesse wird der Ballon von den erschrockenen Dorfbewohnern mit der Mistgabel zerstört. 217 Jahre später wird über derselben Ortschaft eine brennende Concorde abstürzen, bei der alle Insassen den Tod finden.

 

Geburtstage:

1929: Jasir Arafat († 11.11.2004); palästinensischer Politiker. Der Mitbegründer der „Al Fatah“ (1959), seit 1969 Führer der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO und seit 1989 Präsident des unabhängigen Staates Palästina, wurde für seine Friedensbemühungen im Nahen Osten 1994 gemeinsam mit dem israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin und Außenminister Shimon Peres mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.

1914: Heidi Kabel; deutsche Volksschauspielerin. Die Bretter, die für die resolute Hanseatin die Welt bedeuteten, befinden sich seit 1946 im Hamburger Ohnsorg-Theater. Mit insgesamt 80 TV-Übertragungen wurde das waschechte „Nordlicht“ in Rollen der beherzten, gewitzten, aber stets ehrlichen und einfachen Frau einem breiten Fernsehpublikum bekannt. Am Silvesterabend 1998 verabschiedete sich die damals 84-Jährige von „ihrer“ Ohnsorg-Bühne.

1910: Mutter Teresa, eigentlich Agnes Gonxha Bojaxhiu († 5.9.1997); albanische Ordensschwester, die sich in dem von ihr in Indien gegründeten Orden „Missionare der Nächstenliebe“ selbstlos um die Armen, Kranken und Sterbenden kümmerte. Der „Engel der Armen“ wurde für seine unermüdliche Arbeit in den Slums von Kalkutta 1979 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

1908: Lyndon B. (Baines) Johnson († 22.1.1973); US-amerikanischer Politiker. Nach der Ermordung John F. Kennedys trat Vizepräsident Johnson seine Nachfolge als 36. US-Präsident an. In seine Amtszeit fällt der Eintritt Amerikas in den Vietnamkrieg, der mit einem Zwischenfall im Golf von Tongking im August 1964 in seine erste Phase eintrat.

1770: Georg Wilhelm Friedrich Hegel († 14.11.1831); deutscher Philosoph und einer der bedeutendsten Denker seiner Epoche, dessen philosophisches System auf der Einheit der Widersprüche basiert und in seiner Bedeutung bis in die Gegenwart hineinreicht. 1805 wurde er Professor in Jena; 1818 folgte er dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte als Rektor der Universität Berlin nach. (Werk: „Phänomenologie des Geistes“, 1807).

Copyright Rosmarie Elsner

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