Kunst Wache Mallnitz

Kunstwache Mallnitz

Kunst Wache Mallnitz öffnet mit Ausstellung zum Thema Jagd (29.7.-8.10.2017)

Das ehemalige Amtsgebäude der Polizeiinspektion Mallnitz hat eine neue Aufgabe erhalten, eine sehr sympathische

Dort wo vor einigen Jahren noch polizeiliche Amtshandlungen getätigt, Verhöre geführt und Berichte geschrieben wurden, kann nun Kunst gesehen und erlebt, aber auch darüber diskutiert werden. Auf Initiative der kunstsinnigen Mallnitzer Hotelierin und Galeristin Frau Elisabeth Koch wurde dem leerstehenden Gebäude neues künstlerisches Leben eingehaucht. Wechselnde Ausstellungen, Workshops und Seminare sollen hier künftig stattfinden und Mallnitz noch mehr als Hotspot der bildenden Kunst etablieren. In der Garage des Hauses wird außerdem eine Atelierwerkstatt eingerichtet. Das Gebäude mit seinem speziellen Räumen – wie der Gefängniszelle – soll dabei auch selbst Teil der künstlerischen Auseinandersetzung werden und Künstler inspirieren.

Die erste Ausstellung im Haus setzt sich mit dem Thema Jagd auseinander. Elisabeth Koch hat dazu Bilder und Skulpturen aus den verschiedensten Kunstepochen zusammengetragen, die die unterschiedliche Herangehensweise zu dieser Thematik veranschaulichen. 

Die Kunst Wache Mallnitz wird nun in direkter Nachbarschaft zum Skulpturenpark Mallnitz und neben der Galerie Pro Arte im Hotel Kärntnerhof noch viel mehr Platz für Kunst in Mallnitz bieten.


 

DIE JAGD IN DER KUNST 

Ohne SIE gäbe es das alles gar nicht: Elisabeth Koch, zentrale Figur von Kunst und Kultur in Mallnitz und  Chefin des Hotel Kärntnerhof

Jagd und Kunst sind zwei Themenbereiche, die man nicht unbedingt auf den ersten Blick in Zusammenhang bringen würde, dennoch gibt es mehr Berührungspunkte als man zunächst meinen möchte.

Die Jagd als Motiv für die darstellenden Künste ist fast so alt wie die Kunst selbst. Bereits die ersten künstlerischen Äußerungen der Menschheit, die frühen Höhlenmalereien, zeigen nicht selten Szene mit Wildtieren und jagenden Menschen.

Waren diese frühen Darstellungen sehr wahrscheinlich kultisch motiviert, so entdeckte die Kunst jedoch sehr rasch die Jagd als darstellungswürdiges Motiv, das sich durch alle Epochen der Kunstgeschichte zieht. Waren es in der Antike vor allem Darstellungen von Jagdgottheiten wie Diana oder Artemis, so wurden Jagdmotive im Mittelalter häufig als Jahreszeitenmotiv dargestellt und vielfach in der Buchmalerei eingesetzt. Die Renaissance und noch mehr die Barockzeit liebten großformatige vielfigurige Darstellungen von prächtigen höfischen Jagdszenen, oder üppige Jagdstillleben mit dekorativ drapierten Jagdtrophäen, Waffen und erlegten Tieren.

 

Auch die Darstellung der Wildtiere selbst wurde zum beliebten Motiv

ente-0014.gif von 123gif.deJagdszenen finden aber auch über die Heiligendarstellungen Eingang in die kirchliche Kunst. Eustachius der Patron der Jäger zählte im Mittelalter zu den meist verehrten und damit zu den häufig dargestellten Heiligen, da er auch zum Reigen der „Vierzehn Nothelfern“ zählt. In späterer Zeit wird er in unseren Breiten vor allem vom Hl. Hubertus abgelöst, der ebenso als beliebtes Motiv immer wieder in Kirchen und Kapellen dargestellt wurde.

Bis ins 19. Jahrhundert war die Jagd überwiegend ein Privileg des Adels, was auch für die künstlerischen Darstellungen zu diesem Thema gilt. Mit dem 19. Jahrhundert, vor allem aber mit dem 20. Jahrhundert kommt es auch zur Demokratisierung des Jagdrechtes und zur Abschaffung des feudalen Jagdvorrechtes, was sich auch in der Kunst niederschlug. Malereien mit Jagdmotiven fanden sich nun auch in zahlreichen bürgerlichen Haushalten, wobei mit der Darstellung von Wildtieren auch oftmals die Sehnsucht der ART AQUAstädtischen Bevölkerung nach dem „Edlen Wilden“ der „Unberührten Natur“ einherging. Die romantische Wildtiermalerei entwickelte sich zu einem nicht unbedeutenden Genre der akademischen Malerei mit bedeutenden Vertretern. Das Motiv des „röhrenden Hirsches“ bevorzugt vor schönen Alpenmotiven oder rot glühendem Sonnenuntergang wurde zum beliebten Bildtypus unserer Urgroßeltern und durfte als Gemälde oder Kunstdruck in keiner Wohnstube fehlen. Freilich wurde dieses Motiv nicht zu Unrecht auch zum Inbegriff des Kitsches und des trivialen Wandbilddrucks. Tiefenpsychologen deuten dieses Motiv des brunftigen Hirsches auch als unterdrückte männliche Machtfantasie mit sexuellen Aspekten. Was die enorme Beliebtheit dieses Motives sicher mit erklärt.

Die moderne Kunst hat wieder neue Zugänge zum Thema Jagd gefunden, viel unverkrampfter, nicht selten aber sehr kritisch. Jedenfalls ist das Thema immer noch Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung mit oftmals spannenden Ergebnissen.

Hotel Kärntnerhof Mallnitz

Kunstausstellungen

  • Jagdbildausstellung organisiert vom Verein Pro Arte Mallnitz in der NEUEN KunstWache
  • Skulpturen Karin Puchinger organisiert vom Verein Pro Arte Mallnitz, ARTour Gallery Mallnitz
  • NEU ! Kunstwerke Gabi Domenig organisiert vom Verein Pro Arte Mallnitz, Hotel Kärntnerhof
  • NEU ! Skulpturen Manfred Krethen organisiert vom Verein Pro Arte Mallnitz, Hotel Kärntnerhof

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