Kalenderblatt Montag 3.8.20

Kalenderblatt Montag, 3. August 2020

Zitat des Tages: „Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus.“ Alexander von Humboldt (1769-1859)

3.8.1492: Christoph Kolumbus: Aufbruch in die Neue Welt

schiffe-0117.gif von 123gif.deAm 3. August 1492 sticht der in Diensten der spanischen Krone stehende Genueser Christoph Kolumbus mit einer Dreierflotte in See. Von der Hafenstadt Palos macht er sich mit den Schiffen Niña, Pinta und Santa Maria auf die Reise über den Atlantik, um den westlichen Seeweg nach Indien zu entdecken. Doch die antiken Landkarten, die ihn zu dieser Annahme verleiteten, trügen: Kolumbus entdeckt allerlei, nur nicht den Seeweg nach Indien.

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Das „Indien-Projekt“ verfolgte der Genueser, inzwischen von der spanischen Königin Isabella mit dem Titel „Admiral“ versehen, schon seit längerem. Als er in Portugal kein Gehör fand, wandte er sich den Spaniern zu. Doch auch hier wurde sein Plan von einer königlichen Prüfungskommission verworfen, da die Gelehrten die Auffassung vertraten, kein Schiff der Welt würde die Überquerung des Atlantiks überstehen. Wäre da nicht die ehrgeizige Königin Isabella gewesen, die der kühne Seefahrer zur Unterstützung seines Plans gewinnen konnte, hätte dies zu guter Letzt auch die (Wieder)Entdeckung Amerikas verzögert.

Isabella von Kastilien war jedoch, im Gegensatz zu ihrem Gemahl Ferdinand, ganz „Ohr“, witterte Ruhm und Prestige (immer hatten die benachbarten Portugiesen bei Entdeckungen und Eroberungen die Nase vorn!) und nicht zuletzt sagenhaften Reichtum, den ihr der fromme und rhetorisch gewandte Kolumbus in den wärmsten Tönen schilderte. Von Gold, Edelsteinen und Perlen war die Rede, die Spaniens Regentin aufhorchen ließen. Dem geschrumpften Staatshaushalt hätte ein solcher Goldschatz nur zu gut getan. Derart motiviert machte das Königshaus finanzielle Reserven locker und gab seinen Segen zum Aufbruch der Armada ins ferne Indien. Vom südspanischen Palos segelte Kolumbus zunächst zu den Kanarischen Inseln, von dort brach er, mit neuen Vorräten versehen, in eine unbekannte Welt auf.

Nach wochenlanger Fahrt ins Ungewisse stießen die Eroberer am 12. Oktober 1492 tatsächlich auf Land, das sie San Salvador nannten. Bei ihrer Ankunft wurden sie von merkwürdig aussehenden, nackt umherlaufenden Eingeborenen freudig begrüßt. Die Freundlichkeit der Spanier hingegen verkehrte sich bald ins Gegenteil, als der sagenhafte Goldschatz sich als Vision erwies. Kolumbus und seine Mannen segelten weiter und landeten schließlich auf Kuba und im Dezember 1492 auf einer kleinen Insel, der Kolumbus den Namen Española gab. Ein „Eldorado“ fand er auch hier nicht vor.

Im März 1493 schließlich kehrte Kolumbus mit leeren Händen, einer lädierten Flotte und der felsenfesten Überzeugung, in Asien gewesen zu sein, nach Spanien zurück, das den Heimkehrern einen triumphalen Empfang bereitete.

Gedenktage:

1988: Der 20-jährige Hobbyflieger Mathias Rust aus Hamburg, der im Mai des Vorjahres mit einer Cessna 172 auf dem Roten Platz in Moskau gelandet und daraufhin zu vier Jahren Arbeitslager in der Sowjetunion verurteilt worden war, wird vom Obersten Sowjet begnadigt und nach Deutschland zurückgeschickt.

1935: Mit der heute in Betrieb genommenen Großglockner-Hochalpenstraße kommt Österreichs Regierung der seit Jahren geforderten Nord-Süd-Verbindung für den Autoverkehr nach. Rund 28,5 Mio. Schilling hat der 1930 begonnene Bau der Alpenstraße und der diversen Tunnels zwischen Brenner und Radstädter Tauern verschlungen.

1914: Nach der vor zwei Tagen in St. Petersburg ausgehändigten Kriegserklärung an Russland sagt Deutschland nun auch Frankreich den Kampf an. Das Vorrücken in den Westen beginnt gemäß dem Schlieffen-Plan mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien, ohne Rücksicht auf dessen Neutralität. Dies führt dazu, dass England in einem Ultimatum Deutschland zum sofortigen Rückzug aus Belgien auffordert.

1804: Nach rund fünfjähriger Forschungsreise betritt der deutsche Naturwissenschaftler Alexander Freiherr von Humboldt wieder deutschen Boden. Gemeinsam mit dem französischen Botaniker Aimé Bonpland hatte er Gebiete in Südamerika (darunter die heutigen Staaten Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Mexiko) besucht und mit Hilfe exakter Messinstrumente ökologische Forschungen betrieben.

1778: In Mailand öffnen sich die Pforten des von Guiseppe Piermarini in zweijähriger Bauzeit errichteten Opernhauses „Teatro alla Scala“, das unter seinem Dach Platz für 3.600 Besucher bietet. Ihren Einstand gibt die Mailänder Scala mit der Oper „Europa Riconosciuta“ des italienischen Komponisten und Hofkapellmeisters Antonio Salieri.

 

Geburtstage:

1949: Fritz Egner; deutscher Radio- und TV-Moderator, der zwischen seinen Wohnorten München und Miami hin und her pendelt. Neben Musiksendungen des BR moderierte der sympathische Radio- und Fernsehstar lange Zeit die Kindersendung „Dingsda“; seit 1996 ist er in der Comedy-Reihe „Die witzigsten Werbespots der Welt“ auf SAT.1 zu sehen.

1924: Leon Uris († 21.6.2003); US-amerikanischer Schriftsteller, der durch seinen zeitgeschichtlichen Roman „Exodus“ (1958) weltberühmt geworden ist. In diesem Werk, das zwei Jahre nach seinem Erscheinen von Regisseur Otto Preminger mit großem Erfolg verfilmt worden ist, beschreibt er eindrucksvoll Schicksal der europäischen Juden von der Jahrhundertwende bis zur Proklamation des Staates Israel im Mai 1948.

1905: Dolores del Rio († 11.4.1983); mexikanische Schauspielerin und Tänzerin. Ihr exotisches Aussehen verschaffte ihr in den zwanziger Jahren zahlreiche Rollen in der Traumfabrik Hollywood („Rivalen“). Auch in späteren Jahren bewies sie kontinuierlich Filmpräsenz, in Western von John Ford („Cheyenne“) und in Musikfilmen, u.a. an der Seite von Elvis Presley in „Flaming Star“.

1867: Stanley Baldwin, ab 1937 Earl Baldwin of Bewdley († 14.12.1947); britischer Politiker. Dreimal übte er das Amt des Premierministers aus (1923-24, 1924-29 und 1935-37). Seine Beschwichtigungspolitik („Safety First“) gegenüber Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien stand ebenso in der Kritik wie seine Auseinandersetzungen mit der Arbeiterschaft um Lohnerhöhung und Achtstundentag.

1833: Auguste Schmid († 10.6.1902); deutsche Lehrerin und Frauenrechtlerin. Die Pädagogin, eine der Vorkämpferinnen der Gleichberechtigung, gehörte 1865 zu den Mitbegründerinnen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins sowie – gemeinsam mit Helene Lange, der Führerin der deutschen Frauenbewegung – des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins (1890).

Copyright Rosmarie Elsner

 

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