Kalenderblatt Donnerstag 18.6.20

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Zitat des Tages: „Wenn Schlachthöfe Glasfenster hätten, wäre jeder Mensch Vegetarier.“ Paul McCartney (1942)

18.6.1815: Waterloo: Napoleons bittere NiederlageNachdem Napoleon I. im März 1815 aus seiner Verbannung auf Elba wieder nach Frankreich zurückgekehrt war, zieht er mit seinen neu formierten Truppen nach Belgien, um sich den britischen und preußischen Armeen zu stellen. In der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 erleidet der korsische Feldherr und Kaiser, der mit seinen Eroberungsfeldzügen mehr als 15 Jahre die Welt in Atem gehalten hat, seine endgültige Niederlage.

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„Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen.“ Ob dieser Ausspruch von Arthur Wellesley Herzog von Wellington wahrheitsgemäß überliefert worden ist, daran mag man zweifeln – aber die Situation für den britischen Feldmarschall und sein Heer war an jenem frühen Abend des 18. Juni 1815 in der Tat alles andere als Erfolg versprechend. Seit den späten Vormittagsstunden mussten sich die britischen Soldaten dem fortwährenden Ansturm der Franzosen zur Wehr setzen; die Taktik Napoleons, dass Angriff die beste Verteidigung ist, schien einmal mehr aufzugehen.

Doch plötzlich eilte Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher mit seinen Truppen zu Hilfe und griff völlig unerwartet die Flanke der französischen Linien an. Die Briten schöpften neuen Mut, dem gemeinsamen Angriff der Verbündeten hatte das Heer Napoleons nichts mehr entgegenzusetzen. Die französischen Soldaten flohen in wilder Panik, der gefangen genommene Napoleon wurde wenig später nach St. Helena ins Exil geschickt, wo er 1821 (vermutlich an Magenkrebs) starb.

Bis in die Gegenwart hat die kaum zu fassende Persönlichkeit Napoleons nichts von seiner charismatischen Wirkung eingebüßt. Sehr klein von Statur, aus dem einfachen Landadel stammend und auf Korsika geboren, das erst ein Jahr vor seiner Geburt 1768 an Frankreich gefallen war – die Ausgangssituation war für Napoleon nicht sonderlich günstig. Aber der ehrgeizige Korse zeigte schon früh, was in ihm steckte. Der Weg zum Erfolg war das Militär, die herausragenden Fähigkeiten Napoleons wurden bald erkannt und sicherten ihm eine schnelle Karriere: Er konnte wie kaum ein anderer die Soldaten begeistern, bewies sich wiederholt als erfolgreicher Stratege, und Rückschläge schienen ihn mehr anzuspornen als zu hindern. Hinzu kamen die Wirren der französischen Revolution, die er geschickt für seine Zwecke auszunutzen verstand. So krönte sich Napoleon schließlich zum Kaiser von Frankreich (1804) und machte es sich zur Aufgabe, Europa zu erobern. Keine Nation schien ihm und seinen Truppen widerstehen zu können, erst der Russland-Feldzug (1812) läutete den Niedergang des Herrschers ein, der bei Waterloo endgültig besiegelt wurde.

Heute ist Napoleon eine Legende und der Name des rund 20 Kilometer von Brüssel entfernten kleinen Ortes Waterloo der Inbegriff für eine vernichtende Niederlage.

Gedenktage:

1979: In Wien unterzeichnen US-Präsident Jimmy Carter und der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew das zweite Abkommen zur Begrenzung der strategischen Rüstung („SALT II“). Das Treffen in Österreich ist zugleich die erste persönliche Begegnung der beiden Staatsmänner.

1974: Zum Schutz des Verbrauchers beschließt heute in Bonn der Deutsche Bundestag ein Gesetz, wonach die Werbung für Zigaretten und andere Tabakwaren in Radio und Fernsehen künftig untersagt ist.

1957: Auf einer Pressekonferenz in Moskau werden heute die drei Hunde vorgestellt, die in einer Versuchsrakete mit durchschnittlicher Geschwindigkeit von 1100 m/sec 90 km in die Höhe geschossen worden waren. Ihr Kommentar zu den Ereignissen: Ein kräftiges Bellen.

1939: Beim Endspiel um die vierte deutsche Fußballmeisterschaft erzielt Schalke 04 einen Torrekord und gewinnt gegen Admira Wien mit einem legendären 9:0-Sieg. Den deutschen Spielern gelingt dieses Meisterstück dank ihres berühmt-berüchtigten „Schalker Kreisels“, einem schnellen Kombinationsspiel, das dem verwirrten Gegner keine Chance lässt.

1849: Die Frankfurter Nationalversammlung, das erste gesamtdeutsche Parlament, ohnehin schon stark geschrumpft und nach Stuttgart verlegt, wird auf Anweisung der württembergischen Regierung von Militäreinheiten gewaltsam aufgelöst. Damit endet der erste deutsche Versuch einer Demokratie.

1583: In London schließt der Ratsherr Richard Martin für einen Mr. William Gibbons die erste Lebensversicherung zu einer Prämie von 30 Pfund ab. Die Versicherungssumme von rund 385 Pfund wird zum Leidwesen Martins bereits elf Monate später, beim Ableben Gibbons, fällig.

Geburtstage:

1961: Alison Moyet; britische Sängerin. Aufmerksam wurde man auf die Künstlerin mit der herausragenden Bluesstimme bereits im Duo „Yazoo“ („Nobody’s Diary“); ab 1984 ging sie als Solistin eigene Wege, hatte einige Hitnotierungen („For You Only“), sah danach Mutterfreuden entgegen und zog sich aus dem Musikbusiness zurück.

1952: Isabella Rossellini; italienische Schauspielerin, die nebenbei als Fotomodell und Galionsfigur der Kosmetikmarke Lancôme eine glanzvolle Karriere durchlief. Die attraktive Tochter der schwedischen Schauspielerin Ingrid Bergman und des italienischen Regisseurs Roberto Rossellini stand unter anderem in David Lynchs Kinofilm „Blue Velvet“ vor der Kamera.

1942: Paul McCartney; britischer Musiker und einer der letzten beiden lebenden „Beatles“. Nach der Auflösung der „Fab Four“ war ihm als Einzigen konstanter Erfolg beschieden: mit seiner Band „Wings“, als Solist („Mull Of Kintyre“) oder im Duo mit Weltgrößen wie Michael Jackson. Nach dem Krebstod seiner Frau Linda heiratete „Sir Paul“ im Juni 2002 das Ex-Model Heather Mills. Inzwischen ficht das Paar, das eine gemeinsame Tochter hat, einen „Rosenkrieg“ aus.

1915: Paul Neal Adair († 7.8.2004); US-amerikanischer Feuerwehrmann. Als ausgewiesener Spezialist leitete er nicht nur gefährliche Einsätze bei Brandkatastrophen auf Ölbohrstellen, sondern übernahm auch 1991 nach dem Golfkrieg die Bekämpfung der in Brand gesetzten kuweitischen Ölquellen. In den USA gilt „Red“ Adair bereits zu Lebzeiten als Legende.

1878: Francisco „Pancho Villa“, eigentlich Doroteo Arango († 20.7.1923); mexikanischer Revolutionär. Gemeinsam mit Emiliano Zapata führte er die mexikanische Revolution gegen die Junta des General Victoriano Huerta an. Die Eroberung der Hauptstadt 1914 brachte den Sieg, in den darauf folgenden Jahren wurde „Pancho Villa“ ein berüchtigter Bandit.

Copyright Rosmarie Elsner

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