Urlaub mit dem Bus: Trentino-Gardasee

.auto-0585.gif von 123gif.de

Urlaub mit dem Bus? Trentino-Gardasee

Da ich mich grundsätzlich als notorische Individual-Reiserin sehe, ist es für mich schwer vorstellbar, mit einem Pulk fremder Menschen meinen Urlaub zu teilen — und sei er noch so kurz. Und diese Einstellung ist in meinem Freundeskreis weit verbreitet, auch bei den älteren Semestern. Manche haben zwar schon mal einen Reisebus ausprobiert, aber meistens nur, um ohne umzusteigen von einem Punkt zum anderen zu kommen. Aber mehrere Tage und mit feststehendem Programm… Echt jetzt?

Geldhauser Luxus-Line. © Geldhauser

Da man über nichts lästern soll, wovon man wenig weiß (was leider zu oft passiert!), habe ich mich mit Geldhauser Die Münchner Busreisen auf die Reise München-Trentino-Gardasee begeben und zwar in der Luxusbus-Variante. Wenn schon, dann soll der Schock überschaubar bleiben. Die Einstiegs-Erfahrung war keine ganz normale Geldhauser-Reise aber auch eine mit „Misch-Gästen“: circa 10 JournalistInnen und mehr als 20 ReiseunternehmerInnen.

Wie sich schnell herausstellte, blieben die zwei Gruppen anfangs unter sich, nach dem Motto: „Was der Bayer net kennt, frisst er net…“ weil er zur Spezies der schnell leicht Angfressnen gehört, im übertragenen Sinn natürlich, doch bald kam es zu kleinen Vermischungen, wo die Chemie stimmte. Ganz wie im richtigen Bus-Tourismus-Leben also: bei einer bunt zusammengewürfelten Reise-Gesellschaft wird man sich auch mit Gästen zusammentun, die einem behagen und als Bereicherung empfunden werden.

Kontaktsuchenden Alleinreisenden bietet sich so die Gelegenheit, Bekanntschaften zu schließen — oft sogar fürs Leben. Oder man bleibt „unter sich“, was auch heißen kann: mit sich alleine, was bei Geldhauser-Touren den Vorteil hat, dass Einzelzimmer zuschlagfrei sind. Und so eine organisierte Reise — das empfinde ich zunehmend als Plus, je älter ich werde  — hat den großen Vorteil,  dass man sich um nichts kümmern muss.

Busfahrer Roberto serviert Brezen

Die Geldhauser-Luxusbusse sind so ausgestattet, dass sich die Zweier-Sitze (mit viel Beinfreiheit) so weit auseinander bewegen lassen, dass man keinen Körperkontakt mit den Nachbarn haben muss aber haben kann, sofern beide Lust dazu haben. Meistens hat nur eine/r Lust dazu und der/die geht dem/der anderen dann auf den Geist — aber wie gesagt: gefühlt 10 cm Spielraum… Notfalls empfehle ich vorgetäuschte Nickerchen — Länge nach Bedarf. Die Lehnen lassen sich kippen.

Mir kam die Kurzreise von drei Tagen so vor, als würde die Zeit wesentlich schneller und stressfreier vergehen, als beim Auto-Selbstfahren, im Zug oder Flugzeug weil ich ab Zustieg zu keiner Zeit angespannt und konzentriert sein musste.

Ausgewählte Busfahrer haben hier nicht immer mal wieder ein Mobiltelefon in der Hand, wie es längst schlechte Sitte auf den Straßen geworden ist. Dank gut ausgestatteter Bordküche werden sogar warme Mahlzeiten serviert und Getränke — die ebenerdige Toilette erlaubt diesen Genuss ohne Reue. ReisbegleiterInnen sind von Anfang bis Ende mit im Bus und führen schon unterwegs in kommende Genüsse aller Art ein.

Was mir in Geldhausers ausgesprochen übersichtlichen Katalogen besonders angenehm aufgefallen ist: die hochwertige Selektion der Hotels und Restaurants (in Berlin ist sogar das geschichtsträchtige Adlon im Programm!). Diese Auswahl hat viel mit dem Mann zu tun, der dafür verantwortlich zeichnet: Franz Gerstmayr ist ein großer Genießer mit allen Sinnen. Unter seinen eigenen Bedürfnissen abzusteigen, will er auch den Gästen nicht zumuten.

Auf dieser Tour übernachteten wir in dem 4-Sterne-Garda Hotel Forte Charme in Nago, mit gigantischer Aussicht auf den Gardasee und ausgezeichneter Küche. Unsere und noch eine Gruppe  veranstalteten quasi den Kehraus, denn auch dieses Hotel — wie die meisten Unterkünfte und Restaurants der Region schließen ihre Pforten und die Gegend wirkt touristenleer. Sehr angenehm, wie ich finde, im Vergleich zum Riesentrubel, der im Sommer hier herrscht.


.

Gardasee-Trentino: ein Gedicht

Glaubt es oder glaub es nicht
Der Gardasee ist ein Gedicht!
Schnapp dir einen Luxusbus
Das erhöht noch den Genuss
 
Smarte Welt Garda Trentino
Sport, Natur, Mangiare, Vino
Küchen – mit und ohne Stern
Preis-Leistung zahl ich gern
 
Symbiose Mensch und Natur
Erbe UNESCO-Weltkultur
Growing Online-Community
Aktivurlaub als Opportunity
 
Outdor Park Garda Trentino (OPGT)
1376 km Radln. Marzemino?
Ganzjährig – come and drive
Join EMTB adventure life
 
Fels-/Kletterwände überdies
Ein wahres Kletter-Paradies
Adam Ondra, Gardasee-Face
Weltbester, very special case
 

kind-0026.gif von 123gif.de

.

Garda-Trentino-Rennen: Check
Die Krönung ist der Garda Trek
Halbmarathon bis zum Berglauf
Weltchampions schwören drauf
 
Mit Business-Trip zu verbinden
Aktivurlaub und Wohlbefinden
Kulinarisches, Historie & Kunst
Steht alles hoch in meiner Gunst
 
Allein oder mit Kids und Kegel
Trauungen auf höchstem Pegel
Top Locations in Riva und Arco
Festivitäten à go-go

Weihnachtsmärkte allerorten
Family, Singles und Konsorten
Das ganze Jahr ein Urlaubsziel
Gardasee-Winter gibt mir viel!
© RS/PTM

… und morgen gehts reimlos weiter mit dem Fahrplan von meinem Geldhauser-Luxus-Bus-Reise-Erlebnis (Rena Sutor/PTM)


 

Franz Gerstmayr rückt, die ‚kulinarischen Momente‘ etwas zurecht

Fahrplan meines ersten Geldhauser-Luxus-Bus-Erlebnisses: 15.-17.11.19 München-Gardasee-Trention-München. Eine Kurz-Tour, die man gut nachmachen kann. 

Freitag, 17.11.19, 7.30h ab ZOB an der Hackerbrücke in München über den Brenner nach ISERA, wo uns in der Casa del Vino Federico Milan von (APT Rovereto und Vallagarina) mit 
Willkommens-Aperitiv begrüßte
. Das Mittagessen der Casa del Vino ist immer sehr bodenständig, da sich hier eine Kooperative zusammengeschlossen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Freilich kam in der Casa del Vino der Vino nicht zu kurz. Auch ein großer Vorteil einer Busreise: man darf das eine oder andere Gläschen trinken, da man nicht fahren muss.

Anschließend ging es nach Rovereto zum Stadtrundgang mit der launigen Führerin Laura Tessaro
. Der strömende Regen konnte die Schönheit Roveretos nicht hinwegwaschen. Am MART dem einzigartigen Museum der Modernen Kunst wurde ein kurzer Stop eingelegt, dann stand die Friedensglocke auf dem Colle de Miravalle auf dem Programm, die täglich um 21h 100 Schläge loslässt, um zum Frieden zu gemahnen.

Im Belvedere kocht die 80jährige Mama mit – und sowas von gut!

Auf der Fahrt zum Hotel Forte Charme nach Nago-Torbole stürzte einiges an Wasser die Felswände herab, was abenteuerlich aussah. Mein schönes Zimmer im 4. Stock verwöhnte mit einem großartigen Gardasee-Blick, vom geräumigen Balkon aus. Die Hotel-Verpflegung kann sich vollumfänglich sehen lassen!

Am ersten Abend erwartete uns im sehr empfehlenswerten Familienbetrieb Ristorante Belvedere in Arco, wo noch die Mama den Kochlöffel schwingt, ein typisches, mehrgängiges Abendessen u.a. mit Carne Salada. Im Belvedere gibt es auch einige Fremdenzimmer.

Nachdem der komplette Freitag verregnet war, begrüßte uns ein herrlicher Herbst-Samstag und ein leckeres Frühstücksbuffet im Hotel, danach stand die historische Altstadt von Riva del Garda auf dem Programm mit anschließender Bootsfahrt nach Malcesine. Das gelbe Privatboot Speedy brachte uns in einer knapp halbstündigen Fahrt dorthin. In Malcesine ist Wochenmarkt, um die Zeit bieten nur wenige Stände ihre Waren an. Einige Teilnehmer kauften gefühlt den Jahresbedarf an feinem Parmesankäse vom Laib und noch einiges mehr ein, bevor es weiterging Richtung Torbole. Die Orte und den Gardasee sind allesamt extrem malerisch und um diese Zeit ziemlich verwaist.  

Im Ristorante La Scarpetta in Arco werden ausgesprochen leckere Spinatknödel sowie Pasta-Variationen und Salat serviert, nicht zu vergessen das obligatorische Gläschen Roter oder Weißer. So konnte man der kurzen Wanderung auf die Burg Arco entspannt entgegensehen. Die Gruppe der  E-Bike-Fahrer, die den Sarca-Radweg vor sich hatten, über Arco Richtung Dro bzw. Pietramurata hielten sich vermutlich etwas zurück…

Malerische Burg Arco mit großartigem Weitblick

Treffpunkt mit dem Wanderguide war auf der Parkplatz Parcheggio Foro Boario, dann ging’s über ein Rundstein-Pflaster gemütlich durch Olivenhaine aufwärts. Dabei erfuhren wir, dass im Trentino die Olivenbäume heuer von einer verheerenden Krankheit befallen sind, die die Produktion katastrophal reduzierte. An Erdbeerbäumen vorbei, deren herabgefallene Früchte den Boden etwas glitschig machten, erreichten wir schon nach circa 20 Minuten den Eingang zu Burg/Castello Arco und den erzherzoglichen Arciducale Park. Dabei wurde der Fernblick auf den See und in das Sarcatal immer spektakulärer.

Dieser ausgesprochen interessante Tag wurde durch einen Besuch des soeben eröffneten, sehr malerisch um die gigantische Kirche gelegenen Mercantino di Natale von Arco gekrönt, der an allen Wochenenden bis 6. Januar 2020 stattfindet. Mir ist der 15. November einfach zu früh für den Weihnachtsmarkt, ebenso wie ich die Lebkuchenflut ab Oktober pervers finde. Bildschön ist Arco-Weihnachtsmarkt aber auf alle Fälle, ebenso wie viele andere in kleinen Bergdörfern.

An diesem Abend fand in unserem Hotel die Präsentation des
 Touristischen Angebots des Trentino und die Vorstellung des Sommerkataloges 2020 von Geldhauser statt. Die breite Angebotspalette ist auf den jeweiligen Websites zu entdecken.

Chef Alessandro mit dem Brot des Hauses

Sonntag 17.11.2019 wurde die Rückfahrt angetreten, durchs Sarcatal nach Trento/Trient der Hauptstadt des Trentino mit geführtem Stadtrundgang durch Carmen Picciani.

Im Castel Buonconsiglio (das, wie sehr viele anderen Attraktionen und öffentliche Verkehrsmittel in der Trentino Guest Card enthalten ist), konnten wir — neben den alten Räumen — eine beachtliche Kachelofensammlung bewundern, die uns allerdings nicht wärmte. Auch dem Dom, der eine ziemliche Baustelle ist, entflohen wir rasch wieder, um den niedrigeren Trieben zu folgen: In ein sehr gutes Restaurant: Alessandros Scrigno del Duomo auf dem Domplatz.

Das einzigartige MUSE Museum für Wissenschaft bildete den Abschluss dieses Kurztrips. Ein durch und durch helles, sympathisches Museum, an dem Eltern und Kinder ihre Freude haben! Dann ging’s, ab 15.30h gemütlich zurück über den komplett verschneiten Brenner und pünktlich um 20h passierte der Bus im ZOB ein. Nach dieser ersten Erfahrung sage ich nicht mehr: Busurlaub? Echt jetzt? sondern mal vorsichtig: Echt gut! (R.Sutor/PTM)


Kommentare sind geschlossen.