Kalenderblatt Dienstag 24.3.20

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Zitat des Tages: „Die schlimmste Wirkung des Kapitalismus ist, dass man glaubt, alles, was man bezahlen kann, gehöre einem.“ Martin Walser (1927)

24.3.1999: Flammendes Inferno im Montblanc-Tunnel

Ein mit Margarine und Mehl beladener belgischer Lastwagen, der am Vormittag des 24. März 1999 auf seiner Fahrt nach Italien mitten im Montblanc-Tunnel in Brand gerät, löst das bisher schwerste Unglück in der Geschichte der elfeinhalb Kilometer langen Straßenröhre zwischen Frankreich und Italien aus. 39 Autofahrer können der Feuerhölle nicht mehr entkommen.

Mehr Details:

Blitzschnell hat sich das vom belgischen Volvo ausgehende Feuer ausgebreitet und tödliche Giftgase freigesetzt. Der automatische Stau, der sich bei dem Unglück bildet und in den zunächst 11 Pkws und 20 Lastwagen verwickelt sind, gerät für die meisten Insassen zur Todesfalle. In kürzester Zeit schwillt die Temperatur im Tunnel auf 1.000 Grad an, Giftgase und Rauch verpesten die Luft, die übermäßige Frischluftzufuhr tut ein übriges, um die Feuersbrunst anzufachen. Bis sich die Feuerwehrtrupps zum ausgebrannten Lkw-Wrack in der Mitte der 11,6 km langen Röhre zwischen dem französischen Chamonix und dem italienischen Entrèves vorgearbeitet haben, kommt für die meisten der beteiligten Fahrzeuge und deren Insassen jede Hilfe zu spät. Nur ganz wenigen gelingt es, die rettenden Fluchtstollen zu Fuß zu erreichen. Den Feuerwehrmännern bietet sich ein Bild des Grauens, als sie endlich an die Unglücksstelle vordringen und ausgebrannte Wracks, geschmolzene Asphalt- und Betondecken und erstickte, bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Opfer vorfinden.

Nur wenige Monate später ereignet sich in Österreichs Tauerntunnel eine ähnliche Brandkatastrophe. Auch hier ist es ein Lastwagen, der rund einen Kilometer vor der rettenden Tunnelausfahrt mit überhöhter Geschwindigkeit einen Auffahrunfall verursacht, mehrere Personenkraftwagen rammt, die wiederum in einen mit Lackdosen beladenen Laster krachen, der sofort Feuer fängt.

Als Unglücksursache werden in beiden Fällen von den Sicherheitsexperten mehrere Faktoren genannt: Zum einen verfügen die betroffenen, in den 60er Jahren erbauten Straßentunnels über nur eine Röhre, schlecht zu erreichende Schutzzonen und veraltete Ventilationssysteme. Hinzu kommt der kontinuierlich in Richtung Süden anschwellende Strom der Lastwagen, die sich gerade bei den steilen Zufahrten in den Alpen rasch erhitzen und im Ernstfall leicht entzünden. Nicht zuletzt führt auch die zunehmende Unvernunft der Autofahrer, die trotz des vorgeschriebenen Tempos 80 mit unverminderter Geschwindigkeit durch die engen Röhren rasen und sich selbst im dunklen Innern riskanten Überholmanövern aussetzen, zu solch verheerenden Katastrophen.

Nach den schrecklichen Geschehnissen bleibt der Montblanc-Tunnel drei Jahre für den Lkw-Verkehr gesperrt. Erst am 8. März 2002 wird der erste Lastwagen wieder den Tunnel passieren dürfen.

Gedenktage:

1999: Erstmals seit Beendigung des Zweiten Weltkriegs beteiligen sich deutsche Soldaten wieder an einem Kampfeinsatz. Bundeskanzler Gerhard Schröder teilt am Abend diesen Regierungsbeschluss der Bevölkerung in einer Fernsehansprache mit. Zur gleichen Zeit bestätigt die NATO den Beginn der Luftangriffe auf militärische Ziele in Jugoslawien.

1989: Weil der Kapitän zu tief ins Glas geschaut und seinem Dritten Offizier das Steuer überlassen hat, kommt es vor der Südküste Alaskas zu einem schweren Tankerunglück: Die mit über 200.000 Tonnen Öl beladene „Exxon Valdez“ läuft auf ein Riff und verursacht eine Verseuchung der Küste auf über 1000 km Länge.

1986: „Jenseits von Afrika“, der Spielfilm, der das Leben der dänischen Schriftstellerin und Baronesse Tanja Blixen in Kenia nachzeichnet, wird von der Academy of Motion Pictures in Hollywood mit sieben Oscars gekürt. Hochkarätig sind auch die Schauspieler: Meryl Streep, Robert Redford und Klaus-Maria Brandauer.

1969: Ungewöhnlicher Einsatz für den Weltfrieden: In einem Hotel in Amsterdam veranstalten Beatle John Lennon und seine frisch angetraute japanische Ehefrau Yoko Ono ein so genanntes „Bed-in“, eine Art „Honeymoon“ in einem Bett vor aller (Kamera)Augen.

1944: In einem blutigen Racheakt werden unter Führung von SS-Obersturmbannführer Herbert Kappler in den Höhlen bei Ardea in Italien 335 willkürlich aufgegriffene Geiseln erschossen. Dem Vergeltungsakt war ein Sprengstoffattentat in Rom vorausgegangen, bei dem 33 deutsche Polizisten umgekommen waren.

Geburtstage:

1960: Nena, eigentlich Gabriele Kerner; deutsche Sängerin. Neue Deutsche Welle hieß das Zauberwort, mit dem Nena in den 80ern ihre Karriere begründete. Ihr Song „99 Luftballons“ rangierte sogar in den US-Charts ganz vorne. Die flotte Mutter von vier Kindern besingt auch Alben mit Kinderliedern, wurde 2003 als beste Künstlerin mit dem Schallplattenpreis „Echo“ ausgezeichnet und landete seither neue Hits wie „Liebe ist“.

1943: Marika Kilius; deutsche Eiskunstläuferin. Auch wenn es sich die Sportfans noch so sehr wünschten – sie war mit ihrem Partner Hans-Jürgen Bäumler nur auf dem Eis ein Paar; dafür aber ein besonders erfolgreiches: mit sechs EM- und zwei WM-Titeln. Die kühle Frankfurterin hat zwei gescheiterte Ehen hinter sich und steht heute im Ruf, eine „toughe“ Immobilienmaklerin zu sein.

1930: Steve McQueen († 7.11.1980); US-amerikanischer Filmschauspieler. Unvergessen sind seine Rollen als halsbrecherischer Motorradfahrer in „Gesprengte Ketten“, als „Bulle“ in „Bullit“ oder im Western „Die Glorreichen Sieben“. Der beliebte Leinwandstar war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Ali McGraw verheiratet und starb 1980 an einem Krebsleiden.

1927: Martin Walser; deutscher Schriftsteller. Der mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zeichnet mit feiner Ironie in seinen sprachlich brillanten Romanen (u.a. „Halbzeit“, „Das Einhorn“) und Hörspielen ein kritisches Bild der deutschen Gesellschaft. 1998 wird er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet; seine Dankesrede löst eine heftige Kontroverse mit Ignatz Bubis, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, aus, der Walser der „geistigen Brandstiftung“ bezichtigt.

1891: John Knittel († 26.4.1970); in Indien geborener Schriftsteller. Der Sohn eines Schweizer Missionars reiste viel in der Weltgeschichte herum, wo er auch den Stoff für seine abenteuerlichen Romane fand. Viele davon haben ihren Ursprung im Orient („El Hakim“), aber auch in seiner Graubündener Heimat („Via Mala“).

Copyright Rosmarie Elsner

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