Vergesst nicht alles, über CORONA!


Werdet Stammzellenspender!

„Trotz Corona – vergesst (auch!) Leukämiepatienten nicht… 

München – Martin Mitterer hat es selbst durchgemacht. Vor 9 Jahren litt er an Leukämie. Weil es für die Behandlung seiner lebensbedrohlichen Erkrankung keine Alternative gab, wurden ihm die Stammzellen eines damals unbekannten Spenders übertragen. Die Transplantation war erfolgreich, bereits 9 Wochen danach durfte er die Klinik schon wieder verlassen.

baer-0065.gif von 123gif.deDoch an das Gefühl der Isolation kann er sich noch sehr gut erinnern: „Ich weiß, wie es den vielen Menschen derzeit geht, die sich wegen der Corona-Krise quasi eingesperrt fühlen. Das ist eine sehr harte Zeit. Ich war neun Wochen lang vollkommen isoliert, konnte nur ab und zu das Zimmer für eine halbe Stunde verlassen. Auch als ich wieder zu Hause war, hatte ich große Einschränkungen.“

Heute ist Martin Mitterer verheiratet, hat zwei Kinder und geht mit Leidenschaft seinem Beruf als Arzt am Klinikum in Ebersberg nach. Sein Immunsystem ist inzwischen wieder so stabil, dass er sogar in diesen schwierigen Zeiten weiter im Krankenhaus arbeiten darf. Der geheilte Patient durfte seine Spenderin, eine gebürtige Kroatin, nach 2 Jahren kennenlernen. Er erinnert sich: „Als ich sie das erste Mal gesehen habe, waren wir uns gleich total verbunden. Ich war unglaublich dankbar. Sie hat mir das Leben gerettet, das kann man durch nichts aufwiegen! Wir haben immer noch Kontakt. Heute ist Marina, so heißt mein genetischer Zwilling, sogar die Taufpatin meines Sohnes.“ 

Doch der Unfallchirurg sieht die derzeitigen Entwicklungen mit Sorge. Auch in seiner Klinik häufen sich die COVID-19-Fälle von Tag zu Tag. „Unabhängig von Corona dürfen wir die Leukämiepatienten nicht vergessen. Viele sind dringend auf eine Stammzelltransplantation angewiesen. Sie müssen weiter behandelt werden, denn sonst läuft ihnen die Zeit davon!“ Martin Mitterer befürchtet, dass sich die Situation für viele Patienten, die an einer Erkrankung des blutbildenden Systems leiden, verschlimmern könnte, wenn die Anzahl der Spender zurückgeht. Typisierungsaktionen zur Gewinnung neuer Stammzellspender sind derzeit nicht durchführbar, um sowohl die Spender als auch die Aktionshelfer nicht einem Infektionsrisiko auszusetzen.

„Nutzt die Zeit sinnvoll, die ihr zu Hause verbringen müsst!“
Deshalb appelliert er an alle, die gesund und zwischen 17 und 45 Jahre alt sind: „Nutzt die Zeit sinnvoll, die ihr ohnehin zu Hause verbringen müsst. Bestellt euch online ein Lebensretterset der Stiftung AKB und werdet so ganz einfach Stammzellspender.“ Das Set wird nach der online-Registrierung unter www.akb.de direkt nach Hause geschickt. Nach einem simplen Wangenabstrich werden die Wattetupfer portofrei wieder an die Stiftung AKB gesandt. Stammzellspender zu werden geht also trotz Corona vollkommen gefahrlos und ohne Infektionsrisiko. “Setzt ein Zeichen der Solidarität und lasst euch typisieren, denn auch in Zeiten wie diesen brauchen Leukämiepatienten Lebensretter wie euch!“

Noch immer wartet jeder fünfte Patient vergeblich auf einen passenden Spender. „Das können wir gemeinsam ändern – trotz Corona!“, fordert Martin Mitterer auf. Jeder Neuregistrierte könnte der Lebensretter für einen Leukämiepatienten sein. Das Lebensretterset der Stiftung AKB kann kostenfrei online unter www.akb.de angefordert werden. Es enthält alles, was für die Registrierung als Stammzellspender benötigt wird, und kommt direkt nach Hause.


 

Leukämie

Die heimtückische Krankheit Leukämie, auch Blutkrebs genannt, ist die häufigste Krebsart bei Kindern und Jugendlichen. Täglich erhalten rund 30 Menschen in Deutschland diese niederschmetternde Diagnose. Für viele von ihnen ist eine Stammzelltransplantation die einzige Möglichkeit, geheilt zu werden.

Stammzellen retten Leben:
Wenn rechtzeitig ein passender Stammzellspender gefunden wird, ist Leukämie heilbar. Für Leukämiepatienten weltweit erhöht jeder neu Registrierte die Chance, wieder ganz gesund zu werden. Typisieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 45 Jahren, der gesund und in guter körperlicher Verfassung ist. Dabei sind nur wenige Tropfen Blut oder ein Wangenabstrich und ein paar Minuten Zeit notwendig.

Eine Stammzell- oder Knochenmarkspende hat nichts mit dem Rückenmark zu tun:
Stammzellspenden finden heute meist ambulant über die Armvene statt. Nur in 20 Prozent der Fälle wählen die Transplanteure eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm. Eine Stammzellspende findet immer mit persönlicher Betreuung und einer umfassenden Aufklärung und Beratung durch die Ärzte und das Ambulanzteam der Stiftung AKB in Gauting oder in München beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes statt.

Auch Geldspenden können Leben retten:
Jede Typisierung eines neuen, potenziellen Stammzellspenders kostet 35 Euro. Die Stiftung AKB muss für alle Typisierungskosten selbst aufkommen, denn sie werden weder von staatlicher Seite, noch von den Krankenkassen übernommen.
Wenn Sie die Stiftung AKB dabei finanziell unterstützen möchten, können Sie das unter folgender Bankverbindung tun:

Spendenkonto der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern:
Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg
IBAN: DE67 7025 0150 0022 3946 88
BIC: BYLADEM1KMS
Verwendungszweck: Spenden

Über die AKB:
Insgesamt betreut die Stiftung AKB heute über 320.000 Stammzellspender vornehmlich aus Bayern. Bislang wurden schon über 4.800 Stammzellspenden vermittelt, täglich kommen drei bis vier neue dazu. Hauptaufgaben der Stiftung und ihrer hundertprozentigen Tochter, der Bayerischen Stammzellbank gGmbH, sind Ausbau und Verwaltung der Spenderdatei, die Vermittlung von Stammzellspendern sowie die Durchführung von Stammzell- und Knochenmarkentnahmen. Zur Finanzierung der Registrierung neuer Stammzellspender, die die aufwendige molekulargenetische Analyse der Gewebemerkmale umfasst, ist die Stiftung AKB auf Geldspenden angewiesen.
Mehr Informationen:  AKB und Bayern gegen Leukemie

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