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Kalenderblatt Aschermittwoch, 26. Februar 2020

tiger-0006.gif von 123gif.deZitat des Tages: „Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.“ Victor Hugo (1802-1885)

26.2.1977: Illegale Zapfsäulen: Es darf gelauscht werden!

Ein Abhörskandal erschüttert am 26. Februar 1977 die Bundesrepublik. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet von einem „Lauschangriff“ des Verfassungsschutzes auf den deutschen Atomphysiker Klaus Traube, der, wie sich herausstellt, zu Unrecht verdächtigt wurde, Kontakte zu einer Terrorgruppe unterhalten zu haben.

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Deutschland stand Mitte der 70er Jahre verstärkt im Zeichen von Terrorismus und Gewalt. Die RAF (Rote Armee Fraktion) hatte dem Rechtsstaat gewissermaßen den Krieg erklärt und sorgte mit immer spektakuläreren Anschlägen für eine Erschütterung der Nation. Vielleicht lässt sich damit erklären – wenngleich nicht rechtfertigen –, dass der bundesdeutsche Verfassungsschutz aus einer gewissen „Hilflosigkeit“ bei der Bekämpfung des Terrorismus auch zu Mitteln griff, die außerhalb jeder Legalität standen. Die „Abhöraffäre Traube“ ist der beste Beweis dafür.

Wissenschaftler Klaus Traube war als früherer Leiter maßgeblich an der Entwicklung des Reaktorbaus „Schneller Brüter“ im Unternehmen Interatom GmbH in Kalkar am Niederrhein beteiligt und hatte später mit einer Anti-Atom-Bewegung sympathisiert. Grund genug für die deutschen Behörden, Verdachtsmomente zu hegen, der renommierte Atomphysiker könne inzwischen Kontakte zu terroristischen Organisationen pflegen? Wie durch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ aufgedeckt wurde, hatte der Verfassungsschutz mit Billigung des Bundesinnenministeriums bereits 1975 die Telefongespräche des Atomwissenschaftlers abgehört und heimlich Nachforschungen bei Traubes Arbeitgeber angestellt. Eine Steigerung erfuhr dieses gesetzeswidrige Verhalten noch dadurch, dass in die Wohnung von Traube eingebrochen und dort „Abhörwanzen“ angebracht wurden. Der zuständige Bundesinnenminister Werner Maihofer, der von der Abhöraffäre erst nachträglich erfahren haben will, begründete den rechtswidrigen „Lauschangriff“ damit, es habe sich hier um eine „unmittelbare Gefahr von äußerster Brisanz“ gehandelt.

Die Verdächtigungen gegen den Atomphysiker stellten sich im Nachhinein als völlig unzulänglich heraus.

Der „Fall Traube“ blieb nicht die einzige Abhöraffäre des Jahres 1977. Im März gab der Innenminister von Baden-Württemberg, Lothar Späth, zu, dass auch im Stammheim-Prozess gegen die RAF-Mitglieder die Mandantengespräche der Verteidiger seit rund zwei Jahren heimlich „mitgehört“ wurden. Als Grund für die gesetzeswidrige Aktion gab er einen „übergeordneten Notstand“ an.

Gedenktage:

1993: Ein Bombenattentat auf das „World Trade Center“ versetzt die New Yorker Bürger in Angst und Schrecken. Bei dem von radikalen islamischen Fundamentalisten verübten Anschlag werden sechs Menschen getötet und über 300 Angestellte des Bürohochhauses verletzt.

1983: In der Schweiz ergeht der Beschluss, dass alle Benutzer der eidgenössischen Autobahnen ab 1985 mit einer jährlichen Autobahngebühr von 30 Schweizer Franken rechnen müssen. Grund für die Maut ist eine Überlastung der Schnellstraßen durch den Alpentransitverkehr.

1961: Mohammed V. ben Jusuf, Regent des nordafrikanischen Königreichs Marokko, stirbt im Alter von 51 Jahren. Als Sultan bestieg er 1927 den Thron, die französischen Kolonialherren schickten ihn 1953 in die Verbannung. 1957 nahm er den Königstitel an, der nach seinem Tod an Sohn Hassan übergeht.

1924: In München beginnt der Prozess gegen die Rädelsführer des vereitelten Hitler-Putschs vom November 1923 an der Münchner Feldherrnhalle. Adolf Hitler wird im April zu einer fünfjährigen Festungshaft in Landsberg verurteilt, die er nur zum Teil verbüßt und zum Schreiben seines Buches „Mein Kampf“ nutzt.

1901: Im Berliner Fischer-Verlag erscheint das Erstlingswerk des Schriftstellers Thomas Mann: die Familiensaga „Buddenbrooks“. Der Roman, der autobiografische Züge trägt und seinen Autor weltberühmt macht, erzählt die Geschichte einer angesehenen Lübecker Patrizier- und Kaufmannsfamilie.

Geburtstage:

1954: Alice, eigentlich Carla Bissi; italienische Rocksängerin. Die zierliche Künstlerin mit der gewaltigen Stimme („Per Elisa“) wurde als 15-Jährige auf dem San-Remo-Festival entdeckt. In Deutschland wurde sie mit dem Lied „Zu nah am Feuer“, im Duo mit dem deutschen Sänger Stefan Waggershausen, bekannt.

1949: Elizabeth George; US-amerikanische Schriftstellerin. Die Dozentin für Englisch und Literatur, die über einen Abschluss in Psychologie verfügt, gehört zweifellos zu den derzeit bekanntesten Krimi-Autorinnen. Die Aufklärung in ihren spannenden Romanen, die ausnahmslos in England spielen, betreiben der adelige Inspektor Lynley und seine Assistentin Barbra Havers („Im Angesicht des Feindes“, „Nie sollst du vergessen“).

1932: Johnny Cash; US-amerikanischer Countrysänger († 12.9.2003). „The Man in Black“ (Cash trat ausnahmslos in schwarzen Klamotten auf) gab mehrfach Konzerte in Strafanstalten und sang unter anderem im berüchtigten Gefängnis von San Quentin seine Hits „A Boy Named Sue“ und „Ring Of Fire“. Sein erster Millionenseller wurde im Jahr 1956 der Titel „Walk The Line“, der auch dem Spielfilm über Cash’s Leben (2005, mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle) den Namen gab.

1846: William Frederick Cody, besser bekannt als „Buffalo Bill“ († 10.1.1917); US-amerikanischer Pionier. Der legendäre und vielseitige Westernheld (Fährtensucher, Viehtreiber, Goldgräber, Postreiter) sorgte auch mit tollkühnen Auftritten in seinen Wildwestshows, zeitweise gemeinsam mit Indianerhäuptling „Sitting Bull“, für Aufsehen.

1802: Victor Hugo († 22.5.1885); französischer Schriftsteller. Der zu den bedeutendsten Romancier seiner Epoche zählende Autor, Sohn eines geadelten napoleonischen Generals, verfasste den fünfteiligen Roman „Les Misérables“ („Die Elenden“, 1862), „Die Arbeiter des Meeres“ (1866) und das mehrfach verfilmte Meisterwerk „Der Glöckner von Notre-Dame“, 1831.

Copyright Rosmarie Elsner

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