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Kalenderblatt M20ittwoch, 19. August 2019

Zitat des Tages: „Wir sollten niemals aus den Augen verlieren, dass der Weg zur Tyrannei mit der Zerstörung der Wahrheit beginnt.“ Bill Clinton (1946)

affe-0032.gif von 123gif.de19.8.1848: Goldrausch in Kalifornien

In einem Artikel der New Yorker Zeitung „Herald“ wird am 19. August 1848 ausführlich über Goldfunde im US-Bundesstaat Kalifornien berichtet. In der Hoffnung auf den großen Reichtum machen sich daraufhin Zehntausende auf den Weg in das Gebiet um den Fluss Sacramento. In der Tat wird während des „Gold Rush“ in den Jahren 1849 bis 1853 dort Gold im Wert von 200 Mio. Dollar gefunden.

Mehr Details:

Amerika wurde im 19. Jahrhundert mehrmals vom „Goldrausch“ heimgesucht: Mitte der 40er bis Anfang der 50er Jahre war es überwiegend das Terrain an den Flussläufen des American und des Sacramento River, das Abenteurer und Goldschürfer in seinen Bann zog. Im heutigen Nationalpark von Coloma/Kalifornien entdeckte James Marshall, ein Angestellter des Schweizer Emigranten Johann August Sutter, auf dessen Kolonie New Helvetia Gold. Zeitungsmeldungen im „Sacramento Bee“ schürten dieses Fieber noch zusätzlich, worauf Goldsucher aus allen Teilen des Landes wie Heuschrecken auf Sutters Grundstück einfielen, ihren Claim absteckten und sich dessen Besitz aneigneten. Kurz vor der Jahrhundertwende sorgte die Entdeckung von Goldvorkommen in Alaska (am Copper River) und Kanada (Klondike) für einen Ansturm. Hunderttausende Glücksritter soll es auf der Gier nach Gold im Winter 1897/98 trotz Temperaturen von bis zu -40° in das Gebiet am Bonanza Creek, einem Bachlauf des Klondike River, gezogen haben.

Mitunter gab es tatsächlich den einen oder anderen „Digger“, der beim Graben auf eine Goldader stieß, doch häufig war das Glück dem Betreffenden trotz der Knochenarbeit nicht hold. Nicht selten jagten auch durchtriebene Geschäftsleute oder skrupellose Prostituierte dem Glückspilz seinen Fund wieder ab, oder dieser wurde in den unzähligen Kneipen, die in Goldgräberstädten wie Dawson City aus dem Boden schossen, zu Whisky gemacht.

Die Kunde von den diversen Goldfunden wurde auf vielfältige Weise verbreitet. Verarbeitet hat derlei Erlebnisse etwa der Schriftsteller Jack London, der 1898 selbst einem erfolglosen Goldgräbertrupp in Alaska angehörte, im Abenteuerroman „Lockruf des Goldes“ (1910); der englische Regisseur und Stummfilmstar Charlie Chaplin widmete der Thematik seinen brillanten Film „Goldrausch“ (1925). Und last but not least machte die Nachricht von Gold auch unter den Seeleuten die Runde und wurde in Gedichten, Schlagern oder Shantys zu Seemannsgarn versponnen: Sogar das heute noch häufig gesungene Seemannslied vom „Hamburger Veermaster“ erzählt in seinem Refrain von den damaligen „goldigen“ Zeiten: „… Blow, boys blow, for Californio, there is plenty of gold, so I am told, on the banks of Sacramento.“

 

Gedenktage:

1991: Eine Gruppe rechtsreaktionärer Putschisten versucht, in Moskau das liberale Staatsoberhaupt der Sowjetunion, Michail S. Gorbatschow, zu stürzen. Die Aktion, bei der der Reformpolitiker sogar unter Hausarrest gestellt wird, scheitert schließlich nach drei Tagen am heftigen Widerstand der Bevölkerung mit tatkräftiger Unterstützung von Seiten des russischen Präsidenten Boris Jelzin.

1977: Der vor drei Tagen an Herzversagen verstorbene „King of Rock’n’Roll“, der 42-jährige Elvis Presley, wird auf dem Areal seiner Villa „Graceland“ in Memphis/Tennessee beigesetzt. Dieser Ort wird in den kommenden Jahren zu einer Pilgerstätte für Fans aus aller Welt werden.

1965: Unverständnis und Empörung im In- und Ausland erregen die milden Urteile, die heute in Frankfurt am Main im Auschwitz-Prozess ergehen: 20 SS-Aufseher des Konzentrationslagers, denen zigfacher Mord vorgeworfen wird, erhalten Haftstrafen zwischen dreieinhalb und 14 Jahren, drei Angeklagte werden gar freigesprochen. Damit liegen die Urteile sogar noch unter dem vom Staatsanwalt geforderten Strafmaß.

1960: Nachdem bereits im Juni 1957 drei ihrer Artgenossen im Dienste der Wissenschaft als Erste per Rakete in ungeahnte Höhen geschossen wurden, vollbringen die beiden Hunde Strelka und Belka eine neue Pioniertat: An Bord des sowjetischen Satelliten Sputnik V umkreisten sie 18 Mal die Erde und landen heute als erste Versuchstiere wieder wohlbehalten auf der Erde.

14 n. Chr.: In Rom besteigt nach dem Tod des römischen Kaisers Augustus sein Stiefsohn Tiberius Julius Caesar Augustus den Thron. Während seiner Regierungszeit wird es in der römischen Provinz Judäa unter dem Statthalter Pontius Pilatus zur Hinrichtung eines gewissen Jesus von Nazareth kommen.

 

Geburtstage:

1946: „Bill“ Clinton, eigentlich William Jefferson C.; demokratischer US-Politiker und von 1993 bis 2000 Präsident der Vereinigten Staaten. Seine innenpolitische Ära war nicht nur von einem wirtschaftlichen Aufschwung geprägt, sondern auch von einem „Techtelmechtel“ mit der Praktikantin Monica Lewinsky, das 1998 zu einem (erfolglosen) Amtsenthebungsverfahren führte. Der Popularität Clintons, der zu den erfolgreichsten Präsidenten der USA zählt, tat die Affäre keinen Abbruch.

1940: Johnny Nash; US-amerikanischer Musiker, der singt, textet, komponiert, im eigenen Aufnahmestudio Platten produziert und darüber hinaus „schauspielert“. In Europa kletterte er mit rhythmischen Softrock-Songs wie „I Can See Clearly Now“ und „Rock Me Baby“ in die Hitparaden.

1883: Coco Chanel, eigentlich Gabrielle Chasnel († 10.1.1971); französische Modeschöpferin, die ihren Künstlernamen zu einer der berühmtesten Marken in der Mode- und Kosmetikbranche machte. Stationen ihrer Karriere waren in den 20ern das „kleine Schwarze“, ab 1954 klassische Kostüme mit kragenloser Jacke und ausgestelltem Rock.

1871: Orville Wright († 30.11.1948); US-amerikanischer Flugzeugbauer und der jüngere der berühmten Gebrüder Wright. Gemeinsam mit seinem Bruder Wilbur entwickelte der begeisterte Tüftler das Motorflugzeug „Flyer 1“, mit dem die beiden Flugpioniere am 17. Dezember 1903 zum ersten gesteuerten Motorflug starteten.

1863: Adele Sandrock († 30.8.1937); deutsche Schauspielerin. In ihren Anfangszeiten brillierte die in Rotterdam geborene Künstlerin an den Bühnenhäusern in Berlin, Wien, Budapest und Moskau und spielte dort in Stücken Arthur Schnitzlers, mit dem sie auch eine heftige Liaison verband. In den 20er Jahren entdeckte sie der Film für sich (darunter „Amphitryon“ und „Die Försterchristl“).

Copyright Rosmarie Elsner

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