Kalenderblatt Samstag 5.10.19

Kalenderblatt Samstag, 5. Oktober 2019

Zitat des Tages: „Nichts auf Erden ist so schwer zu halten wie der Mund.“ Ewald Balser (1898-1978)

5.10.1582: Kalenderreform: Gregorianisches Zeitmanagement

frohes-neues-jahr-0099.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandWer am Abend des 4. Oktober 1582 zu Bett ging und am nächsten Morgen in der Annahme aufwachte, es sei der 5. Oktober, hatte sich gründlich verrechnet. Über Nacht hatte nämlich ein notwendig gewordener Zeitensprung stattgefunden. Um den „aus dem Ruder gelaufenen“ Kalender wieder in Einklang mit dem Sonnenlauf zu bringen, mussten zehn Tage gestrichen werden. Gemäß der von Papst Gregor XIII. verordneten Korrektur schreibt man heute den 15. Oktober.

Mehr Details:

Dass der heutige Tag – ebenso wie die folgenden neun – ausfällt, hat die Menschheit Papst Gregor XIII. und einer von ihm im Februar 1582 erlassenen „Bulle“ zu verdanken, die diese Korrektur für erforderlich erachtet. Dass die Kalenderreform schließlich in Kraft treten kann, ist das Resultat langjähriger Beratungen, über die sich nicht nur der derzeitige Heilige Vater, sondern schon sein Vorgänger Sixtus IV. und zahlreiche Mathematiker und Astronomen von Rang und Namen die Köpfe zerbrochen haben.

Das Zeiten-Dilemma begann eigentlich schon 46 v. Chr. mit dem römischen Kaiser Julius Caesar, der mit seinem „Julianischen Kalender“ Ordnung ins Jahr bringen wollte. Mit Hilfe des Gelehrten Sosigenes machte er sich daran, den ägyptischen Kalender zu überarbeiten. Das Jahr wurde nun so gestaltet, dass es am Ende 365,25 Tage (exakt: 365,242199 Tage) umfasste. Die kleine Differenz wurde mit einem alle vier Jahre stattfindenden Schaltjahr „kaschiert“. 1600 Jahre lang funktionierte diese Zeitrechnung auch ganz gut, einen Pferdefuß aber hatte sie doch, nämlich die pro Jahr verbleibenden 11 Minuten und 14 Sekunden. Diese Bruchteile summierten sich im Laufe der Zeit, und Ende 1582 hatten sich zehn überflüssigeTage angesammelt.

Als Erste registrierten die Astronomen diese Tücke des „Julianischen Kalenders“. Der auf 21. März festgesetzte Frühlingsanfang stimmte nämlich nicht mehr mit dem Kalender überein, und damit veränderte sich auch das höchste katholische Kirchenfest: Ostern. Dieses richtete sich nach dem Frühlingsbeginn und dem ersten Vollmond danach. Und weil die Gestirne ein klein wenig anders wanderten, fiel nun der Frühlingsbeginn auf den 11. März und Ostern quasi nicht mehr auf Ostern. Das Jahr war schlichtweg um zehn Tage zu lang geworden.

Die Sorge der katholischen Kirche galt natürlich in erster Linie dem österlichen Dilemma, und so beschloss deren oberster Hirte, dem schon lange bekannten Ärgernis mit Gottes Hilfe und einer nach ihm benannten Kalenderreform abzuhelfen.

Abgesehen von dem einmaligen Zeitverlust im Oktober 1582 legt der „Gregorianische Kalender“ lediglich die Schalttage und -jahre anders fest; d.h. im Zeitraum von 400 Jahren gibt es drei Schaltjahre weniger als vor der Reform. Eine winzige Zeitansammlung, die von den Astronomen nicht ganz ausgemerzt werden konnte, wird es in der Zukunft dennoch geben. Doch wird sich diese erst im Jahr 4915 bemerkbar machen. Bis dahin bleibt ja noch etwas Zeit, um das Problem in den Griff zu kriegen.

Gedenktage:

1989: In Deutschlands Innenstädten sorgt der „lange Donnerstag“ erstmals für eine Lockerung des Ladenschlussgesetzes. Geschäfte und Banken dürfen nach einem Beschluss, der zum 1. Oktober in Kraft getreten ist, bis 20.30 Uhr geöffnet haben. Für Ausgleich sorgt ein vorgezogener Ladenschluss an den sog. langen Samstagen.

1983: Die Selbstschussanlagen an den innerdeutschen Grenzen sollen ab sofort der Vergangenheit angehören. DDR-Staatsratsvorsitzender Erich Honecker kündigt heute in einem Interview vor der Westpresse die Demontage der rund 60.000 „SM 70“-Anlagen bis zum Jahresende 1984 an.

1962: In Großbritannien kommt die erste Platte der Band „Beatles“ auf den Markt. „Love Me Do“ heißt der Debütsong der vier Liverpooler Pilzköpfe, dem unzählige weitere und weitaus erfolgreichere folgen werden.

1921: Auf Initiative der englischen Autorin Catherine Amy Dawson-Scott kommt es bei einem Diner in London zur Gründung des internationalen Schriftstellerverbands PEN (Poets, Essayists, Novelists). Ziel der Organisation, deren Präsident der Autor der „Forsyte Saga“ John Galsworthy wird, ist die freie Verbreitung von Schriftgut und der Gedankenaustausch zwischen Literaten unterschiedlicher Nationen.

1889: Auf dem Montmartre in Paris nimmt das Vergnügungslokal „Moulin Rouge“, so benannt wegen der roten Windmühle, die es als Wahrzeichen auf dem Dach trägt, seinen Betrieb auf. Bald entwickelt es sich zum Inbegriff des Pariser Nachtlebens; mit den Plakaten für dieses Etablissement begründet der Maler Henri de Toulouse-Lautrec seinen Weltruf.

Geburtstage:

1972: Kate Winslet, britische Schauspielerin. Zwar tauchte die aparte Kate, die mitunter auch singt („What If“), bereits in englischen Filmen („Sinn und Sinnlichkeit“) auf, der Kinowelt wurde sie jedoch erst mit dem Hollywood-Schiffsuntergangsepos „Titanic“ bekannt. Dort durfte sie an der Seite von Leonard diCaprio nicht nur Liebe und Leid erfahren, sondern verkühlte sich bei den „nassen“ Dreharbeiten auch noch ordentlich.

1954: (Sir) Bob Geldof; irischer Popmusiker und Songschreiber. Der Gründer der Band „Boomtown Rats“ („I Don’t Like Mondays“) engagierte sich nach deren Auflösung bei der Organisation von Benefiz-Konzerten. Das bekannteste, „Band AID“ (u.a. mit Sting, George Michael und U2), fand 1984 zugunsten der hungernden Bevölkerung Äthiopiens statt. Ein Riesenerfolg wurde Geldof auch im Sommer 2005 mit seinen sieben Live 8-Konzerten zuteil.

1936: Václav Hável; tschechoslowakischer Dramatiker und Politiker. Wegen seiner Rolle, die der intellektuelle Regimekritiker bei der Reformbewegung „Prager Frühling“ (1989) einnahm, gilt er als Leitfigur des gewaltlosen Widerstandes. Der Mitbegründer der „Charta 77“ wurde 1989 erster demokratischer Staatspräsident der CSSR; vier Jahre später wurde er auch zum ersten Präsidenten der tschechischen Republik gewählt.

1898: Ewald Balser († 17.4.1978); deutscher Schauspieler. Helden- und Charakterrollen waren sein Metier, sowohl im Film als auch auf der Bühne, wo er bis zu seinem Lebensende dem Ensemble des Wiener Burgtheaters angehörte und auch selbst Stücke inszenierte. Auf der Kinoleinwand schlüpfte er in die Rolle bedeutender Persönlichkeiten, u.a. „Rembrandt“ (1942) und „Sauerbruch“ (1953).

1864: Louis Jean Lumière († 6.6.1948); französischer Chemiker, Fototechniker und Fabrikant. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder August Marie zählt er zu den Pionieren auf den Gebieten der Fotografie und des Films. Zu den Entwicklungen und Entdeckungen der Brüder gehören u.a. der Kinematograph (1894) und die Autochromplatte (1903).

Copyright Rosmarie Elsner

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