Kalenderblatt Freitag 26.6.20

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Zitat des Tages: „Die gefährlichsten Herzkrankheiten sind immer noch Neid, Hass und Geiz.“ Pearl S. Buck (1892-1973)

26.6.1963: John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner“

„Ich bin ein Berliner“, ruft US-Präsident John F. Kennedy heute den 400.000 begeisterten Zuhörern, die sich auf dem Platz vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin versammelt haben, am Ende seiner Rede zu. Das amerikanische Staatsoberhaupt bekundet damit zum Abschluss seines mehrtägigen Deutschlandbesuchs seine Solidarität mit der geteilten Stadt Berlin.

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Die Spreemetropole ist die letzte Station der viertägigen Visite des US-Präsidenten, der in Begleitung von Außenminister Dean Rusk und dem ehemaligen Militärgouverneur Lucius D. Clay, dem Organisator der Luftbrücke von 1948, an diesem Mittwochvormittag auf dem Flughafen Berlin-Tegelhof eintrifft. Willy Brandt, der Regierende Bürgermeister von Berlin, und Kanzler Adenauer nehmen die Gäste in Empfang; zu ihren Ehren spielt eine Kapelle den Gassenhauer „Das ist die Berliner Luft“. Obwohl es ein Werktag ist, säumen zahllose Bürger die Straßen Berlins, als der von 130 Polizisten eskortierte Convoy die rund 50 km lange Strecke in die City zurücklegt. Mittendrin, in einem offenen Lincoln, der strahlende US-Präsident, über den die jubelnde Menge Konfetti regnen lässt.

In den nur wenigen Stunden, die der Präsident in der geteilten Stadt weilt, besucht er einen Industriekongress und wirft gemeinsam mit seinen Gastgebern einen Blick über die Mauer. Am frühen Nachmittag hält er seine berühmte Rede vor dem Schöneberger Rathaus, deren Schlussworte noch heute, 47 Jahre später, im Gedächtnis der Deutschen eingemeißelt sind. Hier ein Auszug in der deutschen Übersetzung:

„[…] Ich möchte Ihnen im Namen der Bevölkerung der Vereinigten Staaten sagen, dass meine amerikanischen Mitbürger stolz darauf sind, mit Ihnen zusammen, selbst aus der Entfernung, die Geschichte der letzten 18 Jahre teilen zu können. Denn ich weiß nicht, dass jemals eine Stadt achtzehn Jahre lang belagert wurde und dennoch lebt mit ungebrochener Vitalität, mit unerschütterlicher Hoffnung, mit der gleichen Stärke und Entschlossenheit wie heute West-Berlin. Die Mauer ist die abscheulichste und stärkste Demonstration für das Versagen des kommunistischen Systems. […] Die Freiheit ist unteilbar, und wenn auch nur einer versklavt ist, dann sind alle nicht frei. Aber wenn der Tag gekommen sein wird, an dem alle die Freiheit haben und Ihre Stadt und Ihr Land wieder vereint sind, […] dann können Sie mit Befriedigung von sich sagen, dass die Berliner […] die Front gehalten haben. Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner.“

Gedenktage:

1986: Um die antisandinistischen Guerillakämpfer „Contras“ im Kampf gegen die rechts gerichtete Regierung Nicaraguas zu unterstützen, bewilligt der US-Kongress auf Anraten Präsident Reagans Mittel in Höhe von 100 Millionen Dollar.

1965: Ein fahrplanmäßiger Schnellzug der Deutschen Bundesbahn stellt heute auf dem Streckenabschnitt zwischen Augsburg und München den Geschwindigkeitsrekord von 200 Stundenkilometern auf.

1945: Vertreter von 51 Staaten setzen heute in San Francisco/Kalifornien ihre Unterschrift unter die Charta der Vereinten Nationen (UNO). Sitz der Nachfolgeorganisation des Völkerbunds von 1919, deren Ziel die Sicherung des Weltfriedens ist, wird ab dem nächsten Jahr New York sein.

1909: Der deutsche Kaiser Wilhelm II. nimmt das Rücktrittsgesuch von Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow an. Als offizieller Grund für den Rücktritt wird die gescheiterte Reichsfinanzreform genannt; wegen der sog. Daily-Telegraph-Affäre war es aber bereits im Jahr zuvor zu schweren Zerwürfnissen zwischen dem Monarchen und dem Kanzler gekommen.

1906: Von den 32 Wagen, die heute im französischen Le Mans zum ersten Grand-Prix-Rennen starten, scheiden 16 bereits am ersten Tag nach Reifenschäden und Unfällen aus. Bei dem Wettkampf der Automobile, die an zwei Tagen den 103 km langen Rundkurs jeweils sechsmal durchfahren müssen, geht der Ungar Ferencz Scisz auf Renault als Sieger hervor.

Geburtstage:

1933: Claudio Abbado; italienischer Dirigent. Der Leiter der Berliner Philharmoniker (ab 1989 der Nachfolger Herbert von Karajans) feierte bereits als Hauptdirigent der Wiener Philharmoniker große Erfolge und widmete sich häufig Werken des bis dahin fast in Vergessenheit geratenen Komponisten Gustav Mahler. Im Oktober 2002 wurde er von der Deutschen Phono-Akademie als „Dirigent des Jahres“ mit dem ECHO Klassik geehrt.

1904: Peter Lorre, eigentlich Ladislaw Loewenstein († 23.3.1964); deutsch-amerikanischer Schauspieler. Sein Äußeres war wenig ansprechend, deshalb konzentrierte er sich auf die Darstellung von Psychopathen und Bösewichten. Mit Erfolg, denn Filme wie „M – eine Stadt sucht ihren Mörder“ (1930) und „Casablanca“ machten ihn zum Star.

1898: Willy Messerschmitt († 15.9.1978); deutscher Flugzeugkonstrukteur, der 1923 die Messerschmitt-Flugzeugbau-Gesellschaft (1969 fusioniert zur Messerschmitt-Bölkow-Blohm) gründete. Zu den bekanntesten Flugzeugen des Unternehmens zählte der Jäger „Me 109“, der im ZweitenWeltkrieg bei der deutschen Luftwaffe am häufigsten zum Einsatz kam. 1943/44 verließen die ersten Düsen- und Raketenflugzeuge in Serienfertigung die Werkshallen.

1892: Pearl S. Buck († 6.3.1973); US-amerikanische Schriftstellerin. Die Tochter eines Missionars wuchs in China auf und wurde 1938 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. In ihren Kurzgeschichten und Romanen („Ostwind, Westwind“, „Die gute Erde“) spannt die Autorin einen Bogen zwischen den Menschen und Kulturen der fernöstlichen und der westlichen Welt.

1841: Paul Wallot († 10.8.1912); deutscher Architekt der Gründerzeit. Zu den bekanntesten Bauwerken des von Kaiser Wilhelm I. geförderten Geheimen Baurats zählen das in den Jahren 1884-94 entstandene Reichstagsgebäude in Berlin und das Ständehaus in Dresden (erbaut 1901-07).

Copyright Rosmarie Elsner

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