Zukunft nach Corona

29.05.20 Econ Verlag
Matthias Horx

Die Zukunft nach Corona

Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und unser Handeln verändert

144 S., 15,— €, ISBN 978-3-430-21042-3

Buchbesprechung von  unserer Mitarbeiterin Ursula Süß-Loof, M.A.

In einer frühen Phase der Coronakrise hat der Zukunftsforscher Matthias Horx mit seinem Blog „Die ‚Welt nach Corona“ den Ängsten vieler Menschen ein positives Zukunftsbild entgegengestellt: Eine entschleunigte, in vieler Hinsicht bessere Welt. Die Resonanz war gewaltig. Nach eigenen Angaben wurde dieser Beitrag millionenfach geklickt und ging in 20 Sprachen übersetzt um die Welt.

Als einer der einflussreichsten Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum, befasst er sich seit über 30 Jahren mit den Transformationsprozessen in Wirtschaft und Gesellschaft. Als Publizist und Buchautor setzt er sich vor allem mit Wertewandel und Modernisierungsprozessen in der Gesellschaft auseinander. der ganze Text

Im vorliegenden Buch, in dem er diesen Beitrag in erweiterter Form fortführt, erzählt er die Zukunft im staunenden Rückblick aus dem Herbst 2020, als besondere Zukunftsbetrachtung: Re-Gnose, nennt er das, im Gegensatz zur Pro-Gnose.

Krisen verändern die Welt. Unsere Vorfahren haben sich stets auf neue Umwelten, andere Bedingungen eingestellt. Deshalb hat unsere Spezies den Planeten erobert. Jetzt erfahren wir selbst eine Krise, die alles erschüttert und mitten in unser Leben eingreift. Das Corona-Virus verändert unseren Alltag, unsere Kommunikations-formen, die Art, wie wir arbeiten, fühlen und denken. Die Krise fungiert auch wie ein großer Spiegel, in dem wir uns selbst erkennen. Horx analysiert die Auswirkungen der Corona-Krise: Wie ändert sich die Gesellschaft? Wie reagieren Individuen, Staaten, Familien, Unternehmen auf die Herausforderung? Welche Rolle spielt die Angst vor der Zukunft? Und wie können wir sie in Zuversicht verwandeln? Geht es nach ein paar Monaten so weiter bis bisher? Oder erleben wir einen Kulturwandel, in dem alles seine Richtung ändert und eine völlig neue Zukunft entsteht? Statt einer Pro-Gnose. welche die Zukunft als externe Veränderung beschreibt, übt Horx mit seinen Lesern die Re-Gnose, – die Selbst-Veränderung durch rückblickende Vorausschau – und kommt damit zu überraschenden Ergebnissen.

Wie könnte unsere Welt, unsere Zukunft nach Corona aussehen? „Die Zukunft nach Corona wird gut“, sagt er. „Aber nur, wenn wir sie entsprechend gestalten.“ Denn: „Zukunft entsteht in der Frage, wie wir – als Kultur, Zivilisation, aber auch als Menschen, als Individuen – auf Krisen reagieren.“ Aber die Frage, wann unser Leben endlich wieder so werde, wie es vor der Corona-Pandemie war, beantwortet er mit einem klaren «Nie». Es wird schon deshalb nicht mehr so sein, weil sich schon viel verändert hat. Wir gehen zum Beispiel mehr in die Natur und aufs Fahrrad, konsumieren und kommunizieren bewusster. Auch sieht er in der Krise eine große Chance, denn sie eröffnet Raum für Möglichkeiten. Diesen Raum sollten wir nutzen. Wie das gehen soll, erklärt er in diesem Buch. Die Fähigkeit, uns Zukunft vorzustellen, werde uns dabei helfen.

„Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Das sind Bifurkationen, Gabelungen auf dem Weg in die Zukunft. Oder Tiefenkrisen, die – wie Corona und anders als andere Krisen – , alle Ebenen unserer Existenz betreffen. Die Krise verwandelt uns selbst. Wir verändern unsere Wahrnehmungsformen, und so entsteht Zukunft als neue Wirklichkeit.“ Und Zukunft hat nach seiner Überzeugung immer zwei Seiten. Sie ist einerseits die Vor-Stellung des Kommenden in einem Bild, andererseits eine Kraft in unserer Seele, in unserem Geist, die etwas bewirkt.“ Diese ‚innere Zukunft‘ ist das eigentliche Thema des Buchs.“

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