Kalenderblatt Donnerstag 12.12.19

Kalenderblatt Donnerstag, 12. Dezember 2019

Zitat des Tages: „Mit dem Aberglauben ist es auch so eine Sache: Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der sein 13. Monatsgehalt zurückgegeben hat.“ Fritz Muliar (1919)

radar-0009.gif von 123gif.de12.12.1901: Guglielmo Marchese Marconi: Funksignale über dem Atlantik
Dem italienischen Funktechniker Guglielmo Marchese Marconi gelingt heute in Neufundland, um 12.30 Uhr Ortszeit, eine Pioniertat auf dem Gebiet der Funktechnologie. Er empfängt drei kurze Morsesignale, die eine rund 3.500 km weite Strecke von England über den Atlantischen Ozean zurückgelegt haben. Experten halten die sensationelle Nachricht von der ersten Funkverbindung über den Atlantik zunächst für eine Falschmeldung.Mehr Details:

Der 12. Dezember scheint ein Glückstag im Leben des aus Bologna stammenden Funktechnikers Guglielmo Marchese Marconi zu sein. Bereits 1896 hatte er an diesem Tag in London ein Gerät vorgestellt, das die Übertragung von Impulsen und Signalen möglich machte. Der junge Mann, dessen Erfindungen man in seiner Heimat Italien jegliche Unterstützung versagte, zog – angeregt durch seine schottische Mutter – nach England und gründete dort, wo die einschlägigen Institutionen sich seinen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossener zeigten, sein eigenes Unternehmen.

Nachdem es Marconi 1900 geglückt war, eine drahtlose Verbindung über den Ärmelkanal zwischen England und Frankreich herzustellen, sollte der ganz große Coup – die telegrafische Überbrückung des Atlantiks – im Dezember 1901 folgen. Ein Gerät im englischen Cornwall schickte die Signale über eine aus Kupferdrähten bestehende Antenne, die zwischen zwei 50 m hohe Masten gespannt war, und der 27-jährige Marconi empfing das verabredete Signal auf der anderen Seite des Ozeans, in Neufundland, in Form eines Morsezeichens.

Mit diesem Experiment erbrachte der leidenschaftliche Tüftler, dessen Leistungen als Schüler so miserabel waren, dass ihm der Universitätsbesuch nur aufgrund der Beziehungen seiner einflussreichen Eltern möglich war, rein zufällig einen sensationellen Beweis: dass nämlich die vom deutschen Wissenschaftler Heinrich Hertz 1888 entdeckten elektromagnetischen Wellen der Erdkrümmung folgen und sich nicht, wie in Expertenkreisen angenommen, ausschließlich geradlinig ausbreiten. Eine Erklärung für dieses Phänomen, das die Versendung von Radiowellen um die Erdkugel möglich machte, hatte zunächst niemand. Erst später entdeckte man, dass die Reflektion der Strahlen auf die Ionisierung der oberen Schichten der Atmosphäre zurückzuführen ist.

Marconis Entdeckung markiert einen Meilenstein in der Entwicklung der Nachrichtentechnik. 1909 wurde der Erfinder gemeinsam mit dem deutschen Physiker Karl Ferdinand Braun für die Verdienste um die drahtlose Telegrafie mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Die Tatsache, dass er den begehrten Preis mit jemandem teilen musste, verärgerte den Bologneser so sehr, dass er diesen zunächst ablehnen wollte.

Gedenktage:

1985: Der Politiker Joseph „Joschka“ Fischer wird Umwelt- und Energieminister im rot-grün regierten Bundesland Hessen. Zum ersten Mal bekleidet damit ein Grüner dieses Amt. Von seiner alternativen Seite zeigt sich der 37-Jährige auch bei der Vereidigung, zu der er gewohnt leger in Jeans, Sakko und Turnschuhen erscheint.

1982: Das Privatarchiv des 1955 verstorbenen Physikers Albert Einstein, das einen etwa 50.000 Seiten umfassenden Nachlass aus den Jahren 1901 bis 1955 (darunter 33 bisher unveröffentlichte Manuskripte) beinhaltet, geht an die Hebräische Universität von Jerusalem.

1963: Im Alter von 79 Jahren stirbt in Stuttgart der Politiker Theodor Heuss, der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland (1949-59). Heuss Verdienste wurden 1959 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gewürdigt; ein nach ihm benannter Preis wird seit 1964 alljährlich für „beispielhafte demokratische Gesinnung“ verliehen.

1956: Unter der künstlerischen Leitung des Kabarettisten und Sportreporters Sammy Drechsel nimmt das politisch-satirische Kabarett „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ in München-Schwabing seine Aktivitäten auf. Die Erstvorstellung trägt den Titel: „Denn sie müssen nicht, was sie tun“.

1917: Auf Anregung des Vereins Deutscher Ingenieure wird in Berlin der Normenausschuss der Deutschen Industrie ins Leben gerufen. Zur Vereinheitlichung der Maßeinheiten setzen seine Mitglieder die Deutsche Industrie Norm (DIN) fest.

64 v. Chr.: Im Alten Rom werden sozialpolitische Reformen eingeführt: Gaius Julius Caesar legt dem römischen Volkstribun Rullus die Einführung eines Ackergesetzes nahe, in dem die Landverteilung an das städtische Proletariat geregelt wird. Damit sichert sich Cäsar die Gunst des Volkes und hilft für alle Fälle noch mit ein wenig „Stimmenkauf“ nach.

Geburtstage:

1929: John James Osborne († 24.12.1994); englischer Dramatiker, Drehbuchautor und Schauspieler, der als führender Sprecher der so genannten „zornigen jungen Männer“ seiner Generation gilt. Sein bekanntestes Werk heißt „Blick zurück im Zorn“ und stammt aus dem Jahr 1957; alle seine Dramen spiegeln die geistige und seelische Leere der jungen Generation wider.

1919: Fritz Muliar, eigentlich Friedrich Ludwig Stand; österreichischer Schauspieler. Auf Bühne und Kinoleinwand verkörperte der gebürtige Wiener häufig Rollen, die in den Zeiten der k.u.k.-Monarchie spielen: darunter „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ und „Radetzkymarsch“. Im Fernsehen sah man ihn des Öfteren in der Krimiserie „Kommissar Rex“ und in diversen „Tatort“-Episoden.

1915: Frank Sinatra († 14.5.1998); US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Entertainer mit dem Beinamen „The Voice“. „Frankieboy“, der u.a. mit Ava Gardner und Mia Farrow verheiratet war und dem auch Kontakte zur Mafia nachgesagt wurden, erhielt 1954 einen Oscar für seine Rolle im Film „Verdammt in alle Ewigkeit“. Songs wie „My Way“, „Strangers in the Night“ oder das Duett mit Tochter Nancy „Something Stupid“ wurden Welthits.

1892: Liesl Karlstadt, eigentlich Elisabeth Wellano († 27.7.1960); bayerische Volksschauspielerin. Bekannt wurde die beherzte Künstlerin, der am Münchner Viktualienmarkt ein eigener Brunnen gewidmet ist, durch ihre Zusammenarbeit mit dem Komiker Karl Valentin. Mit ihm brillierte sie in zahlreichen Sketchen; Glanzrollen hatte sie in „Der Firmling“ und „Im Photoatelier“, beide aus dem Jahr 1927.

1863: Edvard Munch († 23.1.1944); norwegischer Maler und Grafiker. Der in Frankreich, Norwegen und Deutschland lebende Künstler schlug mit seinem Stil eine Brücke zum Expressionismus. In seinen Werken bringt er häufig Menschen und deren unterdrückte Emotionen zum Ausdruck, wie in den unter die Haut gehenden Bildern „Der Schrei“ (1893) und „Die Mädchen auf der Brücke“ (1900).

Copyright Rosmarie Elsner

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