Kalenderblatt Donnerstag 30.4.20

Kalenderblatt Donnerstag, 30. April 2020

Zitat des Tages: „Nur das ist Liebe: Immer wieder die Kraft aufbringen, den Einzelnen als den Besonderen zu sehen.“ Luise Rinser (1911-2002)

totenkopf-0135.gif von 123gif.de Download & Grußkartenversand30.4.1945: Freitod des Führers

Nur zehn Tage nach seinem 56. Geburtstag und einen Tag nach der Eheschließung mit seiner langjährigen Gefährtin Eva Braun zieht Reichskanzler Adolf Hitler im Angesicht der ausweglosen Situation einen Schlussstrich unter sein Leben. Gemeinsam mit Eva Braun scheidet er am Nachmittag des 30.04. im Führerbunker der Berliner Reichskanzlei aus dem Leben.

Mehr Details:

Um Hitlers Freitod ranken sich seither die unterschiedlichsten Gerüchte, nicht zuletzt, weil vom „Führer“ nichts weiter übrig geblieben ist als ein Häufchen Asche. Auch von diesem kann nicht letzter Gewissheit gesagt werden, ob es von seiner Person stammt. Er wäre nicht Hitler gewesen, hätte er nicht auch noch die Maßnahmen nach seinem Tod generalstabsmäßig bis ins letzte Detail geplant.

Während im Süden Deutschlands US-Armee das Konzentrationslager Dachau befreit, rücken die russischen Truppen unaufhaltsam in Richtung Berlin vor. Das Deutsche Reich steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Als die Illusion einer militärischen Wende, der sich der Reichskanzler noch bis vor kurzem hingegeben hatte, nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, greift er am Nachmittag des 30. April zur Waffe und erschießt sich. Eva Brauns 33-jähriges Leben beendet eine Blausäurekapsel. Schon vorher hatte der Reichskanzler im engen Kreis seiner Mitarbeiter kundgetan, dass er weder lebendig noch tot in die Hände der Gegner fallen wolle und schon gar nicht als Leichnam in einem „russischen Panoptikum“ zur Schau gestellt werden möchte. Seinem persönlichen Adjutanten Otto Günsche gibt er die schriftliche Order, was mit den Leichen geschehen soll: Diese sollen mit Benzin übergossen, bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und vergraben werden.

So geschieht es dann vermutlich auch: Während der Führerbunker unter Artilleriebeschuss steht, werden im Garten der Reichskanzlei die sterblichen Überreste des Paares „beseitigt“. Außer der 23 Jahre jüngeren Eva nimmt er das für ihn liebste mit in den Tod: seinen Schäferhund „Blondie“. Den einzigen Beweis, dass es sich bei den später gefundenen Überresten um ihn und Eva Braun gehandelt haben muss, erbringt ein Zahnarzt, der die Brücken und Goldfüllungen der beiden identifiziert.

Die Propaganda-Maschinerie aber arbeitet bis zuletzt: Mit „Der Führer gefallen“ meldet die Sonderausgabe einer Hamburger Zeitung den Tod Hitlers. Die Russen wiederum nehmen für sich in Anspruch, den Leichnam Hitlers beschlagnahmt zu haben. Darüber hinaus kursieren Gerüchte, dem Diktator sei mit einem U-Boot die Flucht nach Südamerika geglückt. Wer sich die letzten Tage des Führers optisch vor Augen führen möchte, hat in Bernd Eichingers Oscar-nominierten Film „Der Untergang“ dazu Gelegenheit. Die Hauptrolle (Adolf Hitler) ist mit einem brillanten Bruno Ganz besetzt.

Gedenktage:

1995: Mitglieder der Umweltorganisation „Green Peace“ besetzen die ausgediente Öl-Plattform „Brent Spar“ im Atlantik, die vom Betreiber Shell mitsamt der Giftrückstände im Ozean versenkt werden soll. Wegen des daraufhin folgenden monatelangen Boykotts der Bürger gegen Shell-Tankstellen zeigt sich der Konzern einsichtig und leitet die Entsorgung an Land ein.

1993: Bei einem internationalen Tennisturnier in Hamburg sticht ein Unbekannter auf die Weltranglistenerste Monica Seles ein. Der offensichtlich psychisch verwirrte Attentäter entpuppt sich als besessener Fan von Steffi Graf, der mit dieser Tat seinem Idol wieder auf Platz eins verhelfen wollte.

1991: Im Werk Sachsenring in Zwickau läuft der letzte Wagen des Typs „Trabant“ vom Produktionsband. Damit wird der vom Volk geliebte, robuste Kleinwagen, dessen Anfänge bis zu einem Beschluss des Präsidiums des Ministerrats der DDR im Jahr 1954 zurückverfolgt werden können, eines der populärsten Opfer der Wende.

1927: Der Berliner Neurologe Heinrich Schulz stellt auf einem Kongress für Psychotherapie alternative Entspannungsmethoden vor, die im Jahr darauf unter der Bezeichnung „Autogenes Training“ bekannt werden.

1803: Für rund 60 Millionen Francs verkauft der Kaiser der Franzosen, Napoleon I., der durch seine Eroberungsfeldzüge in Europa knapp bei Kasse ist, das Territorium Louisiana an die USA. Louisiana wird 1812 als 18. Bundesstaat den Vereinigten Staaten einverleibt.

Geburtstage:

1968: Verona Pooth (Feldbusch); deutsche TV-Moderatorin. Die in Bolivien geborene ehemalige „Miss Germany“ moderierte vormals die TV-Show („Peep!“) und verdient ihr Geld als Werbeträgerin für Spinat, Marmelade und die Auskunft. Nach der Blitzehe mit Dieter Bohlen, die seinerzeit für Schlagzeilen sorgte, hat sie ihren Freund Franjo Pooth geheiratet und ist inzwischen Mutter eines Söhnchens namens San Diego.

1911: Luise Rinser († 17.3.2002); deutsche Schriftstellerin, Pädagogin und Politikerin (Die Grünen). In ihren Romanen, Erzählungen, Hör- und Fernsehspielen besticht die Autorin, die in dritter Ehe mit dem Komponisten Carl Orff verheiratet war, durch eine schnörkellose Sprache und gesellschaftlich-kämpferische Positionen. Bekannte Werke: „Mitte des Lebens“ (1950) und „Bruder Feuer“ (2001).

1870: Franz Lehár († 24.10.1948); österreichisch-ungarischer Komponist. Vom Orchestergeiger und Militärkapellmeister stieg er zum Meister der Wiener Operette auf. Heiter und beschwingt sind alle seine Werke; beste Beweise dafür sind „Die lustige Witwe“, „Der Graf von Luxemburg“ und das berühmte „Land des Lächelns“.

1883: Jaroslav Hasek († 3.1.1923); tschechischer Schriftsteller. Bekannt wurde der Prager Autor vor allem mit seinem mehrfach verfilmten Roman „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ – der Filmfigur verhalfen unter anderem Heinz Rühmann und Fritz Muliar zum Kinoerfolg.

1777: Carl Friedrich Gauß († 23.2.1855); deutscher Mathematiker, Astronom und Physiker. Mit den „Disquisitiones arithmeticae“ (1801) schuf er die Grundlage der modernen Zahlentheorie. 1807 wurde er Direktor der Göttinger Sternwarte und veröffentlichte zwei Jahre später die „Theorie der Bewegungen der Himmelskörper“.

Copyright Rosmarie Elsner

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