Kalenderblatt Montag 30.3.2020

Kalenderblatt Montag, 30. März 2020

Zitat des Tages: „Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.“ Vincent van Gogh (1853-1890)

indianer-0005.gif von 123gif.de30.3.1912: Abschied von Karl May: Von Sachsen in den Wilden Westen

Im Alter von 70 Jahren stirbt heute in Radebeul bei Dresden der Schriftsteller Karl May, der Schöpfer berühmter Roman- und Leinwandhelden wie Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi. In seinen über 60 Erzählbänden fesselt der mitunter wegen seiner Verherrlichungen heftig kritisierte Autor noch heute eine vorwiegend jugendliche Leserschar.

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Lange Zeit vor dem Entstehen legendärer Figuren wie Winnetou und seinem weißen Bruder Old Shatterhand begann der populäre Volksschriftsteller seine Laufbahn mit Erzählungen aus dem Erzgebirge und Kurzgeschichten für Dresdner Zeitungen. Besonders lukrativ schienen diese redaktionellen Tätigkeiten wohl nicht gewesen zu sein, denn verschiedentlich kam der junge Karl May wegen Eigentumsdelikten mit dem Gesetz in Konflikt. Bereits als 20-Jähriger wanderte er für sieben Jahre ins Gefängnis; die „ruhige“ Zeit hinter Gittern muss seiner ohnehin ausgeprägten Phantasie Flügel verliehen haben, die er zum Schreiben seiner spannenden Abenteuerromane nutzte – an fernen Schauplätzen, die er bis dahin nie in natura gesehen hatte. Erst das Honorar aus seinen Publikationen verschaffte Karl May die Möglichkeit zum Besuch der fremden Länder und Stätten, die er in seinen Büchern so ideenreich beschrieb.

Ende des 19. Jahrhunderts, inzwischen um die 50, machten ihn seine Reiseerzählungen und Abenteuerromane, die teils im Vorderen Orient, teils im Wilden Westen Nordamerikas spielten, zum meist gelesenen Autor seiner Zeit. Literaturkritiker haben dem populären Sachsen häufig seine moralisch unantastbaren Heldengestalten, die naturverklärten Ideale und die sentimentale Handlung vorgeworfen, vermutlich genau jene Elemente, die insbesondere jugendliche Leser in ihren Bann zogen (und immer noch ziehen). Wie sonst ließe sich der außerordentliche Roman- und Filmerfolg von „Der Schatz im Silbersee“, „Winnetou“, „Old Surehand“ oder „Durchs wilde Kurdistan“ erklären? Noch immer zieht es jährlich mehrere Generationen seiner Anhänger zu den Karl-May-Festspielen nach Bad Segeberg; noch immer sitzen Familienmitglieder gerührt vor dem Fernsehgerät, wenn Rothaut „Winnetou“ alias Pierre Brice und der verstorbene Lex Barker in der Rolle des „Old Shatterhand“ sich ewige Freundschaft geloben; noch immer werden Tränen zerquetscht, wenn der edle Häuptling der Apachen im letzten „Winnetou“-Teil in die ewigen Jagdgründe eingeht. Eine solch heroische Lagerfeuerromantik überdauert auch ihre ärgsten Kritiker beziehungsweise taugt sogar zum Klamauk, wie Michael „Bully“ Herbig mit der Parodie „Schuh des Manitu“ (2001) bewies.

Gedenktage:

1996: Wetten, dass „Wetten, dass..?“ noch weitere 100 Male über den Bildschirm flimmert? In Düsseldorf moderiert Thomas Gottschalk heute die 100. Sendung dieser beliebten Samstagabend-Show, die auf einer Idee von Frank Elstner beruht.

1987: Vincent van Goghs berühmtes Gemälde „Sonnenblumen“ wechselt im Londoner Auktionshaus Christie’s für umgerechnet 72,5 Mio. Mark den stolzen Besitzer. Der niederländische Künstler hatte es im August 1888 im südfranzösischen Arles für das Gästezimmer seines von ihm verehrten Kollegen Paul Gauguin gemalt.

1981: Beim Verlassen eines Hotels in Washington wird US-Präsident Ronald Reagan von der Kugel eines Attentäters getroffen. Schütze John Hinckley, ein geistig verwirrter Einzeltäter, schießt dem Staatsoberhaupt in die Lunge, fügt Pressesprecher James Brady schwerste Kopfverletzungen zu und verwundet zwei Sicherheitsbeamte.

1936: Der Zeppelin „Hindenburg“ geht von Friedrichshafen aus auf seine erste Südamerikareise. Das Luftschiff, das 25 Besatzungsmitgliedern und 75 Passagieren Platz bietet, soll künftig alle zwei Wochen zwischen Frankfurt am Main und Rio de Janeiro verkehren.

1867: Ein Handel wird perfekt: Russland überlässt Alaska für 7,2 Mio. Dollar den Vereinigten Staaten. Erst mit dem Goldrausch gegen Ende des Jahrhunderts erfährt der Neuerwerb gebührende Beachtung und lässt spätestens mit der Entdeckung von Erdöl den Kauf als „Schnäppchen“ erscheinen.

Geburtstage:

1951: Wolfgang Niedecken; deutscher Gitarrist und Leadsänger der Gruppe BAP. Bereits seit 1979 sorgt die Band mit Liedern im kölschen Dialekt für Aufsehen. Auch wenn kaum einer den Text versteht, sind Songs wie „Verdamp lang her“ und „Jupp“ ausgesprochen erfolgreich. Als Solist interpretierte Niedecken Bob Dylan neu: natürlich auf kölsch.

1945: Eric Clapton, eigentlich E. Patrick Clapp; britischer Gitarrist und Sänger. „Mr. Slowhand“ bewies 1993 mit seinem Album „Unplugged“, dass seine Songs auch ohne Power aus der Steckdose auskommen. Sein Repertoire umfasst neben Blues und Rock („I Shot The Sheriff“) auch sehr gefühlvolle Balladen wie „Wonderful Tonight“ und „Tears In Heaven“.

1937: Warren Beatty; US-amerikanischer Schauspieler und Bruder des Leinwandstars Shirley MacLaine. Die Gangsterkomödie „Bonnie and Clyde“ war zwar sein bekanntester Film, den Oscar erhielt er jedoch sowohl für seine Darstellung in „Der Himmel soll warten“ (1978) als auch für die Regiearbeit zum Filmdrama „Reds“ (1981), zu dem er auch das Drehbuch schrieb.

1853: Vincent van Gogh († 29.7.1890); niederländischer Maler. Sein Leben war ein einziger verzweifelter Kampf gegen Armut, Alkoholismus und Geisteskrankheit. Der Impressionist, der zu den originellsten Künstlern aller Zeiten gezählt wird und dessen Werke heute zweistellige Millionenbeträge erzielen, hatte bis zu seinem Freitod kein einziges seiner Bilder verkauft.

1746: Francisco José de Goya y Lucientes († 16.4.1828); spanischer Maler und Grafiker. Er begann seine Karriere mit Porträts (u.a. „Die nackte Maja“) und farbenprächtigen Wandteppichen, nach einer schweren Krankheit bestimmten jedoch die „Schwarzen Gemälde“ sein Schaffen, so auch seine berühmte Radierung „Das Erschießungskommando“.

Copyright Rosmarie Elsner

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