Kalenderblatt Montag 4.5.20

Kalenderblatt Montag, 4. Mai 2020

Zitat des Tages: „Wenn man im Mittelpunkt einer Party stehen will, darf man nicht hingehen.“ Audrey Hepburn (1929-1993)

schiffe-0037.gif von 123gif.de4.5.1953: Ausgezeichnet! Der alte Mann und das Meer

Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway wird am 4. Mai 1953 in New York für seine im Vorjahr veröffentlichte Erzählung „Der alte Mann und das Meer“ mit dem Pulitzer-Preis, sozusagen dem „Oscar“ für Literatur, ausgezeichnet. Im Jahr darauf erhält der Autor, der seinen Weltruf bereits 1940 mit dem verfilmten Roman „Wem die Stunde schlägt“ begründete, als Krönung seiner Karriere den Nobelpreis für Literatur.

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Es ist vor allem sein journalistisch prägnanter „Stakkato“-Stil, der dem 53-jährigen Hemingway den Ruf einbringt, der „Erneuerer“ der amerikanischen Kurzgeschichte im 20. Jahrhundert zu sein. Bestes Beispiel ist seine preisgekrönte 123-Seiten-Erzählung „Der alte Mann und das Meer“, die sechs Jahre nach der Erstausgabe in der brillanten Besetzung mit Spencer Tracy verfilmt wird.

Hemingways Werke leben von nicht alltäglichen Helden, wie er selbst einer ist: Menschen, die in Krisen geraten und in den Wogen des Lebens mal oben, meist aber unten schwimmen. Trotz Ruhm, Anerkennung und finanziellem Erfolg wird der rastlose Schriftsteller, der seine Karriere als Volontär bei der Zeitung „Kansas City Star“ begann, schon früh von Depressionen heimgesucht, gegen die er mit Alkohol, Flucht in ferne Länder und abenteuerlichen Beschäftigungen ankämpft.

Als junger Mann zieht er als Freiwilliger an die Kriegsfront nach Italien, beim Einsatz als Sanitätsfahrer wird er schwer verwundet. Seine Erlebnisse verarbeitet er – wie auch in späteren Jahren als Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg – in Romanen und Kurzgeschichten. Im 1929 erschienenen Buch „In einem anderen Land“ schildert er die Liebesgeschichte zwischen einem verwundeten amerikanischen Soldaten und einer Krankenschwester. Die Zeit in Spanien spiegelt der berühmte Roman „Wem die Stunde schlägt“ wider, aber auch „Fiesta“, in dem er seiner Begeisterung für den Stierkampf Ausdruck verleiht.

Sein abenteuerliches, unstetes Leben führt ihn in den Nahen Osten, in die Normandie, wo er 1944 an der Invasion der Alliierten (D-Day) teilnimmt, nach Paris, Kuba, nach Afrika auf Großwildjagd (der Stoff für „Schnee am Kilimandscharo“), dann wieder aufs Meer als Hochseefischer („The Old Man And The Sea“).

Seine großen Vorbilder sind Gertrude Stein, der er 1923 in Paris begegnet und die ebenso wie der Schriftsteller Mark Twain seinen Stil beeinflusst. Dass sich ein Abenteurer wie Hemingway nicht zum Ehemann eignet, beweisen vier gescheiterte Ehen. Doch alle Umtriebigkeit der Welt macht aus dem desillusionierten Helden keinen zufriedenen Menschen. Im Gegenteil: Am 2. Juli 1961, wenige Wochen vor seinem 62. Geburtstag, erschießt sich der Schriftsteller in seinem Haus in Ketchum/Idahoe mit einer Schrotflinte.

Gedenktage:

1980: Zwei Wochen vor seinem 88. Geburtstag stirbt in Ljubljana der jugoslawische Staatspräsident Josip Tito. Anlässlich der Beisetzung des kommunistischen Politikers am 8. Mai in Belgrad wird es erstmals zu einem Treffen zwischen Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker kommen.

1966: In China beginnt die von Mao Tse-tung initiierte „Große Proletarische Kulturrevolution“. Die drei Jahre andauernde Säuberungswelle hat mit „Kultur“ nur insofern zu tun, als dass die rotgardistische Armee in blindem Fanatismus die Stätten chinesischer Kunst und Kultur zerstören und unzählige Intellektuelle ermorden lässt.

1949: Auf dem Heimflug von einem Spiel gegen Benfica Lissabon stürzt die Maschine, in der sich die gesamte Fußballmannschaft des FC Turin befindet, über einem Vorort von Turin ab. Insgesamt 31 Menschen finden den Tod, darunter 18 Fußballspieler.

1924: Olympia hat einen neuen Star: Es ist der finnische Mittel- und Langsteckenläufer Paavo Nurmi, der bei den heute startenden VIII. Olympischen Spielen in Paris insgesamt fünf Goldmedaillen mit nach Hause nimmt.

1916: Erster Weltkrieg: Weil sich Kaiser Wilhelm III. nach einem Ultimatum der Vereinigten Staaten gegen den totalen U-Boot-Krieg ausspricht, tritt der Leiter der deutschen Kriegsflotte, Admiral Alfred von Tirpitz, demonstrativ von seinem Posten zurück.

1864: Auf Geheiß des bayerischen Königs Ludwig II., einem großen Bewunderer des Komponisten Richard Wagner, zieht der Künstler, der wegen seiner Schulden bereits aus Wien floh, nach München, wo er unter den Fittichen des Märchenkönigs eine Weile ein sorgenfreies Auskommen haben wird.

Geburtstage:

1939: Amos Oz; hebräischer Schriftsteller. Der Autor von Romanen („Der perfekte Frieden“, „Allein das Meer“), Essays und Kurzgeschichten ist auch über die Landesgrenzen Israels hinaus bekannt geworden. 1992 wurde der Israeli, der übrigens auch ein Kinderbuch („Sumchi“) verfasste, mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

1929: Audrey Hepburn, eigentlich Edda van Heemstra H.-Ruston († 20.1.1993); belgische Schauspielerin. Bereits für ihre erste Hollywoodrolle an der Seite von Gregory Peck („Ein Herz und eine Krone“, 1953) erhielt sie einen Oscar. Die zerbrechlich wirkende Kindfrau, ab 1988 bis zu ihre Tod UNICEF-Sonderbotschafterin, verzauberte das Publikum auch in den Filmklassikern „Sabrina“ und „Frühstück bei Tiffany“.

1825: Thomas Huxley († 29.6.1895); britischer Zoologe, Physiologe und Anatom. Seine These, dass der Mensch vom Affen abstamme, bescherte ihm heftigste Kritik, wurde jedoch einige Jahre später von Charles Darwin bestätigt. Der Wille zur Provokation liegt offensichtlich im Blut der Familie, wie später sein Enkel Aldous Huxley mit dem Roman „Schöne neue Welt“ bewies.

1772: Friedrich Arnold Brockhaus († 20.8.1823); deutscher Verleger. Mit dem „Conversations-Lexikon“ (1808) brachte er den Klassiker der deutschen Enzyklopädien heraus. Mittlerweile (seit Herbst 1996) erscheint der renommierte „Brockhaus“ in 24 Bänden und in der 20. Auflage

1611: Carlo Rainaldi († 8.2.1691); italienischer Architekt, der als bedeutendster Baumeister des römischen Hochbarock gilt. Beeindruckende Zeugnisse seines Könnens sind die Kirche Santa Maria di Campitelli in der Vatikanstadt und die Piazza del Popolo mit den beiden Kirchen Santa Maria de Miracoli und Santa Maria di Monte Santo.

Copyright Rosmarie Elsner

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