Kalenderblatt Montag 25.5.20

Kalenderblatt Montag, 25. Mai 2020

Zitat des Tages: „Es ist das Schicksal des Genies, unverstanden zu bleiben. Aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie.“ Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

25.5.1935: Jesse Owens schreibt Sportgeschichte

fussball-0099.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandIn Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan stellt der 21-jährige amerikanische Leichtathlet Jesse Owens heute bei einem Universitäts-Sportwettkampf innerhalb von 45 Minuten vier Weltrekorde auf. Die absolute Sensation, die den unbekannten Sportler über Nacht zum Superstar macht, ist sein Weitsprung über 8,13 m – ein Weltrekord, der erst im Jahr 1960 überboten wird.

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Der 25. Mai 1935 sollte zum „Tag der Tage“ im Leben von James Cleveland „Jesse“ Owens, einem jungen, in Alabama geborenen Farbigen werden. Er bildete den Auftakt zu einer Ausnahmekarriere, wie sie allenfalls noch der finnische Wunderläufer Paavo Nurmi für sich beanspruchen konnte. Beim größten Universitäts-Sportfest der USA, dem „Big Ten Meeting“, stellt der Sohn eines Baumwollpflückers, der für die Mannschaft des Ohio State College in den Disziplinen Kurzstreckenlauf, Hürdenlauf und Weitsprung antritt, alle seine Konkurrenten und zugleich die Weltgrößen des Sports in den Schatten.

Um 15.15 Uhr nachmittags gewinnt er zunächst den Lauf über 100 Yards (in 9,4 sek.) und entthront damit den amtierenden Weltrekordinhaber Bobby Grieves. Nur eine Viertelstunde später erfolgt der Aufruf zum Weitsprung. Owens macht das Unmögliche möglich: Als erster Mensch der Welt (den Rekord hält der Japaner Chuhei Nambu mit 7,98 m) überspringt er die 8-Meter-Marke. Doch Zeit zum Jubeln haben nur die anderen, er selbst muss weiter zum Start über 220 Yards: Auch hier stellt er mit 20,3 sek. eine neue Weltbestzeit auf. Beim Hürdenlauf (ebenfalls 220 y) setzt er noch eins drauf, und das obwohl diese Disziplin nicht gerade seine Stärke ist. Aller guten Dinge sind bei Owens vier: Er läuft auch hier eine Bestzeit von 22,6 sek. und hat um 16 Uhr das Bravourstück vollbracht, binnen einer Dreiviertelstunde vier neue Weltrekorde aufgestellt zu haben. Die internationale Sportwelt steht Kopf.

Der populäre Leichtathlet beweist noch öfter, dass er tatsächlich ein Ausnahmesportler ist: Am 20. Juni stellt er in Chicago beim 100m-Lauf mit 10,2 Sekunden einen neuen Weltrekord auf, den er im Jahr darauf selbst überbietet. Den nächsten sensationellen Auftritt hat der „schwarze Panther“ zum Leidwesen der nationalsozialistischen Machthaber, die böse Miene zum guten Spiel machen, bei der Sommerolympiade in Berlin. Vom 4. bis zum 9. August 1936 heimst Owens gleich vier Goldmedaillen für die USA ein. An seinem Weltrekord im Weitsprung aber beißen sich die Gegner 25 Jahre lang die Zähne aus: Erst 1960 bricht ihn der Amerikaner Ralph Boston mit einer Weite von 8,21 m.

Gedenktage:

1987: Heute ist Stichtag für eine Volkszählung in der Bundesrepublik Deutschland, bei der Daten über Person, Haushaltsgröße und Arbeitsverhältnis gesammelt werden sollen. Die Maßnahme stößt bei vielen Bundesbürgern, die eine Verletzung des Datenschutzes befürchten, auf Widerstand: Landesweit wird zum Boykott der Zählung aufgerufen.

1963: Die unabhängigen Länder Afrikas gründen in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), die sich die Beendigung der Herrschaft weißer Minderheiten und der Kolonialisierung des schwarzen Kontinents zum Ziel setzt.

1943: Die „Me 262“ des Konstrukteurs Willy Messerschmitt wird heute vom deutschen General Adolf Galland erfolgreich getestet. Der erste Düsenjäger der Kriegsgeschichte, der mit 800 Stundenkilometern schneller als die Jagdflieger der Alliierten ist, soll auf Wunsch Hitlers als Bomber eingesetzt werden.

1919: Zum ersten Mal in der deutschen Sportgeschichte hört man von der Rekordleistung einer Frau: In München läuft die Sportlerin Maria Kießling bei einem Leichtathletikfest 100 Meter in 13,5 Sekunden. Der bislang verpönte Frauensport wird von den Funktionären erstmals wohlwollend zur Kenntnis genommen und sogar „zur Stärkung des geschwächten Volkskörpers“ empfohlen.

1913: Oberst Alfred Redl, Generalstabschef des Prager Korps in der österreichisch-ungarischen Armee, erschießt sich auf Befehl von oben in einem Hotelzimmer. Der Offizier hatte den späteren Gegnern im 1. Weltkrieg wichtige Aufmarschpläne verraten – vermutlich erpresst aufgrund seiner homosexueller Beziehungen – und war zur Vermeidung eines Spionageskandals zum Selbstmord gedrängt worden.

1869: In Wien wird die von Eduard von der Nüll und August Siccard von Siccardsburg entworfene Hofoper an der frisch sanierten Ringstraße von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet. Die 2.700 Besucher des neuen Opernhauses erfreuen sich an der Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“.

Geburtstage:

1948: Klaus Meine; deutscher Musiker und Sänger der international bekannten Rockgruppe „Scorpions“. Der gebürtige Hannoveraner, ehemals Leadsänger der Band „Copernicus“, singt seit 1970 bei der niedersächsischen Band. Welthits wurden u.a. „Wind Of Change“ und „Still Loving You“.

1926: Miles Dewey Davis († 28.9.1991); US-amerikanischer Jazzmusiker. Der mit insgesamt 23 Grammys (u.a. 1988 für „Music From Siesta“) ausgezeichnete Trompeter, einer der bedeutendsten Repräsentanten des Modern Jazz, setzte in den 70er Jahren neue Akzente mit der Verschmelzung von Jazz und Rockmusik.

1922: Enrico Berlinguer († 11.6.1984); italienischer Politiker. Von 1972 bis zu seinem Tod 1984 fungierte er als Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens (PCI), die er als „historischen Kompromiss“ zu einer revolutionär-marxistischen Größe in Opposition zu den bestehenden Parteien des Landes aufzubauen versuchte.

1892: Josip Broz Tito († 4.5.1980); jugoslawischer Politiker, dem die Unabhängigkeit seines Landes besonders am Herzen lag. Als Führer der Partisanenbewegung widersetzte er sich im Zweiten Weltkrieg den deutschen Besetzern, als späterer Staatspräsident vertrat er einen von Moskau unabhängigen Kommunismus.

1803: Ralph Waldo Emerson († 27.4.1882); US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller. Für den Begründer des amerikanischen Transzendentalismus, der nach dem Harvard-Studium eine Zeit lang als Geistlicher wirkte, war das einzig Wahre die Gewissheit Gottes, die ihren Platz in der Natur und in der menschlichen Seele findet.

Copyright Rosmarie Elsner

 

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