Kalenderblatt Samstag 28.12.19

Kalenderblatt Samstag, 28. Dezember 2019

Zitat des Tages: „Von einem bestimmten Alter an sollte man lernen, sich seine Feinde auszusuchen.“ Hildegard Knef (1925-2002) 

film-0041.gif von 123gif.de28.12.1895: Sternstunde des modernen Kinos

In einem Café in Paris schlägt am 28. Dezember 1895 die Geburtsstunde des kommerziellen Kinos. Dort führen der 33-jährige Auguste Lumière und sein jüngerer Bruder Louis Jean einem staunenden Publikum eine Reihe Kurzfilme vor. Die weltweit erste öffentliche Filmvorführung vor zahlender Kundschaft dauert knapp 20 Minuten und beschert dem geschäftstüchtigen Brüderpaar schon nach wenigen Wochen eine Tageseinnahme von rund 2.500 Francs.
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Das Vorführgerät, das die beiden aus Besançon in Südfrankreich stammenden Phototechniker dabei benützen, erinnert auf den ersten Blick an das von Thomas Alva Edison entwickelte Kinetoskop. Dieses hatte sich der berühmte US-Erfinder jedoch nur in den Vereinigten Staaten und nicht im Ausland patentieren lassen. Edison zeigte an einer Weiterentwicklung ohnehin nur mäßiges Interesse, da er darin vordergründig ein Medium für „billige Unterhaltung“ sah und dessen künftige Bedeutung total verkannte. Sein 1877 konstruierter „Phonograph“ und dessen Verbesserung lagen ihm viel mehr am Herzen.Als Plagiat lässt sich der von den Lumières konstruierte Filmprojektor jedoch keineswegs bezeichnen; dieser baut zwar auf Edisons Gerät auf, wurde aber von den Brüdern systematisch weiterentwickelt. Bei Edisons Kinetoskop hingegen handelte es sich um ein Betrachtungsgerät für bewegte Bilder, das jeweils nur von einer Person benutzt werden konnte. Mit dem Projektionsapparat à la Lumière wurden die Bilder erstmals von Filmrollen abgespult; dafür war eigens eine Vorrichtung oberhalb des Objekts angebracht worden – zur Aufnahme von Rollen unterschiedlicher Größe. Überdies hatte der 31-jährige Louis Jean bereits mit einem von ihm entwickelten Kinematographen – dem Vorläufer des Filmprojektors – im Vorjahr bewiesen, welcher Erfindergeist in ihm steckt. Auch später wird man noch von zahlreichen phototechnischen Innovationen aus dem Hause Lumière hören: z.B. der Autochromplatte (1903), die wie viele andere zündende Produktneuheiten aus der gemeinsamen Fabrik für Photomaterial stammt.Da die Kinobilder nun erfolgreich zum Laufen gebracht worden sind, dauert es nicht mehr lange, bis die weltweit erste Filmproduktionsfirma aus der Taufe gehoben wird. Auch diese hat ihren Ursprung in der Seinemetropole Paris: Am 2. Dezember 1897 wird – ebenfalls von einem französischen Brüderpaar, Charles und Emile Pathé – die Produktionsfirma „Pathé Cinéma“ gegründet, der im internationalen Filmgeschehen bald eine führende Rolle zukommen wird.Gedenktage:1992: Schriftsteller Günter Grass, seit 1982 SPD-Mitglied, erklärt aus Protest seinen Rücktritt aus der Partei. Grund ist die veränderte Gesinnung der Parteigenossen in Sachen „Asylrecht“, die der Autor der „Blechtrommel“ als Heuchelei empfindet.1984: Bei den Parlamentswahlen in Indien erringt die Kongresspartei von Ministerpräsident Rajiv Gandhi mit 401 von 508 Mandaten eine überwältigende Mehrheit. Drei Tage nach dem Wahlsieg wird der Sohn der im Oktober 84 ermordeten Premierministerin Indira G. erneut in seinem Amt bestätigt.1908: In den frühen Morgenstunden macht ein verheerendes Erdbeben auf der Mittelmeerinsel Sizilien die Städte Messina und Reggio Calabria dem Erdboden gleich. Über 100.000 Einwohner kommen bei den Erdstößen ums Leben, davon allein 84.000 in dem schon mehrfach von Beben verwüsteten Messina.1905: In London findet die Uraufführung des Märchenspiels „Peter Pan“ aus der Feder des schottischen Schriftstellers James Matthew Barrie statt. Ein halbes Jahrhundert später nehmen sich die kalifornischen Disney-Filmstudios des reizvollen Stoffes an: der Geschichte über einen kleinen Jungen an, der nicht erwachsen werden will und mit einer Schar verlorener Kinder im „Niemandsland“ haust.1831: Pressefreiheit. Auf Druck von Seiten liberaler Politiker erlässt die Regierung in Baden das „Press-Gesetz“, das die bisherige Zensur der Presse im Großherzogtum aufhebt. Schon kurz nach dem Erlass, der im Widerspruch zu den „Karlsbader Beschlüssen“ vom August 1819 steht, wird der Markt mit Zeitschriften überschwemmt, die freiheitliches Gedankengut verbreiten.Geburtstage:1954: Denzel Washington; US-amerikanischer Filmschauspieler. Eine Glanzrolle lieferte er als farbiger Anwalt eines Aids-Kranken (dargestellt von Tom Hanks) im mit mehreren Oscars gekürten Filmdrama „Philadelphia“. Darüber hinaus sah man ihn an der Seite von Julia Roberts im Thriller „Die Akte“ und in der Shakespeare-Verfilmung „Viel Lärm um Nichts“. 2001 erhielt er den Oscar als Bester Hauptdarsteller für seine Rolle in „Training Day“.1932: Manuel Puig († 22.7.1990); argentinischer Schriftsteller, der zu den meist übersetzten Autoren im lateinamerikanischen Sprachraum gehört. Seine Werke tragen unverkennbar avantgardistische Züge, wie die Romane „Der Kuss der Spinnenfrau“ (1976), der auch erfolgreich verfilmt wurde, oder „Der schönste Tango der Welt“ (1978) bezeugen.

1925: Hildegard Knef († 1.2.2002); deutsche Schauspielerin, Sängerin und Buchautorin. Die deutsche Nation schockierte sie 1951 mit einer winzigen Nacktszene im Willi-Forst-Film „Die Sünderin“. In späteren Jahren war sie als Chansonsängerin erfolgreich („Für mich soll’s rote Rosen regnen“) und erntete auch als Schriftstellerin mit ihrem autobiografischen Roman „Der geschenkte Gaul“ Lorbeeren.

1922: Ivan Desny († 13.4.2002); deutscher Schauspieler russischer Herkunft. Mit seinem Tod verlor die Filmszene einen ihrer letzten Stars vom alten Schlag. Den Schauspieler – Grandezza war sein Markenzeichen – man überwiegend in historischen Filmen „Anastasia, die letzte Zarentochter“; auch Regisseur Rainer Fassbinder holte ihn in „Die Ehe der Maria Braun“ vor die Kamera.

1856: Woodrow Wilson († 3.2.1924); US-amerikanischer Jurist und 28. Präsident der Vereinigten Staaten. In seine Ära fiel der Eintritt Amerikas in den Ersten Weltkrieg; nach Kriegsende war der Politiker maßgeblich an den Friedensverhandlungen mit Deutschland beteiligt. Für seine Verdienste wurde dem Politiker 1919 der Friedensnobelpreis verliehen.

Copyright Rosmarie Elsner

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