Kalenderblatt Dienstag 10.12.19

Kalenderblatt Dienstag, 10. Dezember 2019

Zitat des Tages: „Eine halbe Wahrheit ist nie die Hälfte einer ganzen.“ Karl Heinrich Waggerl (1897-1973)

10.12.1936: Edward VIII: Thronverzicht aus Liebe
In den Nachmittagsstunden des 10. Dezember 1936 gibt Großbritanniens König Edward VIII. die Entscheidung bekannt, die nicht nur für sein Leben, sondern auch für die Politik von großer Tragweite ist und die das britische Königreich in seine bis dahin größte Krise stürzt: Aus Liebe zur zweifach geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson unterzeichnet er eine Abdankungserklärung und verzichtet zugunsten seines jüngeren Bruders Albert, des späteren Königs George VI., auf den Thron.Mehr Details:

„Die Liebe ist ein seltsames Spiel“. Manchmal führt sie sogar dazu, dass ein Monarch in Herzensnöten sich für die Frau seines Lebens anstatt für die Pflicht seinem Volk gegenüber entscheidet. Wie im Fall des 42-jährigen Edward VIII., der erst im Januar des gleichen Jahres den englischen Thron bestiegen hatte. Die Frau, die dem englischen Parlament ein Dorn im Auge war und den Stein ins Rollen gebracht hatte, hieß mit Geburtsnamen Bessie Wallis Warfield, war zum Zeitpunkt von Edwards Abdankung 40 Jahre alt und hatte gleich zwei Handicaps: Die Amerikanerin, in die sich der Monarch in spe im November 1930 bei einem Jagdausflug verliebt hatte, war nicht nur eine Bürgerliche, sondern obendrein zweifach geschieden.

Edwards Vater, König Georg V., sah das Techtelmechtel seines Sohnes mit der Amerikanerin nur ungern, hoffte aber inständig, dass sein als „Dandy“ bekannter Filius sich seiner Pflicht gegenüber dem Königshaus bewusst sei. Seit Sommer 1931 waren Edward und Wallis (geschiedene Spencer, geschiedene Simpson) unzertrennlich. Das änderte sich auch nicht, als Georg V. am 20. Januar 1936 starb und Edward am gleichen Tag die Nachfolge als König von Großbritannien und Kaiser von Indien antrat.

Das Wort „Heirat“ fiel zum Entsetzen des britischen Parlaments, das die Liaison mit der nicht standesgemäßen US-Lady tunlichst ignoriert hatte, zum ersten Mal im November 1936. Hartnäckig bestand Edward darauf, dass seine zukünftige Frau mit der Vermählung als rechtmäßige Königin anerkannt werde. Doch davon wollte die Regierung nichts wissen. Edward blieb stur, und das Parlament, das wie das englische Volk seine „Herzdame“ nicht ausstehen konnte, gab ihm klar zu verstehen, er könne machen, was er wolle, unter der Voraussetzung, dass er als König abdanke.

Erschwert wurde die „Love Story“ durch Wallis, die sich daraufhin nach Südfrankreich zurückzog. Der verliebte Monarch reiste ihr hinterher und beteuerte ihr, dass er sie mehr liebe als die Königskrone. Für sie wolle er den Thron aufgeben und England binnen 24 Stunden verlassen. Das tat er dann wirklich. Am 10.12. teilte er Premierminister Stanley Baldwin seinen Entschluss mit und unterzeichnete die Abdankungsurkunde; einen Tag später wandte er sich in einer Radioansprache ans Volk und verließ noch am gleichen Tag England.

Im Juni 1937 heiratete Edward, inzwischen Herzog von Windsor, auf dem französischen Schloss Candé seine Wallis und lebte mit ihr bis zu seinem Tod im Jahr 1972 in einem Schlösschen am Pariser Bois de Boulogne.

Gedenktage:

1999: Nach 27 Jahren erhält mit Günter Grass wieder ein deutscher Schriftsteller vom Nobelkomitee in Stockholm den Literaturnobelpreis überreicht. Das Warten auf diese höchste literarische Ehrung habe ihn jung gehalten, erklärte der 71-jährige Grass der Presse, als ihm im September diese Nachricht überbracht wurde.

1950: Als Dachorganisation für zwölf Landessportbunde und 23 Fachverbände wird in Hannover der Deutsche Sportbund (DSB) gegründet. Zum Präsidenten wird Willi Daume bestellt, der in späteren Jahren ins Lager des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) überwechselt. 50 Jahre nach der Gründung wird der DSB, repräsentiert von Präsident Manfred von Richthofen, mit 26 Mio. Mitgliedern die größte deutsche Personenvereinigung sein.

1902: Bei Assuan in Ägypten wird der 175 km lange und zwei km breite Nil-Staudamm feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die Bauzeit zu dem weltgrößten Staudamm, der über 180 Schleusen verfügt, hatte vier Jahre betragen und 25.000 Arbeitskräfte in Anspruch genommen.

1901: Schwedens König Gustav VI. Adolf und das Nobelkomitee verleihen am fünften Todestag des Stifters Alfred Nobel erstmals in Stockholm und Oslo die Nobelpreise. In seinem Testament hatte der Industrielle und Erfinder des Dynamits verfügt, dass die Hinterlassenschaft aus seinem Vermögen in einen Fonds fließt, dessen Rendite zu gleichen Teilen herausragenden Persönlichkeiten zugute kommen soll, die auf den Gebieten Chemie, Physik, Physiologie/Medizin, Literatur und Völkerfrieden Herausragendes geleistet haben.

1520: Anstatt seinen Lehren abzuschwören, verbrennt der Bibelprofessor Martin Luther die päpstliche Bulle „Exsurge Domine“, die ihn der Ketzerei bezichtigt, zusammen mit anderen scholastischen Schriften vor dem Elstertor in Wittenberg. Mit diesem demonstrativen Akt bricht der streitbare Reformator endgültig mit dem Vatikan.

Geburtstage:

1951: Wolfgang Fierek; deutscher Schauspieler, der auch in bayerischer Mundart singt („Resi, i hol di mit’m Traktor ab“). Bekanntheitsgrad erlangte Fierek, den man gerne in Zusammenhang mit Rock’n’Roll und seiner Harley Davidson bringt, durch etliche TV-Serien, darunter „Ein Bayer auf Rügen“ und „Zwei Münchner in Hamburg“. Eine Schauspielschule hat er nie besucht, er wurde von Regisseur Klaus Lemke in einer Eisdiele im Münchner Stadtteil Schwabing entdeckt.

1921: Christine Brückner († 21.12.1996); deutsche Schriftstellerin. Die Vizepräsidentin des PEN-Clubs (1980-84) und vielfach ausgezeichnete Autorin (u.a. Bundesverdienstkreuz, Ehrenbürgerin der Stadt Kassel) schuf sich eine Reputation mit Erzählungen und Romanen, darunter „Wenn du geredet hättest, Desdemona“ (1983) und der Trilogie „Jauche und Levkojen“ (1975), „Nirgendwo ist Pönichen“ (1977), „Die Quints“ (1985).

1920: Alfred Dregger († 29.6.2002); deutscher Jurist und Politiker (CDU). Seine politischen Anfänge reichen in das Jahr 1956 zurück, als er (bis 1970) als Oberbürgermeister von Fulda die Geschicke der hessischen Stadt steuerte. Darüber hinaus agierte er als Präsident des Deutschen Städtetags und von 1982-91 als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

1897: Karl Heinrich Waggerl († 4.11.1973); österreichischer Schriftsteller. Der mit vielfältigen Talenten ausgestattete Künstler besprach auch Platten mit eigenen Texten, arbeitete als Grafiker und schilderte in seinen Romanen und Erzählungen die Vorzüge seiner Gebirgsheimat. Bekanntestes Werk ist sein 1963 erschienener Roman „Ein Mensch wie ich“.

1822: César Franck († 8.11.1890); belgisch-französischer Komponist. Sein künstlerisches Repertoire umfasst Orchesterwerke ebenso wie Oratorien, Klavier- und Kammermusik. Der Professor am Pariser Konservatorium steht im Ruf, ein Schöpfer eigenwilliger neuer Formen zu sein, wie sie in seinen „Sinfonischen Variationen“ aus dem Jahr 1885 zum Ausdruck kommen. Weitere Kompositionen: „Violinsonate A-dur“ und „Sinfonie D-moll“.

Copyright Rosmarie Elsner

 

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